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29.10.2013

16:38 Uhr

Fraunhofer-Experte

„Brennende Windräder keine größere Gefahr“

VonDana Heide

Immer wieder gibt es spektakuläre Bilder von brennenden Windrädern. Ein Löschen der Brände ist unmöglich, die Feuerwehr steht meist hilflos daneben. Experten halten die Gefahr solcher Feuer jedoch für gering.

Die Feuerwehr kann nur zuschauen: Brand eines Windkraftwerkes in Sachsen-Anhalt am Sonntag. dpa

Die Feuerwehr kann nur zuschauen: Brand eines Windkraftwerkes in Sachsen-Anhalt am Sonntag.

Düsseldorf1,2 Millionen Euro – so hoch wird der Schaden eingeschätzt, den die Flammen vergangenen Sonntag an einem Windrad in Sachsen-Anhalt verursachten. Grund für den Brand am meterhoch gelegenen Herz der Anlage war wohl ein durch heftige Sturmböen defekter Generator. Die Feuerwehr musste hilflos zusehen – nicht zum ersten Mal.

„Es gibt weltweit keine Drehleiter, die in solche Höhen kommt“, erklärt Andreas Reuter, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) in Bremerhaven. Dass sich die Feuerwehrleute besser vorbereiten können auf solche Situationen, glaubt Reuter nicht. „So oft passieren solche Brände auch nicht. Es brennt ungefähr ein bis zwei Mal im Jahr ein Windrad, mit abnehmender Tendenz.“

Dennoch, wenn sie passieren, sind die Bilder spektakulär. Beim Windrad in Sachsen-Anhalt sei der Maschinenraum vollständig ausgebrannt und ein Rotorblatt brennend in die Tiefe gestürzt, berichtet die örtliche Feuerwehr. Brennende Teile seien mehrere hundert Meter weit geflogen.

Die größten Windkraftanlagenhersteller (Ranking 2012)

Platz 10

Die Unternehmensberatung BTM Consult analysiert einmal im Jahr den weltweiten Markt für Windkraftanlagenhersteller. Auf dem zehnten Platz befindet sich in der aktuellen Rangliste, die sich auf Daten von 2012 bezieht, das chinesische Unternehmen Mingyang mit einem Marktanteil von 2,7 Prozent. Laut eigenen Angaben ist die Firma der größte nicht-staatliche Windkraftanlagenbauer von China und arbeite in Deutschland mit dem Unternehmen aerodyn Energiesysteme zusammen.

Platz 9

Auch auf dem neunten Platz ist ein chinesisches Unternehmen, wenn auch nur mit dem geringen Anteil von 3,2 Prozent: Sinovel.

Platz 8

Mit einem Marktanteil von 4,7 Prozent ist United Power auf dem achten Platz der Weltrangliste der größten Windkraftanlagenhersteller. Das Unternehmen ist wie Sinovel und Mingyang in China beheimatet.

Platz 7

6 Prozent Marktanteil hat das chinesische Unternehmen Goldwind.

Platz 6

Gamesa ist das einzige spanische Unternehmen in der Top 10-Liste der größten Windkraftanlagenhersteller der Welt. Die Firma hat ihren Hauptsitz im Baskenland in Nordspanien und hatte 2012 einen Marktanteil von 6,1 Prozent weltweit.

Platz 5

Auf dem fünften Platz befindet sich mit einem Marktanteil von 7,4 Prozent die Suzlon Group aus Indien. Im Vorjahr war sie noch auf dem sechsten Platz

Platz 4

Auch das deutsche Unternehmen Enercon kletterte weltweit in der Rangliste nach oben – vom fünften Platz 2011 ging es auf den vierten Platz 2012. Enercon hat einen Marktanteil von 8,2 Prozent, in Deutschland hat das Unternehmen dagegen einen Anteil von mehr als 50 Prozent. 

Platz 3

Auch auf dem dritten Platz der weltgrößten Windkraftanlagen befindet sich ein deutsches Unternehmen: Siemens. Sein Anteil am Weltmarkt betrug 2012 laut BTM Consult 9,5 Prozent.

Platz 2

Eine schwere Rückschlag musste im vergangenen Jahr der dänische Windkraftanlagenbauer Vestas einstecken. Erstmals seit 2000 schaffte es das Unternehmen mit einem Marktanteil von 14 Prozent nicht auf den ersten Platz der größten Anlagenhersteller.

Platz 1

General Electric hat im vergangenen Jahr erstmals Vestas vom ersten Platz der Rangliste der größten Windkraftanlagenbauer verdrängt – mit einem Marktanteil von 15,5 Prozent. Das US-Unternehmen war 2011 noch an dritter Stelle.

Doch Fraunhofer-Experte Reuter beruhigt. Bei der Installation der Anlagen müsse stets ein Sicherheitsabstand zwischen den Windrädern eingehalten werden, ein Übergriff der Flammen sei also nicht möglich. Selbst in Waldgegenden sei ein Brand ungefährlich, da die Fläche unter den Anlagen gerodet werden müsse. „Von brennenden Windrädern geht keine größere Gefahr aus, solange der Brand von Feuerwehrleuten überwacht wird“, sagt Reuter. Die Betreiber der Anlagen seien ihrerseits vor Brandschäden mit Versicherungen abgesichert.

Kritischer sahen es am Sonntag die Feuerwehrleute, die den Einsatz in Sachsen-Anhalt verantworteten. So sei die „Witterung und die Jahreszeit auf Seite der Feuerwehr“ gewesen, hieß es. „Hätte es im Sommer und vielleicht bei einem bestellten Getreideacker gebrannt, wäre ein Großbrand die Folge gewesen“, teilten die Einsatzkräfte mit.

Kommentare (13)

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doc_johnny

29.10.2013, 18:35 Uhr

"Selbst in Waldgegenden sei ein Brand ungefährlich, da die Fläche unter den Anlagen gerodet werden müsse." Offenbar ist der Vogelschlag noch nicht genug, jetzt muss auch noch der Wald der Windkraft zum Opfer fallen.

Ich kann den Windkraftgegnern nur raten sich an die Bäume zu ketten und den weiteren Ausbau der Umwelt zerstörenden Windkraft zu verhindern.

Hochleistungsingenieur

29.10.2013, 18:43 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

29.10.2013, 18:54 Uhr

Ach wie schön wenn man doch im Internet anonym seine Meinung kundtun kann. Die verbalen Tiefschläge im HB-Forum nehmen ein schier unerträgliches Ausmaß an und werfen letztlich auch ein schlechtes Licht auf das HB! Warum können Sie ihre geistigen Ergüsse nicht einfach für sich behalten? Dumm, beleidigend, inhaltslos und unterste Schublade.

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