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17.11.2012

10:34 Uhr

Folgen des Klimawandels

Südseeparadies auf verlorenem Posten

Kiribati kämpft um jeden Meter Land, um jeden Liter Wasser. Der Klimawandel setzt dem Südseestaat massiv zu. Für den Präsidenten ist der Untergang seines Landes nur noch eine Frage der Zeit.

Sandstrand auf Kiribati: auf den ersten Blick erfüllt der Pazifikstaat alle Klischees eines Südseeparadieses. dpa

Sandstrand auf Kiribati: auf den ersten Blick erfüllt der Pazifikstaat alle Klischees eines Südseeparadieses.

TarawaHunderte Meter lange Sandstrände, Kokospalmen im Wind, keine Industrie, kaum Autos - auf den ersten Blick erfüllt der schmale Pazifikstaat Kiribati alle Klischees eines Südseeparadieses. Doch der Schein trügt.

Die mit Fäkalien verseuchten Strände stinken, Abfall türmt sich überall, Autowracks liegen an der Straße. Die 30 Kilometer lange durch Dämme verbundene Inselkette Tarawa, die als Hauptstadt dient, ist überbevölkert, es gibt kaum Jobs, alles ist teuer und die Menschen sind bitterarm. Die Folgen des Klimawandels geben dem Land den Rest. Es gibt immer öfter unberechenbare Stürme. Erosion frisst das spärliche Land. Der Untergang ist vorprogrammiert.

„Der liebe Gott hat es nicht leicht für uns gemacht“, sagt Präsident Anote Tong in bescheidener Untertreibung. Von seinem einfachen Büro, in dem trotz schwüler Hitze keine Klimaanlage surrt, blickt er rechts aus dem Fenster aufs Meer, und wenn es keine Bäume gäbe, könnte er auch links das Wasser sehen. Tarawa ist manchmal nur zehn, selten mehr als zwei- oder dreihundert Meter breit.

Der Präsident hat keine Illusion. Sein Land gehe unter, sagt er. Große Hoffnungen in die UN-Klimakonferenzen, deren nächste am 26. November in Doha (Katar) startet, setzt er nicht. Vielmehr hat er für das Volk schon 2400 Hektar Land ein paar Flugstunden weiter auf den Fidschi-Inseln gekauft. „Wir müssen uns vorbereiten.“ Mitte des Jahrhunderts, ist er überzeugt, dürfte seine Inselkette untergehen.

Wenn Wind und Regen über das Atoll fegen, wird es schon jetzt sehr ungemütlich. An manchen Stellen peitschen die Wellen über die Uferbefestigung, überspülen die Straße und landen auf der anderen Seite wieder im Meer. Die meisten Familien wohnen mit zehn und mehr Leuten in kleinen Holz- oder Bambushütten. Wer Glück hat, hat eine Hütte auf Stelzen.

Ein schwerer Regenguss setzt den schlammigen Boden rundum schnell unter Wasser. Die Kinder toben sofort in den Pfützen herum. Ein paar besonders kecke Jungs platschen gerne genau in dem Moment los, in dem Spaziergänger vorbeikommen. Wenn die erschrocken zur Seite springen, schüttelt sich die Kinderschar vor Lachen.

Kommentare (19)

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Account gelöscht!

17.11.2012, 11:18 Uhr

Schnauf! ...und täglich grüßt der Klima"wandel" -Propaganda-Artikel. Zumindest bis in 2 Wochen oder so die "Klima-Konferenz" stattfindet, fürchte ich. Diese findet zum dritten Mal dann im tropischen Klima statt, nach dem Schneedebakel damals in Kopenhagen, wo das große Abkassieren mißlang.
Leider bin ich nicht mehr up-to-date. Früher, zur Zeit der "Klima-Erwärmung" gingen diese Atolle doch wegen dem steigenden Meeresspiegel unter. Jetzt, im Zeichen des "Wandels" werden sie durch Stürme hinweggefegt und erodiert? Bestimmt ist dies die erste kleine Pazifik-Insel, die deshalb im Meer verschwindet, denn den "Klima-Wandel" haben wir ja erst seit kurzem.
Leute, ich fürchte, angesicht der HB-Propaganda-Serie, wird der Sünden-Ablaß für den "Klima-Wandel" noch teurer als es der für die "Klima-Erwärmung" geworden wäre.
Gar nicht auszudenken, was es dann kostet, wenn uns in ein paar Jahren eine neue Eiszeit droht!

Man_kann_es_nicht_mehr_hoeren

17.11.2012, 11:41 Uhr

Das Klima war noch nie ein statisches System, wann begreifen das die Leute endlich?

Die Perioden in der Erdgeschichte in der die Pole eisfrei waren überragen die Zeiten mit vereisten Polarkappen, so wie in unserer Zeit heute, bei weitem!
Wir leben immer noch in einer ausgehenden Kaltzeit, die jetzt in eine wärmere Phase übergeht. Das hat es schon seit dem frühen Proterozoikum gegeben!

Es gibt wichtigere Probleme, als dieses dumme falsche-grünidiologische Gefasel vom Klimawandel! Warum hört man eigentlich nie davon, dass eine höhere CO2-Konzenrtration auch zu einer erhöhten Produktion von Biomasse (Pflanzen, Algen) führt? Schonmal was von Puffersystemen gehört?
Würde ja nicht ins Weltbild des modernen rotgrün
wählenden urbanen Hornbrille tragenden Hippsters passen, der in seinem persönlichem Leben sich zwar einen Scheiss um die Umwelt kümmert und von nichts Ahnung hat,außer vielleicht davon, wie er möglichst unproduktiv seinen Arbeitstag im öffentlichen Dienst bis zum Feierband rumkriegt, trotzdem aber in Gesellschaft immer gerne über Themen wie Klimaerwärmung etc. faselt, weil man sich damit so schön profilieren kann.

So wie unsere rot-grünen Vorzeigepolitiker, die kein Problem damit haben, sich mal eben ihre Limousinen klimaUNneutral ins Ausland kommen zu lassen, anstatt sich einen Mietwagen zu nehmen. Sehr nachhaltig!

kiritagi

17.11.2012, 12:22 Uhr

"Sein Land braucht Geld zum Überleben, um die Küsten zu verstärken, um Schutzwälle zu bauen, um Dörfer vom Strand weg zu verlegen, und um die Menschen auszubilden, damit sie in fremden Ländern Chancen haben". -.- Jetzt war einwenig Ruhe um die Rettungsschirme. Hier rollt der nächste an. Deutschland KANN ES JA. Wird es schon verkraften: die untergehenden Südseestaaten vollinvestieren, retten. Los gehts! Und parallel mit der dritten Südseeinsel gehen WIR unter!!

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