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31.03.2011

12:09 Uhr

Energie-Effizienz

Vollständiger Umstieg auf erneuerbare Energien ist möglich

VonHans-Jörg Bullinger

ExklusivEs reicht nicht aus, allein auf erneuerbare Energien zu setzen - wir müssen Energie auch effizienter nutzen. Ein Kommentar von Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft.

Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer Gesellschaft. Quelle: PR

Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer Gesellschaft.

ErlangenDie aktuelle Neubewertung der Brückentechnologie Atomkraft zwingt uns, den Ausbau der erneuerbaren Energien zu beschleunigen. Sogar ein vollständiger Umstieg auf erneuerbare Energien ist möglich, wenn dies systematisch und konsequent vorangetrieben wird. Dabei kommt es nicht allein auf die Erzeugung von Energie an, wir müssen das Gesamtsystem betrachten und neue Speicher und intelligente Netze entwickeln, vor allem aber auch den Verbrauch reduzieren. Wir haben unsere Forschungskapazitäten auf diese Herausforderungen ausgerichtet und arbeiten intensiv an Lösungen.

In diesem Jahrzehnt wird ein Umbruch bei Versorgung, Verbrauch, Speicherung und Verteilung von Energie stattfinden. Windräder, Solarparks und Blockheizkraftwerke werden zunehmend die Rolle konventioneller Energieträger übernehmen. Dabei leisten erneuerbare Energien nicht nur einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Deutschen Unternehmen bietet sich hier die Chance, im globalen Wettbewerb Spitzenpositionen zu erreichen. Wir haben weltweit einen guten Vorsprung.
Damit aber ein Umstieg auf regenerative Energien gelingt, sind Informationen und Diskussionen notwendig - mit Bürgern, Unternehmen und Energieversorgern. Denn sind beispielsweise die Bürger immer noch für Strom aus Wind und Sonne, wenn bei ihnen vor der Haustür eine neue Überlandleitung oder ein Windpark angelegt werden sollen? Hier gilt es, ein stärkeres Bewusstsein dafür zu schaffen, welche Vorteile die Schonung von Ressourcen bietet.

Es reicht nicht aus, allein auf erneuerbare Energien zu setzen. Wir müssen die Energie auch sehr viel effizienter als bisher nutzen. Der beste Weg, Energiekosten nicht weiter steigen zu lassen, sind ein ressourcenschonender Einsatz sowie ein sparsamer Umgang mit Energie. Mehr Licht, mehr Leistung, mehr Wärme aus einer Kilowattstunde Strom oder einem Liter Öl herauszuholen ist nicht nur für einzelne Haushalte oder Betriebe lukrativ, auch die Volkswirtschaft profitiert davon. Denn durch mehr Energieeffizienz und einen nachhaltigen Energiemix lassen sich die Abhängigkeit von Importen und der Ausstoß des Treibhausgases CO2 deutlich senken. Mittelfristig lassen sich in der industriellen Produktion bis zu 30 Prozent Energie einsparen. Das macht 210 Petajoule pro Jahr aus und entspricht etwa der Hälfte des Stromverbrauchs der privaten Haushalte in Deutschland oder der Leistung von vier Kraftwerken mit je 1,4 Gigawatt Leistung.

Kommentare (5)

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wolle

31.03.2011, 15:00 Uhr

Ein gelungener Artikel, der den richtigen Weg aufzeigt und sich wohltuend vom Unsinn, den Herr Sinn an anderer Stelle im Blatt erzählt, abhebt. (Ich kann mir schon denken, warum sich der Artikel des Herrn Sinn nicht kommentieren lässt).

wolle

Alfred_H

31.03.2011, 19:21 Uhr

"...bestimmen die Materialkosten maßgeblich den Preis des Endprodukts. In dem verarbeitenden Gewerbe entfielen beispielsweise ... allein 45 Prozent der Herstellungskosten auf den Materialverbrauch."

Ja dann sollten wir doch einfach auf das Material verzichten. Wenn wir keine Rohmaterialien mehr einkaufen, verarbeiten und wieder verkaufen, sparen wir Material-, Energie- und Lohnkosten. Wir verschwenden zu viel. Lasst uns Autos aus Papier bauen und Häuser aus Schilf. Das spart Energie bei der Verarbeitung. Lasst uns laut über Massensuizid nachdenken. Das Problem mit dem Energieverbrauch ist gelöst und es wird ab sofort kein CO2 mehr vom Menschen produziert. Nur noch von den Tieren. Aber die dürfen das. Sie können ja nichts dafür. Vollständiger Umstieg auf die sogenannten Erneuerbaren Energien ist möglich. Wind und Sonne werden bald vom Menschen handgemacht und stehen dann immer zur Verfügung. Vielleicht schon in Hundert Jahren. Wenn es doch nicht klappt, können wir ja immernoch Nahrungsmittel verbrennen, um Energie zu erzeugen.

skysegel

01.04.2011, 00:11 Uhr

.... Lasst uns laut über Massensuizid nachdenken. Das Problem mit dem Energieverbrauch ist gelöst und es wird ab sofort kein CO2 mehr vom Menschen.... würde ich jedem empfehlen der so denkt. Einfach weiter so läuft im übrigen auf das selbe raus!!!

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