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15.07.2012

11:06 Uhr

EPEAT

Apple kehrt zum Umweltsiegel zurück

Die EPEAT, eine Non-Profit-Organisation mit Sitz in Portland, Oregon, entgeht einem schweren Imageschaden und Bedeutungsverlust, der mit dem Ausstieg Apples einhergegangen wäre. Und der IT-Konzern gelobt Besserung.

Ein iPad3: Apple will nach Informationen aus Branchenkreisen noch in diesem Jahr eine kleinere Version seines Tablet-Computers auf den Markt bringen. dpa

Ein iPad3: Apple will nach Informationen aus Branchenkreisen noch in diesem Jahr eine kleinere Version seines Tablet-Computers auf den Markt bringen.

San Francisco„Ich habe eingesehen, da haben wir einen Fehler gemacht“. Der scheidende Hardware-Chef von Apple entschuldigte sich am Wochenende für den Rückzug des IT-Konzerns vom Umweltsiegel EPEAT. Mit sofortiger Wirkung seien alle Apple-Produkte, die die Kriterien des amerikanischen Umweltschutz-Verbandes erfüllen, wieder gelistet. Beide Seiten sind jetzt um Schadensbegrenzung bemüht. Man wolle gemeinsam an einer Weiterentwicklung der Bewertungsstandards arbeiten, beteuern Apple und Verband.

In einem offenen Brief reagierte der Kultkonzern aus dem kalifornischen Cupertino am Wochenende auf die offenbar zahlreich bei ihm eingegangenen Beschwerden. „Wir haben von vielen loyalen Apple-Kunden gehört, dass sie von der Entscheidung enttäuscht waren unsere Produkte aus dem Rating zu nehmen“, so Mansfield. Das EPEAT-Rating bewertet unter anderem, wie einfach und effizient Elektronikprodukte nach Gebrauch zerlegt und einem Recycling zugeführt werden können. Beim neuen MacBook-Pro mit Retina-Display ist der Akku fest mit dem Alu-Gehäuse verklebt, was eine Trennung der hochgiftigen Akkus zum Recycling extrem aufwändig bis unmöglich macht.

Obwohl Apple keine Begründung für seinen Ausstieg aus dem Umweltsiegel gegeben hatte, sehen viele Beobachter hier den Grund: Apple werde in Zukunft mehr Produkte designen, die nicht mehr den Anforderungen des Verbandes genügen werden, der von großen Elektronikherstellern gegründet und den US-Behörden unterstützt wird. Viele Städte, wie etwa San Francisco, können für ihre Verwaltung keine Produkte erwerben, die nicht nach EPEAT bewertet sind, auch Universitäten und Großunternehmen wie Ford setzen auf diesen Standard.

„Wir freuen uns mitteilen zu können, dass alle zuvor registrierten und zahlreiche neue Apple-Produkte zurück im Rating sind“, erklärte Robert Frisbee, CEO von von EPEAT. Frisbee hatte zuvor in einem Zeitungsbeitrag Zweifel geäußert, ob das MacBook mit verklebtem Akku die Anforderungen erfüllen könne. Jetzt erklärte er, man freue sich auf „Apples starke und kreative Mithilfe bei der Entwicklung neuer Standards“, die sowohl Design als auch Nachhaltigkeit belohnen.

Die Beilegung des öffentlichkeitswirksamen Streits ist für beide Seiten ein Gewinn. Apple macht vor allem mit Universitäten und Schulen ein gutes Geschäft und steigt gerade groß mit seinem iPad ins Schulbuchgeschäft ein. Die EPEAT bewertet derzeit noch keine Tablet-PCs wie das iPad oder Googles neues Nexus 7, aber bei einem Totalausstieg hätte Apple bei der künftigen Formulierung der Standards für diese Geräteklasse nicht mehr mitreden können.

Die EPEAT, eine Non-Profit-Organisation mit Sitz in Portland, Oregon, entgeht einem schweren Imageschaden und Bedeutungsverlust, der mit dem Ausstieg Apples einhergegangen wäre. Im schlimmsten Falle hätte Unternehmen oder Behörden ihre Beschaffungsregeln so angepasst, dass Apple-Produkte wieder erlaubt wären. Derzeit lassen 49 Hersteller ihre Produkte weltweit bewerten, in den USA sind es 30.

Das kritisierte neue MacBook Pro ist ebenfalls jetzt mit einer „Gold“-Auszeichnung für höchste Umweltverträglichkeit bei der EPEAT gelistet. Allerdings wird die erste Listung im Register durch die Unternehmen, in diesem Falle Apple, vorgenommen. Erst ein nachträglicher Test durch den Verband bestätigt oder widerruft die Selbsteinschätzung. Die Überprüfung des Laptops werde wegen der aktuellen Ereignisse schnell vorgenommen werden, so Verbandschef Frisbee.

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