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12.06.2011

16:10 Uhr

Fukushima

Japaner finden Strontium in Grundwasser

Die radioaktive Verseuchung um das zerstörte Atomkraftwerk Fukushima wird immer ernster. Nahe der Meerwasseraufnahme des AKW und im Grundwasser wurde das radioaktive Element Strontium gefunden.

Kühlwasserleitungen im havarierten AKW Fukushima Daiichi. Die Lage rund um die Atomkraft-Ruine wird immer ernster. Quelle: dpa

Kühlwasserleitungen im havarierten AKW Fukushima Daiichi. Die Lage rund um die Atomkraft-Ruine wird immer ernster.

Tokio Wie der Betreiber Tepco am Sonntag bekanntgab, wurde nahe der Meerwasseraufnahme des AKW radioaktives Strontium gefunden. Dessen Konzentration liege bis zum 240-fachen über der erlaubten Höchstgrenze. Nach Angaben der Atomaufsichtsbehörde wurde das gefährliche Element außerdem im Grundwasser bei den beschädigten Reaktoren 1 und zwei des AKW entdeckt. Es sei das erste Mal, dass Strontium im Grundwasser gefunden worden sei, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo weiter berichtete.

Wissenschaftler sprechen bei Strontium auch von einem „Knochenkiller“. Es schädige das Knochenmark und könne Leukämie (Blutkrebs) auslösen. Das Metall war zuvor auch bei Bodenproben an verschiedenen Orten in der Unglücksprovinz Fukushima gefunden worden. Unterdessen teilte der Betreiberkonzern Tepco weiter mit, dass wegen technischer Mängel noch nicht wie geplant eine neue Anlage zur Dekontaminierung verseuchten Wassers getestet werden könne.

Es seien Wasserlecks aufgetreten, was möglicherweise auf verstopfte Rohre zurückzuführen sei, meldete Kyodo. Eigentlich wollte Tepco das neue System seit Freitag für eine Woche testen. Die aufgetretenen Probleme verzögern die für Mitte dieses Monats geplante Inbetriebnahme. Der Betreiber setzt große Hoffnungen in die Anlage. Damit sollen nämlich die in der Atomanlage derzeit schwappenden Tausenden von Tonnen an hochgradig verseuchtem Wasser recycelt werden, um es zur Kühlung der Reaktoren einzusetzen.

Das bislang zur Kühlung in die zerstörten Reaktorgebäude gepumpte Wasser ist jetzt hochgradig verseucht und behindert die Arbeiten zur Instandsetzung der am 11. März nach dem Megabeben und dem Tsunami ausgefallenen Kühlsysteme. Seither entweicht aus dem Atomkraftwerk Radioaktivität in die Umwelt. Zuletzt war auch in grünem Tee in der Hunderte von Kilometern von Fukushima entfernt gelegenen Teeanbau-Provinz Shizuoka radioaktive Strahlung gemessen worden.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

13.06.2011, 10:31 Uhr

Das Großkraftwerk Fukushima I ist seit dem 11. März havariert und seit dem 12. März sind durch Kernschmelzunfälle Reaktordruckgefäße und -Sicherheitsbehälter bzw. die Rohrleitungen dort undicht geworden, so daß belastetes Kühlwasser austritt. Daß dieses auch das Spaltprodukt Strontium-90 enthält, ist weder verwunderlich, noch stellt es eine zusätzliche Gefahr dar. Wichtiger ist, daß außerhalb des Kraftwerksbereichs dieses Isotop nur in unbedeutenden Spuren gemessen wird. Im Klartext: Es ist harmlos!

Und noch etwas: Was ist "Grundwasser"? Grundwasser ist Süßwasser aus früheren Niederschlägen, daß unterirdisch langsam Richtung Meer fließt. Wenn also direkt an der Küste - im Kraftwerk Fukushima I - festegestellt wird, daß sich irgendeine Substanz "im Grundwasser" befindet, dann bedeutet das, daß sie einige Wochen später im Meer landet, wo sie schnell bis zur Unmeßbarkeit verdünnt wird.



Account gelöscht!

13.06.2011, 20:23 Uhr

Genau Herr Ermecke,

Sie kennen sich aus. Alles unbedenklich. Nehmen Sie Ihre Familie und ziehen bitte in die Gegend.

VG

Account gelöscht!

19.06.2011, 18:05 Uhr

Lieber "quan", Strahlung ist ein Phänomen der Physik, und da geht es um Meßwerte und nicht um aufgeblasene Voreingenommenheit und moralisierendes Gutmenschentum. Die Strahlungswerte aus der Präfektur Fukushima werden mehrmals täglich und die aus der Evakuierungszone wöchentlich veröffentlicht. Lesen Sie diese Daten? Und verstehen Sie sie auch? Falls Sie in diesem Zusammenhang regelmäßig Sachdienliches mitzuteilen hätten, bräuchten Sie wahrscheinlich nicht unter einem Pseudonym zu schreiben.

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