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28.09.2011

11:56 Uhr

Erneuerbare Energien

Deutschland sucht den Super-Akku

VonIngmar Höhmann

Der große Nachteil an erneuerbaren Energien ist, dass sie nicht zu jeder Zeit in gleichem Maße verfügbar sind. Speichertechnologien werden deshalb immer bedeutender. Doch noch suchen Experten nach der optimalen Technik.

Anlagen wie das Pumpspeicherkraftwerk Waldeck I werden zum Speichern der Energie in Zukunft kaum ausreichen. dpa/picture alliance

Anlagen wie das Pumpspeicherkraftwerk Waldeck I werden zum Speichern der Energie in Zukunft kaum ausreichen.

KölnFrüher ließen sich Politiker eher selten im Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik in Oberhausen blicken. Das hat sich geändert. Im Juli rückte gar die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Svenja Schulze an und ließ sie sich ein Testlabor für Redox-Flow-Batterien zeigen.

„Als wir vor sechs Jahren das Thema entdeckten, hat sich keiner dafür interessiert“, sagt Fraunhofer-Forscher Christian Dötsch. Jetzt gebe es jede Woche Anfragen von Unternehmen oder Journalisten. Dabei sind Redox-Flow-Batterien noch längst nicht markttauglich.

Doch der Ausstieg aus der Atomenergie stellt das Land vor eine neue Aufgabe: die Speicherung von Wind- und Solarstrom für die Tageszeiten, in denen die Luft stillsteht und die Sonne nicht scheint.

Deutschland sucht den Super-Akku – ein Megaprojekt. Der US-Marktforschung Pike Research zufolge werden in den nächsten zehn Jahren die Investitionen in Energiespeicher weltweit rund 85 Milliarden Euro erreichen. 50 Prozent des Speicherbedarfs entstehen durch die Notwendigkeit, den schwankenden Ökostrom besser ins Netz einzuspeisen. „Wir haben einen Wendepunkt erreicht“, sagt die Analystin Anissa Dehamna. „Der Markt ist jetzt reif: Versorger, Netzbetreiber und Ausrüster verstärken alle ihre Bemühungen, um neue Speicherlösungen zu finden.“

Nur eine Technik arbeitet bislang wirtschaftlich

Nirgends ist der Bedarf größer als in Deutschland, wo der Ausbau von Wind- und Solaranlagen alle Erwartungen übertrifft. Im ersten Halbjahr 2011 erzeugten die Erneuerbaren dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft zufolge erstmals mehr als 20 Prozent des Stroms. Die Bundesregierung hat daher jüngst 200 Millionen Euro für die „Förderinitiative Energiespeicher“ spendiert.

Die neuen Mittel sind auch nötig, denn bisher gibt es nur eine einzige wirtschaftliche Technologie: Pumpspeicherkraftwerke. Sie pumpen Wasser in ein höher gelegenes Becken. Lassen sie es abfließen, erzeugen Turbinen wieder Strom. Doch in Deutschland gibt es kaum geeignete Standorte.

Eine Alternative sind Druckluftspeicher. Sie nutzen Ökostrom, um Luft zu komprimieren und in Höhlen zu stauen. Strömt die Luft heraus, wandeln Turbinen den Druck wieder in Strom um. Diese Technik ließe sich in großem Maßstab in Norddeutschland realisieren, wo viele Salzkavernen vorhanden sind. Die Betreiber von Offshore-Windparks könnten sich zusammenschließen, um ihren Strom dort zu speichern.

Kommentare (8)

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pendler

28.09.2011, 12:22 Uhr

Es freut mich immer wieder, wenn unsere Generation doch noch Vertrauen in die Zukunft hat und sich nach det typisch dt. Art um eine schönere, reichere Zukunft bemüht.

Es würde uns außerordentlich freuen, wenn es damit dann gelingt, die Umweltkiller:

- Hybridfahrzeuge
- E-Fahrzeuge
- Bio-Treibstoff
- Bio-Lebensmittel

endlich in eine prktikable udn umweltschonenden Technik umzu switchen

VIEL ERFOLG, Deutschland

Hermann.12

28.09.2011, 13:30 Uhr

Es stellt sich die Frage, ob man nicht lieber auf dne Transport von Strom verzichtet und stattdessen z.b. wasserstoff direkt in die Haushalte transprtiert und dort nach Bedarf in Strom umwandelt.

Account gelöscht!

28.09.2011, 13:53 Uhr

@Pendler
wie sieht denn Ihre "prktikable udn umweltschonenden Technik" denn aus ?
Haben Sie was konkretes zum Thema.

Und warum sind Ihrer Meinung nach E-Fahrzeuge und Bio-Lebensmittel Umweltkiller. Das müssen Sie schon etwas genauer erläutern.Sonst ist Ihr Beitrag nichts weiter als verbale Umweltverschmutzung.

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