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30.11.2011

14:44 Uhr

Erneuerbare Energien

Der Strom kommt auf die Halde

VonGeorg Weishaupt

Die Stromproduktion bei Solaranlagen und Windrädern schwankt je nach Wetterlage beträchtlich. Neue Speichertechnik sollen Abhilfe verschaffen. Die Suche nach der besten Lösung macht Energieversorger erfinderisch.

Solarworld will überschüssigen Strom aus Wind- und Sonnenenergie speichern. dapd

Solarworld will überschüssigen Strom aus Wind- und Sonnenenergie speichern.

DüsseldorfLässig lehnt der Mann mit Cowboyhut an dem eckigen, gelben Kasten. Mit breitem, fast unverschämten Grinsen wirbt er für eine Batterie - die ist etwa halb so groß wie ein Kühlschrank. Larry Hagman, Darsteller des fiesen Öl-Magnaten J.R. Ewing in der Fernsehserie "Dallas", will private Haushalte dafür gewinnen, sich das Gerät in den Keller zu stellen.

Die Werbefigur des Bonner Unternehmens Solarworld soll dazu beitragen, die nächste Phase der Energiewende in Deutschland einzuleiten: Der überschüssige Strom aus Wind- und Sonnenenergie wird so lange gespeichert, bis er gebraucht wird. Die Speicher gleichen die großen Schwankungen bei der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien aus und machen diese so zu einem verlässlichen Partner im Energiemix mit konventionellen Kraftwerken.

Bis dahin haben die erneuerbaren Energien ein Problem. Zwar gibt es in Deutschland immer mehr Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen. Alleine im vergangenen Jahr kam die Rekordzahl von 7,4 Gigawatt bei den Solaranlagen hinzu. Außerdem wurden Windräder mit einer Leistung von 1,6 Gigawatt neu installiert. So kommen sie zusammen auf eine Kapazität von acht Atomkraftwerken. In der Nacht und bei einer Windflaute sinkt die Stromproduktion hingegen auf Null. Denn die Solaranlagen liefern nur tagsüber Strom, wenn denn auch die Sonne intensiv scheint.

Dafür aber produzieren die Anlagen tagsüber manchmal mehr Strom als gerade gebraucht wird und die Übertragungsnetze verkraften können. Alleine im vergangenen Jahr mussten die Netzbetreiber Windanlagen häufig abschalten, weil die Netze überlastet waren. Nach Angaben des Bundesverbands Windenergie wurden so bis zu 150 Gigawatt nicht genutzt. "Das sind alarmierende Werte. Hier geht wertvoller CO2-freier Strom verloren", kritisiert Verbandspräsident Hermann Albers.

Das soll sich ändern. "Das Speichern von Strom aus erneuerbarer Energie ist das zentrale Thema der kommenden Jahre", sagt Cornelius Pieper, Energieexperte der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG). Nur dann könne die Wende weg von den fossilen hin zu erneuerbaren Energien in Deutschland gelingen.

Solar- und Windkraftanlagen brauchen zum Ausgleich der Schwankungen immer mehr Speicherkapazität. Bis 2030 werde sich die Kapazität in Deutschland von zehn auf 19 Gigawatt nahezu verdoppeln, erwarten die Marktforscher von Trendresearch in einer neuen Studie. Darüber hinaus seien weitere 3,1 Gigawatt erforderlich, um die hohe Nachfrage bis 2030 zu decken, prognostiziert das Bremer Institut.

Kommentare (7)

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zarakthuul

30.11.2011, 15:12 Uhr

Das der Verbandspräsident der Windenergie angeblich CO2-freien Strom anpreist ist verständlich. Das das HB hier nicht nachhakt nicht.
Bei dem jetzigen Emissionshandel trägt die Windenergie zu Null Prozent zur Reduzierung der Treibhausgase bei. Jedes CO2-Zertifikat das in konventionellen Kraftwerken nicht benötigt wird, wird an andere Luftverschmutzer verkauft. Und genau gerechnet nimmt der CO2-Ausstoß durch die "erneuerbaren" Energien noch zu. Denn es muss alles redundant sein. "Erneuerbare" gehen nicht ohne konventionelle. Alles doppelt. Die Millionen Tonnen von Kupfer und Stahl haben sich ja auch nicht ohne CO2 hergestellt.

frank

30.11.2011, 18:50 Uhr

Bitte bitte bitte nicht immer Leistung und Energie wie wild durcheinander werfen. GW = Leistung, GWh = Energie. Es können nicht 150 GW verloren gehen, das ist eine sinnfreie Aussage. Genausowenig kann sich die Speicherkapazität auf 19 GW verdoppeln, da man nicht Leistung sondern nur Energie speichern kann...

Heini

30.11.2011, 20:34 Uhr

wie man sieht, überall Dilletanten am Werk. Leider bestimmen die die Richtung. Übrigens gibt es erneuerbare Energien überhaupt nicht. Auch so eine Verdummung. Aber wer versteht schon was von Physik bei den Schwätzern.

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