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02.04.2012

04:49 Uhr

Erdbebengefahr

Japan warnt vor 35-Meter-Welle bei neuem Fukushima

Japans Regierung ist im Dilemma. Sie will sich über ein Jahr nach Fukushima zwar vom teuren Importstrom lösen und wieder eigenen produzieren. Doch die Angst vor Erdbeben bleibt groß - und dies offenbar berechtigt.

In Japan bleibt die Angst vor einem Erdbeben wie diesem, das im März 2011 einen zerstörerischen Tsunami ausgelöst hat. dapd

In Japan bleibt die Angst vor einem Erdbeben wie diesem, das im März 2011 einen zerstörerischen Tsunami ausgelöst hat.

TokioGut ein Jahr nach der Atomkatastrophe in Japan schüren zwei neue Studien Zweifel an der Sicherheit der Nuklearreaktoren des Landes. Die von der Tokioter Regierung in Auftrag gegebenen Untersuchungen ergaben Medienberichten vom Wochenende zufolge, dass Japan nicht ausreichend gegen neue Erdbeben und Tsunamis geschützt sein könnte.

Dies dürfte der Diskussion um die Zukunft von Japans 54 Atomkraftwerken neue Nahrung geben. Bis auf einen Meiler sind derzeit alle vom Netz - aus Furcht vor Katastrophen wie der von Fukushima im März 2011.

Die Regierung ist wegen kostspieliger Treibstoff-Importe unter finanziellem Druck und will zumindest einige AKWs möglichst bald wieder anschalten. Einer Studie zufolge könnten bei einem Erdbeben des Ausmaßes von März 2011 bis zu 34 Meter hohe Wellen auf die Küsten prallen.

Bisher waren die Behörden von höchstens 20 Meter hohen Wellen ausgegangen. „Mit den jetzt vorhandenen Dämmen könnten wir einen massiven Tsunami nicht beherrschen“, räumte Katastrophenschutzminister Masaharu Nakagawa ein.

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Jüngste Erdbebenprognosen haben die alte Angst vor einem Mega-Erdbeben in Tokio neu belebt. Die Folgen einer solchen Katastrophe würden die des Bebens vor einem Jahr in Nordost-Japan um ein Vielfaches übertreffen.

Eine zweiten Studie ergab, dass die direkten Auswirkungen schwerer Erdbeben bisher unterschätzt wurden - so bei einem Beben der Stärke 7,3 nahe der Hauptstadt Tokio. Die Untersuchungen ergaben demnach, dass die als Zentrum eines Bebens identifizierten tektonischen Platten zehn Kilometer höher im Erdinneren liegen als bisher angenommen.

Die Regierung schätzt die Wahrscheinlichkeit eines Bebens der Stärke 7,3 nördlich von Tokio in den nächsten drei Jahrzehnten auf 70 Prozent. Sie geht in einem solchen Fall von rund 11.000 Toten und 850.000 zerstörten Gebäuden aus.

Von

rtr

Kommentare (13)

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contercraft

02.04.2012, 07:37 Uhr

Die Zukunft wird Zeigen das diese Katastrophe bedeutend
schlimmer war, wie es heute ersichtlich ist.

Account gelöscht!

02.04.2012, 08:49 Uhr

Analysiert man die Berichterstattung und Nachauswertung des Nuklearunfalls in Fukushima, dann stellt man ein permanentes Bemühen fest, die tatsächlichen oder teilweise regelrecht hinzuphantasierten Ereignisse so aufzubereiten, daß sie in die deutsche Ausstiegshysterie passen. Beispiel: die Verlagerung des Fokus weg vom Tsunami (in Deutschland ausgeschlossen) hin auf das Beben (in Deutschland nur in geringer Stärke denkbar). In Japan sind dauernd Erdbeben, und nie hat eines davon einen der damals 54 Reaktorblocks ernsthaft beschädigt. Aber am 11. März 2011 wurden von 18 Hochspannungsleitungen zu den vier am stärksten betroffenen Kernkraftwerken (Fukushima I und II, Onagawa, Tokai II) alle bis auf drei unterbrochen. Außerdem brach durch das große Beben ein Staudamm, und zwei Raffinerien gingen in Flammen auf. In Fukushima I havarierten 4 Reaktorblocks, weil die Anlage ungenügend geplant war und entscheidende Sicherheitseinrichtungen fehlten. Das haben wir in unserem Report zu dem Thema herausgearbeitet (www.ke-research.de/downloads/FukushimaDesaster.pdf). Die Erkenntnisse hinsichtlich des Unfallgeschehens lassen auf gravierende Unzulänglichkeiten in der japanischen Atomaufsicht schließen und das wiederum den Verdacht begründen, daß in anderen japanischen Kraftwerken ebenfalls Mängel vorliegen könnten. Japanische Sicherheitsexperten haben bei Besuchen in europäischen Kernkraftwerken inzwischen zugegeben, daß die Eskalation des Unfalls hin zu Kernschmelzen, Explosionen und Freisetzung von Radionukliden in Fukushima I nicht passiert wäre, wenn die bei uns übliche Sicherheitsrtechnik verfügbar gewesen wäre.

Die rationale Konsequenz ist die, die japanischen Anlagen schrittweise nachzurüsten und die abgeschalteten deutschen sofort wieder ans Netz zu lassen. Die Politik muß ihre Fehler korrigieren.

vandale

02.04.2012, 08:58 Uhr

Naturkatastrophen wird es immer geben. Sie kommen häufig anders als man denkt. Einen vollständigen Schutz kann es nicht geben auch wenn man die Kosten ins Unendliche steigert.
Im Falle des Erdbebens/Flutwelle vom 11.03.11 in Japan hätte man die Reaktorunfälle vermeiden können wenn die Kernkraftwerke analog Schweiz/Deutschland nachgerüstet gewesen wären, Kosten ca. 500 Mio. $, je Reaktor. Andererseits hätte man mit demselben Geld auch die Küstenstädte schützen können und damit wesentlich mehr Leid und Opfer vermeiden können. Die Auswirkungen der Reaktorunfälle waren abseits einer phantasievollen Medienberichterstattung im Deutschsprachigen Raum ziemlich begrenzt. 2 MA sind in der Flut ertrunken, 1 hatte sich überarbeitet, eine Fläche von der Grösse eines Deutschen Landkreises weist eine radioaktive Strahlung analog des Südschwarzwalds auf.

Sinnvoll ist es die vorhandenen Mittel intelligent und effizient einzusetzen.

Im Sinne der Kernreaktoren Japans sind die meisten neueren Reaktoren wesentlich besser geschützt als die alten nicht nachgerüsteten Schätzchen in Fukushima. Es macht Sinn die Gebäude mit Fluttüren auszustatten. Es macht Sinn die Notstromdiesel örtlich zu verteilen. Es macht Sinn die Elektrik besser vor Wasser zu schützen. Allerdings macht es wenig Sinn ein derartiges Kraftwerk gegen Flutwellen, oder Erdbeben beliebiger Höhe/Stärke zu schützen.

Sinnvoll ist es die Kernkraftwerke wieder in Betrieb zu nehmen und bei den Neubauten Auflagen entsprechend des geringen Risikopotentials zu machen.

Vandale

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