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12.06.2017

15:28 Uhr

Folgen des Klimawandels

Eisbären auf dem Laufband

Wegen der Erderwärmung bewegt sich das Packeis vor Alaska immer schneller. Das macht den ohnehin bedrohten Eisbären zusätzlich zu schaffen. Denn sie müssen gegen die Drift laufen, um in ihrer kalten Heimat zu bleiben.

Der Klimawandel zwingt die Tiere dazu, immer in Bewegung zu bleiben. AP

Eisbären unter Druck

Der Klimawandel zwingt die Tiere dazu, immer in Bewegung zu bleiben.

AnchorageDer Umweltwissenschaftler George Durner vergleicht die Lage der Eisbären am Nordpol mit einem immer schneller werdenden Laufband. Die Geschwindigkeit nehme zu, da das Meereis infolge des Klimawandels dünner und brüchiger werde und sich schneller bewege, erklärt der Forscher vom Geologischen Dienst der USA.

In einer Studie beschäftigte sich Durner mit den Folgen für die Eisbären. Das Ergebnis: Die ohnehin gefährdeten Raubtiere zahlen einen hohen Preis.

„Die erhöhte Driftfrequenz des Meereises verschärft vermutlich den physiologischen Stress, unter dem viele Eisbären wegen der erschwerten Nahrungssuche in der wärmer werdenden Arktis leiden“, sagt Durner. Ein Großteil des Packeises vor den Küsten von Alaska drifte das ganze Jahr über. Daher seien auch die Eisbären gezwungen, ständig in Bewegung zu sein, um in ihrem bevorzugten Lebensraum zu bleiben.

In einem im Januar veröffentlichten US-Bericht zur Lage der Tiere hieß es, ohne Schritte gegen den Klimawandel als Hauptursache für das Schwinden des Packeises könnten die Eisbären vermutlich nicht gerettet werden. Die Autoren verwiesen auf positive Zeichen wie die Emissionsziele des Pariser Klimaschutzabkommens.

Doch US-Präsident Donald Trump hat jüngst den Ausstieg aus dem Abkommen verkündet und erklärt, dieses benachteilige die USA „zum exklusiven Vorteil anderer Länder“. Amerikanische Unternehmen und Steuerzahler seien die Leidtragenden. Trump rief auch zu einem Ausbau der Erdölförderung im Lebensraum der Eisbären auf, darunter in Gewässern vor der Küste Alaskas und im nördlichsten Naturschutzgebiet der USA, dem Arctic National Wildlife Refuge.

Dabei geht es den Eisbären ohnehin schon zunehmend schlechter. Die neue Studie des Geologischen Dienstes und der Universität von Wyoming zeigt, dass die mächtigen Tiere heute mehr Energie aufwenden müssen, um in ihrem Lebensraum zu bleiben. Um die höhere Driftgeschwindigkeit des Packeises auszugleichen, müssten sie laut konservativen Schätzungen von Forschern pro Jahr bis zu drei Seehunde mehr als bisher töten. Angesichts der ohnehin schrumpfenden Jagdmöglichkeiten ist das keine leichte Aufgabe.

Kommentare (2)

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Herr Riesener Jr.

12.06.2017, 16:58 Uhr

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Herr Holger Narrog

13.06.2017, 08:25 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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