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05.11.2015

12:32 Uhr

Energie aus Fäkalien

Briketts und Gas aus der Toilette

Quelle:Spektrum.de

In den ärmsten Regionen der Erde fehlt es am Nötigsten – oft auch an Toiletten. Dabei könnten sanitäre Anlagen nicht nur die Hygiene verbessern, sondern sogar bei der Energiegewinnung helfen.

UN-Forscher haben berechnet, wie durch Recycling aus Fäkalien Energie gewonnen werden könnte. dpa

Energie aus Fäkalien

UN-Forscher haben berechnet, wie durch Recycling aus Fäkalien Energie gewonnen werden könnte.

HeidelbergEtwas überpünktlich zum Welttoilettentag am 19. November fasst ScienceNow eine Untersuchung zusammen, die das bislang ungenutzte Potenzial menschlicher Ausscheidungen beleuchtet. Für ihre Machbarkeitsstudie hatten Experten des UNO-INWEH – eines Thinktanks der Vereinten Nationen für Fragen rund um Umwelt, Gesundheit und sauberes Wasser – Erfahrungen aus Afrika analysiert und abgeschätzt, wie in Entwicklungsländern durch Recycling aus Fäkalien Energie gewonnen werden könnte.

Unter dem Strich, schätzen die UN-Mitarbeiter, könnte man gut und gerne 8,5 Millionen Tonnen Kohlebriketts mit Fäkalien ersetzen und Naturgas im Wert von knapp 343 Millionen Euro produzieren. Auf diese Werte kommen die Analysten durch das Hochrechnen von Daten, die in Slums von Kampala in Uganda gesammelt wurden. Dort wie in vielen anderen sehr armen Regionen der Welt fehlen Sanitäreinrichtungen völlig: Fäkalien werden bestenfalls in offenen Gräben wegspült, der Zugang zu sauberem Wasser fehlt oft ganz.

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Würden hier – und weltweit – die Fäkalien in Latrinen gesammelt und in speziellen Öfen bei 300 Grad behandelt, so ließen sich Dung-Briketts mit annähernd ähnlichem Energiegehalt wie Kohle produzieren. Alternativ oder zusätzlich könnte der Ansatz mit Methanbakterien unter Luftabschluss auch vergast werden: Allein damit, so rechnen die Forscher hoch, könne man Energie für die Versorgung von 10 bis 18 Millionen Haushalten erzeugen, wenn die Maßnahmen weltweit in betroffenen Regionen ohne Sanitäreinrichtungen durchgeführt würden.

Die Investitions- und Baukosten für solche Einrichtungen könnten sich durch das Fäkalrecycling und die Energiegewinnung in wenigen Jahren wieder einspielen, rechnen die UN-Experten vor. Dabei sind die Gesundheitskosten, die durch die verbesserte Hygiene eingespart werden, noch nicht einmal eingerechnet.

Von

Jan Osterkamp

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