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09.03.2014

13:37 Uhr

Erneuter Treibhausgas-Anstieg

Deutschlands Klimaziele in Gefahr

Die Deutschen sehen sich gern als Vorreiter beim Klimaschutz. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Im vergangenen Jahr stieg hierzulande erneut der Ausstoß an Treibhausgasen.

Eine Mitarbeiterin des Potsdamer Instituts für Klimaforschung (PIK) erläutert an einer Computersimulation das Szenario der globalen Erwärmung zwischen den Jahren 1900 und 3000. dpa

Eine Mitarbeiterin des Potsdamer Instituts für Klimaforschung (PIK) erläutert an einer Computersimulation das Szenario der globalen Erwärmung zwischen den Jahren 1900 und 3000.

Berlin Deutschland hat 2013 trotz des Ökostromausbaus erneut mehr Treibhausgase ausgestoßen und setzt damit seine internationale Vorreiterrolle im Klimaschutz aufs Spiel. Im vergangenen Jahr wurden rund 951 Millionen Tonnen an klimaschädlichen Treibhausgasen in die Luft geblasen, ein Anstieg um 1,2 Prozent im Vergleich zu 2012. Das geht aus vorläufigen Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA) hervor, die der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag vorlagen.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) bestätigte die Zahlen und bewertete sie als besorgniserregenden Trend, weil im zweiten Jahr in Folge die Emissionen wieder zunahmen. „Wir haben einen Teil der bereits erreichten Treibhausgasminderungen wieder verspielt. Wir müssen jetzt alles daran setzen, den CO2-Ausstoß wieder zu senken“, sagte Hendricks der dpa.

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Der europäische Handel mit Verschmutzungsrechten, die Firmen zukaufen müssen, sollte deshalb schon 2016 und nicht erst 2020 reformiert werden. Der Preis der CO2-Papiere ist im Keller, weil es zu viele Zertifikate gibt. Das hat die Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohle angeheizt, während klimafreundliche Gaskraftwerke aus dem Markt gedrängt werden.

Der Kohlendioxid-Ausstoß (CO2) allein nahm 2013 um 1,5 Prozent zu - verantwortlich waren mehr Kohlestrom sowie der lange Winter, in dem auch mehr Gas und Öl zum Heizen gebraucht wurde.

Bereits im Januar war bekannt geworden, dass die Stromproduktion aus Braunkohle im vergangenen Jahr auf den höchsten Wert seit 1990 geklettert war. Nach vorläufigen Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen wurden mehr als 162 Milliarden Kilowattstunden Strom in Braunkohlekraftwerken erzeugt. 1990, als noch viele alte DDR-Anlagen liefen, waren es knapp 171 Milliarden gewesen.

Deutschland hat sich verpflichtet, im Jahr 2020 40 Prozent weniger Treibhausgase als 1990 auszustoßen. Nach den UBA-Zahlen wurden bisher nur 23,8 Prozent Minderung erreicht. Dass der Treibhausgas-Anstieg insgesamt mit 1,2 Prozent trotz des Kohlebooms vergleichsweise moderat ausfiel, lag am Ökostrom, der inzwischen einen Anteil von knapp 25 Prozent hat.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

10.03.2014, 08:24 Uhr

Das Klimaziel der Bundeskanzlerin ist wie so vieles eine leere Worthülse, eine Phrase. Derzeit brummen in Deutschland die schmutzigen Kohlekraftwerke wie noch nie,auch noch subventioniert durch die ÖKO Umlage der Verbraucher. Dieser schmutzige Strom aus den Kraftwerken in NRW udn Brandenburg überschwemmt den europäischen Strommarkt und soll mit der sündteuren, von den Steurzahlern finanzierten, Stromtrassen quer durch die Republik geschickt werden.

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10.03.2014, 09:18 Uhr

Die Grünen Ideologen müssen sich jetzt schon langsam mal entscheiden...entweder weiter an den menschenlichen CO2-Klimaerwärmungs Gott glauben und die Kohlekraftwerke durch die CO2 armen Kernkraftwerke ersetzen oder den menschlich geworden CO2-Klimaerwärmungsgott vergrämen...Grünsozialistische Heuchelei und Lug und Trug bleibt es so oder so!

Account gelöscht!

10.03.2014, 13:32 Uhr

Wann wird das Handelsblatt endlich aufhören, sich als Sprechblasenkanal des grünen Obrigkeitsstaates mißbrauchen zu lassen?

Wer das Wort "Klimaziel" benutzt, ohne es durch Anführungszeichen oder ironischen Kontext als Unsinn zu markieren, wird irgendwann im Abseits stehen. Denn "Klima" ist nur eine Statistik von Wetterdaten. "Klimaziele" haben mit dem Wetter aber überhaupt nichts zu tun, sondern betreffen offizielle Daten über den CO2-Ausstoß, von dem entgegen der wissenschaftlichen Beweislage steif und fest behauptet wird, es hätte auf das "Klima" (also auf die Statistik) Einfluß, auf das Wetter selbst aber nicht.

Die gesamte Klima-Thematik und den AgitProp-Apparat, der inzwischen in Deutschland aufgebaut wurde, wird in dem Report "Energiepolitik im Konzeptnebel" beleuchtet.

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