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14.02.2012

07:51 Uhr

Energiewende

Das Ruhrgebiet im Sparmodus

VonIngmar Höhmann

Bottrop hat ein Ziel und da müssen selbst die Kleinsten mithelfen: Die Stadt will Modellstadt für den Klimaschutz werden. Doch mit Bürgerbeteiligung allein ist es nicht getan.

Die Abwärme der Kokerei Prosper soll bald Schulen beheizen. ZBSP

Die Abwärme der Kokerei Prosper soll bald Schulen beheizen.

KölnSchon die Kinder lernen in Bottrop Energiesparen. Vor der Wagenfeldschule steht eine neuartige Gaswärmepumpe des Herstellers Buderus - neben dem Gas liefern auch erneuerbare Energien Wärme. Der CO2-Ausstoß liegt um 30 Prozent niedriger als bei herkömmlichen Heizungen. Das senke außerdem Kosten, sagt Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler. "Der Haushalt wird entlastet, weil wir die Schule deutlich günstiger beheizen können als vorher."

Die Installation ist nur eines von mehr als 100 Projekten, mit denen Bottrop bis 2020 den Energiebedarf halbieren will. Mit diesem Anspruch hat die Stadt Ende 2010 einen Wettbewerb des Initiativkreises Ruhr gewonnen. Die Stadt nennt sich seitdem "Innovation City Ruhr" und will Modellstadt für den Klimaschutz werden.

Die Liste der Vorhaben ist lang: So soll die Abwärme der Kokerei Prosper bald Schulen beheizen, ein Krankenhaus wird energetisch saniert und eine energieautarke Kläranlage entsteht ebenfalls. Die Industrie will unterstützen: Eon, RAG und Evonik schieben in Bottrop Projekte an - etwa ein CO2-Forschungszentrum oder Minianlagen für Kraft-Wärme-Kopplung.

Auch bei den Investitionen ist Bottrop ambitioniert gestartet. Von 2,8 Milliarden Euro war anfangs die Rede. Nun soll es laut Managementgesellschaft "deutlich weniger" werden. Manfred Fischedick, Vizepräsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie, spricht von einer Erwartungshaltung, die nicht realistisch gewesen sei. "Zunächst musste die Stadt Strukturen aufbauen und die kritische Masse an Projekten erreichen - das ist jetzt geschehen." Die Innovation City müsse nun schnell einen Masterplan erstellen und die Bürgerbeteiligung sicherstellen.

Kommentare (4)

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vandale

14.02.2012, 08:16 Uhr

Das Ruhrgebiet hatte seinen Höhepunkt in den 50er Jahren und davor als Energiezentrale Europas und Sitz energieintensiver Betriebe. Mit der mangelnden Wirtschaftlichkeit der Ruhrkohle ging diese Bedeutung verloren. Das Waldsterben mit der BIMSCH hat diesen Prozess beschleunigt. Die aktuelle "Oekokatastrophe" einer CO2 Klimahölle wird, sofern man dem nicht Einhalt gebietet, dazu führen, dass Deutschland in einigen Jahren keine energieintensiven Betriebe mehr beherbergt.

Anstatt Gegenzusteuern, Ansiedlung anderer Branchen, Entwicklung der Untertagevergasung der noch vorhandenen 50 Mrd. to Kohle, Kernenergie, gibt man sich einer fundamentalistischen Oekoreligion hin. Man will Wohnungen wie jenseits des Polarkreises isolieren gleichwohl es gem. dieser Religion (Klimaerwärmung) keine Winter mehr gibt, subventioniert kleine Kraftwärmekopplungsanlagen.

Vandale

Account gelöscht!

14.02.2012, 08:35 Uhr

Sinnvoller wären Geothermiekraftwerke, sie bringen Energie und Wärme und erzielen einen deutlich höheren Wirkungsgrad als Solaranlagen. Letztere in Deutschland aufzubauen halte ich sowieso für mehr als fraglich. Man sollte die genutzten Technologien auch den regionalen Gegebenheiten anpassen und da bietet sich Geothermie für Deutschland am meisten an.

Account gelöscht!

14.02.2012, 14:46 Uhr

Fossile Kraftwerke in Deutschland haben einen mittleren Wirkungsgrad von nicht einmal 40%. Unser reiches Deutschland haut damit beim Schuldenstand von 2 Bill.€ 60% der Energie und des Geldes zum Fenster raus. Bei der Stromherstellung mit der Kraftwärmekopplung wird in der Heizperiode dagegen fast Brennwertnutzen erreicht und somit die Energie nahezu zu 100% ausgenutzt. Allerdings darf hier darauf hingewiesen werden, dass eine solche Zusatzheizung -Auslegung auf 30% der Heizlast- vor allem in Hausgruppen und Mehrfamilienhäusern preiswert und lukrativ ist. Teure Einzelhausanlagen wie sie jetzt auf den Markt schwemmen sind mit Vorsicht zu genießen.
Es sollte hier aber auch auf verstärkt auf Wärmepumpen mit Erdwärmesondenanlagen hingewiesen werden. NRW ist durch den geologischen Dienst NRW bestens untersucht um im Vorfeld eine wirtschaftliche Umsetzung abzuschätzen. Mit einer Wärmepumpe lässt sich dann auch überschüssige Energie aus Photovoltaik und Windrädern in Form von Wärme umwandeln, einspeichern und bedarfsgerecht dem Verbraucher zuführen. Lieber Vandale, vielleicht stecken hinter der „fundamentalistischen Oekoreligion“ doch einfach nur die hohen Priester der Wirtschaftlichkeit.

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