Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.05.2011

09:46 Uhr

Gaskraftwerke

Riesen-Turbine von Siemens knackt Weltrekord

VonJoachim Hofer, Axel Höpner

Siemens könnte ein Gewinner der Energiewende werden. Der Konzern hat die weltweit wirksamste Gasturbine gebaut. Sie wird in Gaskraftwerken eingesetzt, die beim Umbau der Energieversorgung eine Schlüsselrolle spielen.

Siemens-Gasturbine aus dem Jahr 2007: Die neueste Generation wurde so eben fertig gestellt. Quelle: Siemens

Siemens-Gasturbine aus dem Jahr 2007: Die neueste Generation wurde so eben fertig gestellt.

München

DasTiming ist glücklich. Mehr als zehn Jahre lang haben die Ingenieure von Siemens an der nächsten Generation von Gasturbinen gearbeitet. Nun können sie mitten in der Debatte um eine Energiewende, die ohne zahlreiche neue Gaskraftwerke nicht zu machen sein wird, Vollzug melden: Im Testlauf erzielte die Demonstrationsanlage aus der neuen H-Serie im bayerischen Irsching einen Wirkungsgrad von 60,75 Prozent. Das ist Weltrekord. Dem Betreiber Eon waren 60,3 Prozent versprochen worden. "Wir hatten schon ein sehr gutes Gefühl, sind aber froh, dass alles geklappt hat", sagt Willibald Fischer, der für das Vorhaben verantwortlich ist.

Mit der Neuentwicklung glaubt Siemens, einen Vorteil vor allem gegenüber dem Erzrivalen General Electric (GE) zu haben. Die Münchener treten aber auch gegen Anbieter wie Mitsubishi Heavy Industries oder Alstom an.

Rund um die Welt bauen derzeit die Energieerzeuger neue Gaskraftwerke. Vor allem in arabischen Staaten und in Schwellenländern wie Indien und China wird investiert. Weil Gaskraftwerke schnell hoch- und runtergefahren werden können, werden sie gerne eingesetzt, um Stromschwankungen auszugleichen.

Siemens-Konkurrent GE hat Anfang der Woche zwei Aggregate ins russische Sotschi verkauft. Dort sollen sie sicherstellen, dass während der Olympischen Winterspiele 2014 das Licht nicht ausgeht. Die Amerikaner versprechen, dass sich die Maschinen innerhalb von zehn Minuten hochfahren lassen. Kohlekraftwerke sind für die Energieversorger zwar billiger. Doch Gas hat enorme Vorteile: Die Umweltbelastung ist geringer, die Kraftwerke lassen sich flexibler einsetzen.

Damit Gaskraftwerke attraktiver werden, arbeiten die Ingenieure seit Jahren daran, den Wirkungsgrad zu steigern. Bei Siemens kam die Vorgängergeneration, die F-Klasse, zum Start auf einen Wirkungsgrad von etwa 56 Prozent. Im Lauf der Jahre erreichten die Spezialisten schließlich 58,5 Prozent. Jeder Prozentpunkt ist für die Betreiber bares Geld. So verbraucht die neue Rekordturbine von Siemens Unternehmensangaben zufolge ein Drittel weniger Gas als der Durchschnitt der bestehenden Kraftwerke.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×