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08.05.2012

07:14 Uhr

Globale Vorhersage

„Die Menschheit hat die Erde ausgereizt“

Wie wird unser Planet in 40 Jahren aussehen? Ein Bericht für den Forscherverbund „Club of Rome“ zeichnet in einem Ausblick auf das Jahr 2052 ein düsteres Bild.

Jorgen Randers arbeitete bereits am ersten Club-of-Rome-Bericht 1972 mit. Sein neuer Ausblick "2052" warnt erneut vor rücksichtsloser Ausbeutung der Natur. dpa

Jorgen Randers arbeitete bereits am ersten Club-of-Rome-Bericht 1972 mit. Sein neuer Ausblick "2052" warnt erneut vor rücksichtsloser Ausbeutung der Natur.

Berlin/RotterdamBereits mit Mitte 20 hatte der Norweger Jorgen Randers am Club-of-Rome-Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ von 1972 mitgeschrieben. Jetzt, als 66-Jähriger, warnt er erneut vor dem Überschreiten der Grenzen unserer Natur – in dem Folgereport  an den Forscherverbund Club of Rome.

Der Klimawandel wird sich dem „2052“ betitelten Report zufolge in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts dramatisch verstärken und dadurch viel Leid verursachen.  „Die negativen Auswirkungen werden deutlich sein“, warnte Randers bei der Vorstellung des Berichts am Montag in Rotterdam. . „Die Menschheit hat die Ressourcen der Erde ausgereizt und wir werden in einigen Fällen schon vor 2052 einen örtlichen Kollaps erleben. Wir stoßen jedes Jahr zweimal so viel Treibhausgas aus wie Wälder und Meere absorbieren können.“

„Club of Rome“ - für eine bessere Welt

Zusammenschluss

Der „Club of Rome“ ist ein Zusammenschluss von Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft.

„Nachhaltige Zukunft“

Die gemeinnützige Organisation mit rund 100 Mitgliedern aus mehr als 30 Ländern setzt sich für eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft der Menschheit ein. Sie will das Bewusstsein für die komplexen Probleme der Erde und mögliche Lösungen fördern.

Aufmerksamkeit schaffen

Mit ihren Projekten und Veröffentlichungen versucht sie, Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft etwa auf die zunehmende Armut in den Entwicklungsländern, das rasante Bevölkerungswachstum und die globalen Umweltprobleme aufmerksam zu machen.

Gründer

Der Club wurde 1968 auf Initiative des italienischen Industriellen Aurelio Peccei (1908-1984) und des schottischen Wissenschaftlers Alexander King (1909-2007) in Rom gegründet.

„Die Grenzen des Wachstum“

Aufsehen erregte er 1972 mit dem Bericht „Die Grenzen des Wachstums“. Das Werk rief die Knappheit der Rohstoffe ins Bewusstsein und löste eine weltweite Debatte aus.

Der Report erscheint 40 Jahre nach dem ersten großen Bericht im Auftrag des Club of Rome und enthält Beiträge führender Wissenschaftler, Ökonomen und Zukunftsforscher verschiedener Fachbereiche. Bereits 1972 hatte der Forscherverbund vor den Grenzen des Wachstums und vor Umweltverschmutzung gewarnt.

„Der Meeresspiegel wird um 0,5 Meter höher sein, das Arktiseis im Sommer verschwinden und das neue Wetter wird Landwirte und Urlauber treffen“, sagt Randers voraus. Die Treibhausgasemissionen werden ihm zufolge erst 2030 ihren Höhepunkt erreicht haben.

Kommentare (32)

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Account gelöscht!

08.05.2012, 02:52 Uhr

Natürlich muss man sich Sorgen um die Zukunft des Planeten machen und vielleicht muss sogar jeder seine Sorgen auch öffentlich artikulieren.
Ich habe den ersten Bericht des Club of Rome erst in den 90igern gelesen, zuvor hatte ich immer wieder davon gehört. Ehrlich gesagt, war ich über die Thesen verblüfft. Der Bericht handelte von den Grenzen des Wachstums. Geschrieben wurde das ganze 1972 und damit kurz vor dem Ölschock von 1973. Daraus entwickelte sich wohl auch die weltweite Resonanz. Da schrieben Wissenschaftler von den Grenzen des Wachstums und kurz darauf schlitterte die Menschheit in die größte Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. In meiner Erinnerung blieb haften, dass die Argumentation etwa so lief:
Wenn es jedes Jahr ein Wachstum von X Prozent gibt, dann bedeutet es nichts anderes als exponentielles Wachstum (die Zeit zur Verdoppelung des BSP verkürzt sich immer weiter). Exponentielles Wachstum wäre aber nicht möglich. Mathematisch gesehen ist das wohl auch richtig. Unterstellt man exponentielles Wachstum, läuft die Kurve ins Unendliche.
Der Denkfehler besteht aber in etwas Einfachem. Unser Wachstum ist nicht exponentiell. Weil ein Wachstum von 1% im Jahr 2000 qualitativ etwas anderes war, als im Jahr 2012. Der Umweltschutz spielte damals eine Rolle war aber für die Thesen, in meiner Erinnerung, nicht entscheidend.
Nun anscheinend also die gleiche Geschichte, nur mit der Betonung auf dem Klimaschutz. Der Denkfehler ist erneut ziemlich simpler Natur. Nur durch Wachstum werden wir die Ressourcen zur Verfügung haben, um das Klima zu schützen. Auch die Energiewende wird in Deutschland ganz konkret Wachstum auslösen. Eine Erhöhung der Kosten der Stromproduktion, wirkt auf dem Papier (Wachstumskennzahl) genauso, als ob mehr umweltschädliche Autos produziert würden. Soll nun die Energiewende gestoppt werden, um den Planeten zu schützen, weil Wachstum per se schlecht ist?

KFR

08.05.2012, 02:53 Uhr

Nach den Vorgänger-Studien und Pronosen des Club-of-Rome müssten wir bereits in der Steinzeit leben, offenbar nur ein remake zwecks cash.in und vermutlich weit neben den echten Problemen und Lösungen für die Zukunft !

Account gelöscht!

08.05.2012, 05:01 Uhr

KFR ...

Oh, ich erstarre vor Ihrer Klugheit ...

Würden Sie geschichte studieren, wäre das erste, was man Ihnen beibringen würde, wohl, daß Sie sich sofort abgewöhnen müssen, Geschichte mit den besserwisserischen Augen des Jetzt-Menschen zu verstehen.

Ich habe in den 70ern den Club Of Rome im VWL-Unterricht (HH oder Wirtschaftsgymnasium, weiss nicht mehr so genau) gelesen ... das hat meine Generation geprägt. Das wir heute nicht da gelandet sind, wo uns der CoR verortete, liegt sicher vor allem daran, daß wir damals umgelernt und angefangen haben zu verstehen, daß die Welt kein "lineares" Ding ist (also die Art, wie Sie denken) sondern ein komplexes Geflecht von Wechselwirkungen. Ändere einen Faktor und viele andere ändern sich mit.

Danach hat sich _einiges_ geändert ... und das war gut so. Daß Sie als Nachgeborener alles "besser wissen", sie haben ja Wiki und können so etwas nachgucken, schön für Sie ..

Nur verstehen, _begreifen_, können Sie das offensichtlich immer noch nicht. Aber, das ist Ihr Problem. Wir haben unsere _angepackt_, statt dumm in öffentlichen Foren herumzuschwallen und uns mit unserer Dummheit auch noch zu brüsten.

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