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15.08.2011

13:55 Uhr

Geowissenschaften

Rügens Kreideküste bröckelt

Erst kam der Regen, dann die Kreideabbrüche: Am vielbesuchten Kreidekliff auf Rügen stürzten am Wochenende rund 30 000 Kubikmeter Kreide und Mergel in die Ostsee. Auch am Wahrzeichen „Königsstuhl“ zeigen sich Risse.

30.000 Kubikmeter Kreide und Mergel stürzten am Wochenende in die Tiefe. Quelle: dapd

30.000 Kubikmeter Kreide und Mergel stürzten am Wochenende in die Tiefe.

SassnitzDie extremen Regenfälle der vergangenen Wochen haben einen riesigen Kreideabbruch an der Küste der Ostsee-Insel Rügen verursacht. Es handele sich um einen der drei größten Abbrüche seit 2002, sagte der kommissarische Leiter des Nationalparks Jasmund, Ingolf Stodian, am Montag.

Insgesamt stürzten auf einer Länge von knapp 100 Metern rund 30.000 Kubikmeter Kreide und Mergel aus 70 Metern Höhe in die Tiefe. „Die Scheibe, die sich vom Hang löste, war mit maximal vier Metern doch vergleichsweise dünn“, bilanzierte Stodian. Verletzt wurde bei dem Abbruch am vergangenen Wochenende niemand.

Vor neun Jahren stürzten rund 150.000 Kubikmeter Kreide und Mergel am Kreidekliff in den Abgrund, 2008 rund 35.000 Kubikmeter. Diesmal wurden am Kieler Bach zwischen Königsstuhl und Sassnitz auch 20 Bäume mitgerissen, darunter bis zu 80 Jahre alte Buchen.

Weitere Abbrüche an der als Nationalpark geschützten Küste seien zu befürchten. „Es bröckelt überall“, sagte Stodian. Das Nationalparkamt warnte vor Spaziergängen an der Kante und unterhalb des Kliffs. Die Kreideküste zieht jedes Jahr rund 1,5 Millionen Besucher an.

Nach Starkregen oder in Tauphasen kommt es vermehrt zu Abbrüchen. Dies seien typische küstendynamische Vorgänge, erklärte Stodian. Derzeit seien die Hänge übersättigt. An vielen Stellen der 13 Kilometer langen Kreideküste dringe Wasser aus dem Kliff. „Wir haben allein im Juli rund 210 Liter Regen pro Quadratmeter registriert, rund ein Drittel des für die Region üblichen langjährigen Jahresmittels“, sagte der Hydrogeologe Stodian.

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