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05.05.2015

13:02 Uhr

Forschungsreaktor Jülich

Reaktorbehälter kommt in Zwischenlager

Ein 2000 Tonnen schwerer, radioaktiv belasteter Behälter aus dem stillgelegten Forschungsreaktor Jülich soll am 23. Mai umgelagert werden. Für die kommenden 70 Jahre wird er in einem Zwischenlager deponiert.

Der radioaktive Behälter soll am 23. Mai umgelagert werden. dpa

Radioaktiver Abfall

Der radioaktive Behälter soll am 23. Mai umgelagert werden.

Ein radioaktiv belasteter Behälter aus dem stillgelegten Forschungsreaktor Jülich soll am 23. Mai in ein neues Zwischenlager gebracht werden. Der 2000 Tonnen schwere Behälter werde mit einem speziellen Schwerlasttransporter in das 600 Meter entfernte Lager auf dem Areal des Forschungszentrums gebracht, teilte die Betreiberin Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor (AVR) am Dienstag mit.

Bei dem vierstündigen Transport bestehe keine Gefahr, da die Strahlung abgeschirmt sei.

Die AVR rechnet nach eigenen Angaben mit einer Lagerzeit von mindestens 70 Jahren in der neu gebauten Halle. Der Behälter kann demnach auch nach der Inbetriebnahme des zentralen deutschen Endlagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle, Schacht Konrad in Salzgitter, nicht dorthin gebracht werden. Denn dort würde er rund 70 Prozent der Kapazität für Kohlenstoff belegen.

Der Fahrplan zum Atommüll-Endlager

2014 bis Mitte 2016:

Eine 33-köpfige Kommission mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft erarbeitet mit Expertenanhörungen die Grundlagen der Suche. Danach muss das Endlagersuchgesetz eventuell noch einmal modifiziert werden.

2015/2016:

Um nicht weitere Fakten für ein Endlager in Gorleben (Niedersachsen) zu schaffen, sollen keine Atommülltransporte mehr in das nahe des Salzstocks gelegene oberirdische Zwischenlager gehen. Sie müssen in andere Zwischenlager in Deutschland gebracht werden.

Ab 2016:

Zunächst werden bundesweit alle ungeeigneten Regionen ausgesiebt. Regionen mit guten Gesteinsformationen werden ausgewählt und mehrere Standorte erkundet, auch mittels Probebohrungen.

Bis 2023:

Am Ende sollen die besten Standorte aufwendig unter Tage erkundet werden. Welche Standorte ausgewählt werden, soll mit einem weiteren Bundesgesetz beschlossen werden. Die Kosten pro Erkundung werden mit einer halben Milliarde Euro pro Standort veranschlagt.

2031

Bundestag und Bundesrat sollen endgültig über den Standort entscheiden, der Klageweg soll nicht eröffnet werden. Die Kosten der Endlagersuche werden mindestens zwei Milliarden Euro betragen.

Die hochstrahlenden Brennelemente waren 1994 aus dem Behälter entfernt worden. Bund und Land hatten 1999 den vollständigen Rückbau des Forschungsreaktors vereinbart, nachdem eine radioaktive Belastung in Boden und Grundwasser festgestellt worden war.

Der Rückbau der Anlage soll bis 2022 abgeschlossen sein.

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