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30.10.2013

15:00 Uhr

Erneuerbare Energien

Fische profitieren von Offshore-Windparks

Offshore-Windparks lassen die Unterwasserwelt veröden, so ein oft gehörtes Argument von  Kritikern. Eine aktuelle Untersuchung aus dem Windpark Alpha Ventus zeigt: Das Gegenteil scheint der Fall zu sein.

Windparks haben offenbar nicht die befürchteten Folgen für die marinen Ökosysteme. dpa

Windparks haben offenbar nicht die befürchteten Folgen für die marinen Ökosysteme.

BerlinOffshore-Windparks hinterlassen keine öden Unterwasserwüsten – im Gegenteil: Am Windpark Alpha Ventus vor Borkum haben sich sogar zusätzliche Fischarten angesiedelt. Das geht aus fünf Jahren ökologischer Begleitforschung an dem Offshore-Testfeld hervor.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) präsentierte erste Ergebnisse der Untersuchung am Mittwoch in Berlin. Die Fische profitierten demnach vom Wegfall der Grundschleppnetzfischerei in dem Gebiet 15 Kilometer nordwestlich von Borkum in der Nordsee.

Die Fundamente der Offshore-Windenergieanlagen bilden künstliche Riffs, an denen sich Muscheln, Seeanemonen und Seelilien sowie Seesterne ansiedeln. Als Folge davon hat sich die Artenvielfalt insgesamt erhöht: Als neue Ansiedelungen traten etwa Seebull, Makrele und Leierfisch auf.

Zur Erfassung von Zahl und Artenvielfalt von Fischen setzten die Wissenschaftler erstmals besondere Fischecholote ein, die sie neben den Windenergieanlagen am Meeresboden aufstellten. So konnten sie nachweisen, dass befürchtete Folgen der Baumaßnahmen wie Verödung der Fauna oder Massenschlag bei Vögeln nicht eingetreten sind.

Vögel scheinen von den Bewegungen der Windräder und den Lichtern der Anlagen abgeschreckt zu werden. Das senkt das Kollisionsrisiko erheblich. Bei normalen Wetterlagen zeichneten die Geräte der Forscher keine Kollisionen auf. Ungeklärt ist noch die Kollisionsgefahr bei schweren Wetterlagen, die für die Vögel unerwartet auftreten.

Für Meeressäuger sind laut BSH vor allem die schallintensiven Rammungen während der Bauphase ein Problem - dann bleiben Schweinswale bis zu 20 Kilometer weit entfernt. Deshalb hat das BSH nun einen verbindlichen Grenzwert für den Rammschall festgelegt. Während des Normalbetriebs mieden die Meeressäuger die Anlagen dagegen nicht.

Kommentare (10)

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vandale

30.10.2013, 15:19 Uhr

Die Fische können in der Tat die toten Seevögel verspeisen und profitieren so von diesen Monumenten des ökologischen Glaubens.

Da weit draussen auf See keine Menschen leben sind die Fische die einzigen Lebewesen die man mit diesen Monumenten begeistern kann.

Vandale

HofmannM

30.10.2013, 15:33 Uhr

Wenn der erste Schiffstanker gegen eine Windmühle kracht wird es die Fische bestimmt hocherfreuen. Diese Meereswindmühlen sind Industrieanlagen, die man mal soeben 1000 fach in die Meereslandschaft betoniert. Das ist weder wirtschaftlich, noch ökologisch!
Und für die Fische erst recht kein Gewinn!

Mikk

30.10.2013, 15:37 Uhr

Lesen Sie die Artikel mittlerweile schon gar nicht mehr und setzen gleich einen Kommentar darunter?

Anders kann ich mir das Ergebnis der Studie und Ihrem Kommentar zu den toten Vögeln ect. schwer erklären. Oder klammern Sie sich an die Aussage, dass der Vogelschlag "[...]bei schweren Wetterlagen, die für die Vögel unerwartet auftreten." noch ungeklärt ist?

Sie sind gegen Erneuerbare Energien, schön und gut...aber so langsam gewinne ich den Eindruck Sie sind dagegen um dagegen zu sein...

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