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14.10.2015

14:04 Uhr

El Niño in Kalifornien

Nach der Dürre droht die große Flut

Nach vier Jahren extremer Trockenheit muss Kalifornien nun einen nassen Winter fürchten. Das Klimaphänomen El Niño könnte dem Westküstenstaat mehr Regen bringen, als das ausgedörrte Land verkraften kann.

Tote Krabben am Strand von Laguna Beach (Kalifornien). Eine warme Meeresströmung, Vorbote eines starken El Niño, brachte die Tiere vom Kurs ab. dpa

El Niño in Kalifornien

Tote Krabben am Strand von Laguna Beach (Kalifornien). Eine warme Meeresströmung, Vorbote eines starken El Niño, brachte die Tiere vom Kurs ab.

Los AngelesKalifornien ist im Schwitzkasten. Es ist Mitte Oktober und in Los Angeles klettern die Temperaturen drei Tage lang hintereinander auf über 35 Grad. Das sei ein neuer Rekord für anhaltende Oktoberhitze in 25 Jahren, sagen die Meteorologen.

An Wettersuperlative haben sich die Kalifornier längst gewöhnen müssen. Es ist das vierte Jahr mit einer der schwersten Dürren in dem inzwischen braun-verdorrten „goldenen“ Westküstenstaat. Der schneearme vergangene Winter brachte seit Beginn der Wettermessungen in den 1950er Jahren einen Trockenheitsrekord.

In diesem Winter kommt auf Kalifornien möglicherweise ein anderer Wetterrekord zu. El Niño (Spanisch für „das Christkind“) sitzt in den Startlöchern, darin sind sich die Klimaforscher einig.

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„Es sind gute und schlechte Nachrichten“, sagt der Meteorologe Jack Boston vom Wetterdienst AccuWeather über das regenreiche Phänomen. „Es könnte uns helfen, die Dürre zu lindern, aber die heftigen Stürme kommen mit vielen Gefahren, wie Erdrutsche, Überschwemmungen und Lawinen“, so die Prognose.

Es gibt zuverlässige Vorzeichen für einen starken El Niño in diesem Winter. Das Pazifikwasser an der Westküste Südamerikas ist ungewöhnlich warm, das Wetterphänomen bringt dann weltweit die Luftdruckverhältnisse und Windverhältnisse durcheinander.

Die mögliche Folge für Kalifornien: Ein ähnlich schlimmer oder noch heftigerer Winter mit sintflutartigen Niederschlägen wie zum Jahresende 1997 und Anfang 1998, dem letzten El Niño-Rekordwinter. Damals kamen 17 Menschen ums Leben, einige ertranken in ihren von Wassermassen mitgerissen Autos. Andere wurde nach Erdrutschen von Schlamm und Geröll in ihren Häusern begraben. Der Sachschaden durch Überflutungen und Stürme wurde mit einer halben Milliarde Dollar beziffert.

Frühestens im Dezember rechnen die Meteorologen mit den ersten schweren Unwettern, doch schon jetzt wird vor dem „Godzilla“- und dem „Super“-El Niño gewarnt. „Wir benutzen solche netten Adjektive nicht, aber wir sind sehr besorgt, dass es ein sehr starkes Phänomen geben wird“, sagt Jack Boston.

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