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25.08.2015

19:38 Uhr

Folgen des Klimawandels

Bundesregierung erwartet mehr Tote

Was bedeutet der Klimawandel für die Gesundheit der Menschen in Deutschland? Für viele könnten verstärkte Hitzewellen zunehmend zur tödlichen Gefahr werden – vor allem bei vorbelastenden Krankheiten.

Länger andauernde Phasen von Hitzebelastung können zu einer Erhöhung der Sterblichkeit führen. dpa

Sonnenuntergang in Berlin

Länger andauernde Phasen von Hitzebelastung können zu einer Erhöhung der Sterblichkeit führen.

BerlinGesundheitsprobleme und sogar Todesfälle dürften nach Angaben der Bundesregierung infolge des Klimawandels in Deutschland zunehmen. Der bis zum Ende des 21. Jahrhunderts zu erwartende Anstieg von Hitzewellen könne zu einem häufigeren Auftreten von gesundheitlichen Beschwerden führen, heißt es in einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion. Sie lag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor, zunächst zitierte der „Donaukurier“ (Dienstag) daraus.

Das Ministerium verweist unter anderem auf eine aktuelle Studie des Deutschen Wetterdienstes (DWD), wonach länger andauernde Phasen von Hitzebelastung zu einer Erhöhung der Sterblichkeit führen könnten. „Schon in der ersten Dekade des Jahrhunderts stieg die Zahl der Todesfälle während Hitzewellen infolge koronarer Herzkrankheiten an“, so die Regierung. Dabei fehlt dem Herzen wegen verstopfter Blutgefäße Sauerstoff, ein Teil des Herzmuskels stirbt ab.

Bis zum Ende des Jahrhunderts rechnete der DWD „mit einer um den Faktor 3 bis 5 erhöhten Todesrate“. Der DWD geht bei seiner Erhebung von regionalen Klimamodellen auf Basis eines offiziellen Treibhausgasszenarios des UN-Klimarats IPCC aus.

Die wichtigsten Schlagworte zum Klimawandel

Globale Erwärmung

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist die Temperatur auf der Erde um gut 0,8 Grad Celsius angestiegen. Das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts (von 2001 bis 2010) war nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie das heißeste seit 1881 - im Durchschnitt betrug die Temperatur 14,47 Grad an der Land- und Meeresoberfläche und damit 0,47 Grad mehr als im Durchschnitt zwischen 1961 und 1990.

Anstieg des Meeresspiegels

Der Anstieg des Meeresspiegels hat sich in den vergangenen 20 Jahren beschleunigt. Laut dem IPCC-Bericht von 2007 dürfte der Meeresspiegel bis zum Endes dieses Jahrhunderts um zwischen 18 und 59 Zentimeter ansteigen. Im neuen Bericht dürfte diese Zahl angehoben werden. Studien zufolge geht der Anstieg zu rund einem Drittel darauf zurück, dass sich das Wasser bei zunehmender Wärme ausdehnt, zu einem weiteren Drittel auf das Schmelzen von Gletschern und zu etwas weniger als einem Drittel auf das Abschmelzen der Eiskappen in Grönland und der Antarktis.

Eisschmelze

Die Arktis erlebte im vergangenen Jahr eine Rekord-Eisschmelze. Laut der US-Behörde für Ozeanologie und Atmosphärenforschung (NOAA) verkleinerte sich die Eisfläche in der Arktis 2012 auf 3,41 Millionen Quadratkilometer. Das ist die kleinste Fläche seit Beginn der Satelliten-Beobachtung der Region vor 34 Jahren und 18 Prozent weniger als der bisherige Niedrigrekord aus dem Jahr 2007. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Gewässer rund um den Nordpol bis 2050 im Sommer eisfrei sein könnten.

Gletscherschwund

Bei Gebirgsgletschern wird weltweit eine starke Eisschmelze beobachtet, etwa im Himalaya-Gebirge oder in den südamerikanischen Anden. Die Gletscher der Pyrenäen zwischen Frankreich und Spanien könnten bis 2050 ganz verschwunden sein.

Extreme Wetterphänomene

In einem Sonderbericht hatte der Weltklimarat IPCC im November 2011 festgehalten, dass es im Zuge der Erderwärmung zu einer Zunahme extremer Wetterphänomene wie heftiger Regenfälle, Hitzewellen und Dürreperioden gekommen ist und diese Entwicklung anhalten wird. 2012 wurden laut eine Untersuchung etwa die Hälfte aller Extremwetterphänomene durch den Klimawandel verstärkt.

Artensterben

Unter einem weiteren Temperaturanstieg wird auch die Tier- und Pflanzenwelt leiden. Ein Anstieg zwischen 1,5 und 2,4 Grad im Vergleich zu den 20 letzten Jahren des 20. Jahrhunderts würde dafür sorgen, dass 20 bis 30 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht würden.

Zwei-Grad-Ziel

Internationales Ziel ist es, den Temperaturanstieg bis zum Ende dieses Jahrhunderts auf zwei Grad zu beschränken. Laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen wird der Anstieg aber zwischen drei und fünf Grad betragen, wenn es bei den bisherigen Bemühungen zur Reduzierung von Treibhausgasen bleibt.

Climategate

Im November 2009 drangen Hacker in die Computer des Klimaforschungszentrums der University of East Anglia ein, stahlen mehrere tausend Dokumente und veröffentlichten sie im Internet als angebliche Belege für wissenschaftliches Fehlverhalten der Klimaforscher. Mehrere Untersuchungen unabhängiger Institutionen konnten allerdings keine Hinweise auf ein solches Fehlverhalten nachweisen.

Unmittelbar könnten Hitzekrämpfe, -ohnmacht, -erschöpfung und Hitzschlag zunehmen, so das Ministerium unter Berufung auf das Robert Koch-Institut. Zu schaffen machen könne die Entwicklung vor allem Menschen mit Herz-Kreislauf- oder Atemwegs-Erkrankungen. Unter anderem könne auch das Hautkrebsrisiko steigen.

Die Grünen-Abgeordneten Annalena Baerbock und Kordula Schulz-Asche forderten als Konsequenzen unter anderem mehr auf die Klimarisiken bezogene Gesundheitsforschung sowie stärkere Aufklärung von Risikogruppen. Die Prognosen zeigten zudem, wie wichtig ein Erfolg der UN-Klimakonferenz in Paris sei. Im Dezember soll hier ein Weltklimavertrag vereinbart werden.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Frau Ich Kritisch

25.08.2015, 19:50 Uhr

mehr alte Leute + mehr Hitze = mehr Tote

aber

mehr alte Leute = mehr Tote

auch ohne Hitzewelle ist mit mehr Toten zu rechnen weil es mehr Alte gibt ...

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