Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.04.2016

10:40 Uhr

Globale Erwärmung

Auch der März war wieder ein Rekordmonat

Die US-Klimabehörde fühlt sich langsam „wie eine Schallplatte mit Sprung“: Zum elften Mal in Folge verkündet sie einen neuen Temperaturrekord. Der vergangene Monat war der wärmste März seit Beginn der Aufzeichnungen.

Der vergangene Monat war  der wärmste März seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880. dpa

Rekordtemperaturen im März

Der vergangene Monat war der wärmste März seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880.

New YorkDer vergangene Monat war nach Messungen der US-Klimabehörde NOAA der wärmste März seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880. Die Durchschnittstemperatur über Land- und Ozeanflächen habe um 1,22 Grad Celsius über dem Durchschnittswert des 20. Jahrhunderts von 12,7 Grad Celsius gelegen, teilte die Behörde am Dienstag (Ortszeit) mit.

Damit übertrifft der März 2016 den gleichen Monat des Vorjahres, der der bisherige März-Rekordhalter war, um 0,32 Grad Celsius. Der März war bereits der elfte Monat in Folge, der seinen jeweiligen Temperaturrekord knackte, wie die NOAA weiter mitteilte.

Die wichtigsten Schlagworte zum Klimawandel

Globale Erwärmung

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist die Temperatur auf der Erde um gut 0,8 Grad Celsius angestiegen. Das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts (von 2001 bis 2010) war nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie das heißeste seit 1881 - im Durchschnitt betrug die Temperatur 14,47 Grad an der Land- und Meeresoberfläche und damit 0,47 Grad mehr als im Durchschnitt zwischen 1961 und 1990.

Anstieg des Meeresspiegels

Der Anstieg des Meeresspiegels hat sich in den vergangenen 20 Jahren beschleunigt. Laut dem IPCC-Bericht von 2007 dürfte der Meeresspiegel bis zum Endes dieses Jahrhunderts um zwischen 18 und 59 Zentimeter ansteigen. Im neuen Bericht dürfte diese Zahl angehoben werden. Studien zufolge geht der Anstieg zu rund einem Drittel darauf zurück, dass sich das Wasser bei zunehmender Wärme ausdehnt, zu einem weiteren Drittel auf das Schmelzen von Gletschern und zu etwas weniger als einem Drittel auf das Abschmelzen der Eiskappen in Grönland und der Antarktis.

Eisschmelze

Die Arktis erlebte im vergangenen Jahr eine Rekord-Eisschmelze. Laut der US-Behörde für Ozeanologie und Atmosphärenforschung (NOAA) verkleinerte sich die Eisfläche in der Arktis 2012 auf 3,41 Millionen Quadratkilometer. Das ist die kleinste Fläche seit Beginn der Satelliten-Beobachtung der Region vor 34 Jahren und 18 Prozent weniger als der bisherige Niedrigrekord aus dem Jahr 2007. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Gewässer rund um den Nordpol bis 2050 im Sommer eisfrei sein könnten.

Gletscherschwund

Bei Gebirgsgletschern wird weltweit eine starke Eisschmelze beobachtet, etwa im Himalaya-Gebirge oder in den südamerikanischen Anden. Die Gletscher der Pyrenäen zwischen Frankreich und Spanien könnten bis 2050 ganz verschwunden sein.

Extreme Wetterphänomene

In einem Sonderbericht hatte der Weltklimarat IPCC im November 2011 festgehalten, dass es im Zuge der Erderwärmung zu einer Zunahme extremer Wetterphänomene wie heftiger Regenfälle, Hitzewellen und Dürreperioden gekommen ist und diese Entwicklung anhalten wird. 2012 wurden laut eine Untersuchung etwa die Hälfte aller Extremwetterphänomene durch den Klimawandel verstärkt.

Artensterben

Unter einem weiteren Temperaturanstieg wird auch die Tier- und Pflanzenwelt leiden. Ein Anstieg zwischen 1,5 und 2,4 Grad im Vergleich zu den 20 letzten Jahren des 20. Jahrhunderts würde dafür sorgen, dass 20 bis 30 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht würden.

Zwei-Grad-Ziel

Internationales Ziel ist es, den Temperaturanstieg bis zum Ende dieses Jahrhunderts auf zwei Grad zu beschränken. Laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen wird der Anstieg aber zwischen drei und fünf Grad betragen, wenn es bei den bisherigen Bemühungen zur Reduzierung von Treibhausgasen bleibt.

Climategate

Im November 2009 drangen Hacker in die Computer des Klimaforschungszentrums der University of East Anglia ein, stahlen mehrere tausend Dokumente und veröffentlichten sie im Internet als angebliche Belege für wissenschaftliches Fehlverhalten der Klimaforscher. Mehrere Untersuchungen unabhängiger Institutionen konnten allerdings keine Hinweise auf ein solches Fehlverhalten nachweisen.

„Wir riskieren es wohl langsam, wie eine Schallplatte mit Sprung zu klingen“, hieß es in der Pressemitteilung. „Während sich die Erde weiter erwärmt und von Wetterphänomenen wie El Niño beeinflusst wird, jagt ein globaler Temperaturrekord den nächsten.“ Besonders warm war es demnach im März im Osten Brasiliens, in Südostasien, großen Teilen Afrikas, Teilen Kanadas, Alaskas und Australiens.

Auch die ersten drei Monate des Jahres insgesamt waren so warm wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Durchschnittstemperatur über Land- und Ozeanflächen lag um 1,15 Grad Celsius über dem Durchschnittswert von 12,3. Der bisherige Rekordhalter – der Zeitraum Januar bis März aus dem vergangenen Jahr – wurde um 0,28 Grad Celsius übertroffen.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×