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02.02.2009

08:55 Uhr

Energietechnik

Rechenzentren beheizen Schwimmbäder

VonChristian Buck

Rechenpower kostet Strom – und damit Geld. Abwärme lässt sich dabei nicht komplett vermeiden. Im IBM-Forschungslabor in Zürich recyceln die Techniker das Abfallprodukt. Im benachbarten Schwimmbad sorgt es für angenehme Temperaturen im Becken.

Warmes Wasser dank Rechenpower - in Zürich arbeiten IBM-Entwickler an dieser Form des Abwärme-Recyclings. Foto: dpa dpa

Warmes Wasser dank Rechenpower - in Zürich arbeiten IBM-Entwickler an dieser Form des Abwärme-Recyclings. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Rechenpower kostet Strom – und damit Geld. Diese Gleichung ist spätestens seit dem Anstieg der Energiepreise in den vergangenen Jahren bei den Betreibern von Rechenzentren angekommen. Einsparpotenziale gibt es genug: Oft können die Unternehmen schon mit einfachen Umbauten – etwa durch die Verbesserung der Luftströme – zehn bis 15 Prozent der Kosten einsparen.

Doch auch die Steigerung der Effizienz stößt an Grenzen – denn Abwärme lässt sich nicht komplett vermeiden. Im IBM-Forschungslabor in Zürich recyceln die Techniker daher das Abfallprodukt: „Wir nutzen die Abwärme aus einem Rechenzentrum, um ein benachbartes Schwimmbad zu heizen“, sagt Thomas Tauer, Experte für grüne Rechenzentren bei IBM Deutschland. „Das Kühlmittel gibt über einen Wärmetauscher Energie an das Wasser ab, das zum Schwimmbad geleitet wird.“ Dort sorgt es für angenehme Temperaturen im Schwimmbecken.

Das Rechenzentrum arbeitet mit Direktverdampfern, die bei kleineren Anlagen sinnvoll sind. Bei größeren Varianten kommt effizientere Kühltechnik zum Einsatz. In Zürich verfolgen die Forscher nun ein Projekt, bei dem nicht Luft, sondern Wasser die Mikroprozessoren in den Servern kühlt. „Wasser ist ein besseres Kühlmedium und verbessert die Effizienz der Server um 40 Prozent“, sagt Tauer.

Für die Kühlung und die Lebensdauer der Elektronik bedeutet das keine Nachteile. Die heißen Rechner erwärmen das Wasser auf 55 bis 60 Grad. Das ist ausreichend, um Energie ins Fernwärmenetz abzugeben oder die Gebäudeheizung zu unterstützen. „So können 50 bis 75 Prozent der ansonsten ungenutzten Energie verwendet werden“, sagt Tauer. Derzeit ist die Technik allerdings erst im Versuchsstadium – bis zur kommerziellen Anwendung wird es daher noch etwas dauern.

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