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04.09.2013

13:38 Uhr

Fukushima

Rekordstrahlung an Unglücks-AKW gemessen

An der Atomruine Fukushima Daiichi ist an Tanks ein neuer Strahlenhöchstwert gemessen worden. Die radioaktive Strahlung ist so intensiv, dass sie einen ungeschützten Menschen innerhalb weniger Stunden töten würde.

japanisches Atomkraftwerk

Tödliche Strahlung in Fukushima

japanisches Atomkraftwerk: Tödliche Strahlung in Fukushima

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TokioDie radioaktive Strahlung rund um die kontaminierten Wassertanks am japanischen Katastrophen-AKW Fukushima steigt unaufhörlich. Sie habe sich um mehr als ein Fünftel auf den neuen Höchstwert von 2200 Millisievert verstärkt, teilte die Atomaufsichtsbehörde in Tokio am Mittwoch mit.

Erst am Samstag war die Strahlung auf 1800 Millisievert gestiegen – eine Dosis, die einen ungeschützten Menschen innerhalb weniger Stunden tötet. Der neue Höchstwert jetzt wurde an einem der Tanks für verstrahltes Kühlwasser entdeckt. Die Behälter fangen kontaminiertes Wasser aus den vor zwei Jahren havarierten Reaktoren auf.

Der Fukushima-Betreiber Tepco hatte im August zunächst erklärt, dass lediglich einer der Tanks ein Leck aufweise. Es seien rund 300 Tonnen hochradioaktiv verseuchtes Wasser ausgetreten. Später wurde ein weiteres Leck bekannt.

„Wir müssen uns über die Folgen für das Grundwasser Sorgen machen“, sagte Hiroaki Koide von der Universität Kyoto. Tepco muss derzeit mehr radioaktives Wasser lagern als in 130 Schwimmbecken mit Olympia-Maßen passen würde. Das Wasser wurde kontaminiert, nachdem es zur Kühlung der geschmolzenen Brennstäbe verwendet wurde.

Doch die Tanks sind nicht stabil und stellen seit ihrer Errichtung vor zwei Jahren ein Problem dar. Die Regierung will deshalb mit Maßnahmen für umgerechnet 360 Millionen Euro die Lecks schließen, verseuchtes Wasser auffangen und die Strahlenbelastung verringern.

Die anhaltenden Probleme am Atomreaktor Fukishima wirken sich auch auf die Position Japans im Weltrisikobericht aus. Nach Platz 16 im Vorjahr hat sich das Land in diesem Jahr auf Platz 15 verschlechtert, wie aus dem am heutigen Mittwoch in Bonn vorgelegten Bericht hervorgeht. Japan gehört damit zu der 34 Länder umfassenden höchsten der fünf Risikogruppen.

Hauptgrund für die Entwicklung ist die deutlich verschlechterte Bewertung des japanischen Krisenmanagements. Die Autoren des Berichts werten das als Ausdruck des Vertrauensverlustes der Bevölkerung im Zusammenhang mit der Fukushima-Krise. Deutschland liegt unverändert auf Platz 146 der 173 bewerteten Länder und gehört damit zur niedrigsten Risikoklasse.

Kommentare (22)

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HofmannM

04.09.2013, 13:45 Uhr

Es gibt keine radioaktive Strahlung. Entweder gibt es Radioaktivität oder Strahlung.
Immer schön auseinander halten, wenn hier der nächste Panik-Anti-Kernkrafttechnik Artikel als "Sau" durch den deutschen Medienwald getrieben werden soll. Danke!

Account gelöscht!

04.09.2013, 14:14 Uhr


Danke Herr Oberlehrer!

Sonnenschein

04.09.2013, 14:32 Uhr

Die Atomruine von Fukushima wird erst in Jahrzehnten in den Zustand des sicheren Einschlusses überführt worden sein. Bie Tschernobyl ist es bis heute nicht gelungen.

Und es werden noch viele Milliarden Euro (wer will kann in die Landeswährung umrechnen) in diesen Baustellen vergraben werden.

Bis das soweit ist wird die Kernenergie, die schon heute für die weltweite Energieversorgung nahezu bedeutungslos ist, bei der Stromversorgung der Industrieländer überhaupt keine Rolle mehr spielen. Die Ruinen bleiben uns noch als radioaktive Hochsicherheitsbereiche über Jahrhunderte erhalten.

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