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25.09.2013

13:52 Uhr

Globale Erwärmung

Die Tiefsee als Puffer für den Klimawandel

Das Tiefenwasser der Grönlandsee erwärmt sich zehnmal stärker als der Durchschnitt der Weltmeere. Das hat ein Langzeitprojekt von Forschern aus Bremerhaven ergeben. Die Tiefsee wird damit zum Puffer für den Klimawandel.

Eine Sonde wird vom Deck des Forschungsschiffs Polarstern für eine Messung ins Meer hinabgelassen. Mit diesem Forschungsgerät können die Ozeanographen in verschiedenen Tiefen Wasserproben nehmen. Thomas SteuerThomas Steuer, Alfred-Wegener-Institut

Eine Sonde wird vom Deck des Forschungsschiffs Polarstern für eine Messung ins Meer hinabgelassen. Mit diesem Forschungsgerät können die Ozeanographen in verschiedenen Tiefen Wasserproben nehmen.

BremerhavenDie eisigen Tiefen der Grönlandsee erwärmen sich nach Angaben deutscher Forscher etwa zehnmal stärker als der Durchschnitt aller Weltmeere. Die Tiefsee dort werde seit Anfang der 1980er Jahre wegen veränderter Strömungsprozesse nicht mehr „gekühlt“ und heize sich deshalb zunehmend auf, erklärte Raquel Somavilla Cabrillo vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven.

Die Daten der Studie, die die Forscher um Cabrillo nun in der Fachzeitschrift „Geophyiscal Research Letters“ veröffentlichten, stammen aus einem Langfristprojekt des AWI. Sie decken den Zeitraum von 1950 bis 2010 ab und kombinieren historische Auswertungen mit den Ergebnissen von Forschungsfahrten in die Grönlandsee.

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Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass sich das Tiefenwasser des Meeres zwischen Grönland und Spitzbergen seit 1980 um 0,3 Grad Celsius erwärmte. „Das hört sich nach wenig an, aber wir müssen die Zahl in Relation zu der großen Masse der erwärmten Wasserschicht sehen“, so Somavilla. Zudem entspreche des dem Zehnfachen der mittleren Temperatursteigerungsrate aller Ozeane.

Die Ozeane nehmen riesige Energiemengen aus der Atmosphäre auf und wirken dabei wie gigantische Wärmespeicher. Das Zusammenspiel zwischen Meeren und Luft spielt deshalb für den Klimawandel eine wichtige Rolle.

Forscher führen auch die Tatsache, dass der Anstieg der Lufttemperatur zuletzt stagnierte, auf dieses Wechselspiel zurück. Es sei plausibel, dass sich das „Gesamtsystem“ weiter erwärme, sagte der Vizepräsident des Deutschen Wetterdiensts (DWD), Paul Becker, erst am Montag bei einem Kongress in Hamburg.

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