Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.08.2011

08:00 Uhr

Erneuerbare Energien

Schwarmintelligenz macht Windräder effizienter

Quelle:Spektrum.de

US-Wissenschaftler wollen Windparks effizienter machen – und haben sich dafür Hering und Sardine als Vorbild genommen.

Herkömmliche Windparks benötigen viel Platz. US-Forscher arbeiten daher an Windrädern mit vertikalen Drehachsen. Quelle: dpa

Herkömmliche Windparks benötigen viel Platz. US-Forscher arbeiten daher an Windrädern mit vertikalen Drehachsen.

HeidelbergDie Windkraft gehört mittlerweile zu den effizientesten Formen alternativer Energieerzeugung, ihr Preis pro Kilowattstunde könnte bald schon mit jenen aus konventionellen Kraftwerken konkurrieren. Die nötigen Windparks benötigen jedoch verhältnismäßig viel Platz. Außerdem gefährden ihre Rotoren Vögel ebenso wie Fledermäuse und nerven Anwohner durch fliegende Schatten oder Geräusche.

Robert Whittlesey vom California Institute of Technology in Pasadena und seine Kollegen wollen diese Probleme nun umgehen, indem sie Windparks zukünftig nach dem Vorbild von Fischschwärmen aufbauen. Gleichzeitig machen sie die Anlagen noch effizienter – mehr Strom wird auf einer kleineren Fläche produziert, wie sie nun auf einer Testanlage demonstrieren konnten.

Als Vorbild dienten den Ingenieuren große Fischschwärme, wie sie Heringe oder Sardinen bilden. Die Individuen ordnen sich darin so ein, dass sie mit möglichst geringen Reibungsverlusten ihren Vortrieb optimieren. Während sie schwimmen, erzeugen die Tiere Wirbel, die hinter ihnen befindliche Artgenossen – bei entsprechend optimalem Abstand – nutzen, um sich ein wenig vorwärts ziehen zu lassen.

Whittleseys Team ordnete daher die einzelnen Windräder in seiner Anlage jeweils paarweise in relativ engem Abstand zueinander an, so dass jedes Paar seinen Nachbarn etwas Luft zufächelt und nur wenig Energie durch auftretende Turbulenzen verloren geht. Dieses System funktioniert allerdings nicht mit dem üblichen propellerartigen horizontalen Rotorendesign. Stattdessen besitzen diese Windräder vertikale Drehachsen, ihre Rotoren kreisen also um den Turm – was sie eigentlich weniger effizient macht, da der von der Seite eintreffende Wind nur ein Viertel des sich parallel zum Boden drehenden Rotors berührt. Bei Standardwindrädern beträgt dieser Anteil dagegen 50 Prozent.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Max

10.08.2011, 09:13 Uhr

Windkrafträder mit Nabenhöhen von mittlerweile 90m und mehr ändern außerdem Strömungsgeschwindigkeit und Richtung der kontinentalen Luftmassen. Atmosphärenforscher der University of Maryland haben vor Jahren auf diese Fogeerscheinung von großen Windparks aufmerksam gemacht. Sie prognostizierten Extremwetterlagen wie wir sie heute erleben.Die Auswirkung wurde als "Big Butterfly" Effekt bezeichnet

Kalle

10.08.2011, 12:57 Uhr

Aha, die Windräder werden also ihre Position verändern um optimal zu funktionieren. Hoffentlich stossen die dabei nicht zusammen. Die Schwarmintelligenz wird denen dann immer neu einprogrammiert und für jeden Windstoss neu berechnet.
Kranke Hirne, kranke Energiepolitik!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×