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10.12.2013

14:05 Uhr

Great Barrier Reef

Ein Naturwunder wird zur „Kohle-Autobahn“

VonUrs Wälterlin

In Australien tobt der Streit um ein einzigartiges Naturdenkmal: Die Regierung hat mehrere Rohstoffprojekte bewilligt, die nach Meinung von Kritikern das Überleben des größten Korallenriffs der Welt gefährden könnten.

Mit 348.000 Quadratkilometer ist das Great Barrier Reef das größte Korallenriff der Welt. Sein Status als Weltnaturerbe könnte durch die jetzt bewilligten Projekte gefährdet werden. dpa

Mit 348.000 Quadratkilometer ist das Great Barrier Reef das größte Korallenriff der Welt. Sein Status als Weltnaturerbe könnte durch die jetzt bewilligten Projekte gefährdet werden.

CanberraIn Australien haben sich die schlimmsten Befürchtungen der Umweltschützer bestätigt. Der Sprecher einer Umweltorganisation meinte am Dienstag, das einzigartige Great Barrier Reef werde zur „Kohle-Autobahn“, nachdem die konservative Regierung unter Premierminister Tony Abbott an der ostaustralischen Küste mehrere große Rohstoffprojekte bewilligt hatte. Dazu gehört der Bau des zukünftig größten Kohleverladehafens der Welt.

Um den Kohlefrachtern das Anlegen in der neuen Anlage zu ermöglichen, sollen aus dem bestehenden Hafen Millionen Kubikmeter zum Teil mit Schwermetallen verseuchter Meeresboden ausgebaggert und in den Gewässern des Great Barrier Reefs abgeladen werden. Die Bewilligung für das so genannte „Dumping“ wurde von Umweltschutzgruppen und Wissenschaftlern sofort heftig verurteilt. Premierminister Tony Abbotts „Missachtung“ des Klimawandels und des größten Korallenriffs der Welt sei „kriminell“, meinte Larissa Waters, eine Senatorin der Grünen Partei.

Das Great Barrier Reef ist mehr als 2000 Kilometer lang und rund 348.000 Quadratkilometer groß. Es zieht sich entlang der ostaustralischen Küste bis in den Süden des nördlichen Nachbarlandes Papua-Neuguinea. Einigen Prognosen zufolge soll das Riff schon im Jahr 2050 größtenteils zerstört sein. Die Folgen des Klimawandels, die Übersäuerung des Meerwassers, die Auswirkungen von Landwirtschaft und Industrie in den Küstengebieten – all diese Faktoren tragen laut Wissenschaftlern dazu bei, dass schon heute Teile des Riffs, das jedes Jahr von Millionen Touristen besucht wird, abgestorben sind oder zumindest schwer erkrankt.

Umweltminister Greg Hunt bewilligte nicht nur das „Dumping“ des toxischen Schlamms, er gab auch dem Antrag des indischen Kohlegiganten Adani statt, einen neuen Kohleverladehafen zu bauen. Ebenfalls grünes Licht erhielten die Betreiber einer neuen Kohleflözgas-Anlage auf der Curtis Insel. Im Rahmen der Bauarbeiten sollen dort 1,4 Millionen Tonnen Meeresboden ausgebaggert werden dürfen.

Kommentare (4)

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HofmannM

10.12.2013, 14:31 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Gast

11.12.2013, 09:02 Uhr

Ich finde es immer wieder erstaunlich zu lesen, wie die Europäer die keinerlei Natur mehr um sich haben und in einer absoluten Kulturlandschaft leben, anderen Menschen den Komfort und die Sicherheit einer solchen Kulturlandschaft absprechen wollen.

Account gelöscht!

12.12.2013, 09:19 Uhr

Die Politiker - weltweit - schützen den Wahnsinn.

"Unsere Gesellschaft wird von Verrückten geführt, für verrückte Ziele. Ich glaube wir werden von Wahnsinnigen gelenkt, zu einem wahnsinnigen Ende, und ich glaube ich werde als Wahnsinniger eingesperrt, weil ich das sage. Das ist das Wahnsinnige daran."

John Lennon - erschossen 1980

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