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03.06.2012

15:37 Uhr

„Great Barrier Reef“

Kohleboom bedroht australisches Naturwunder

VonUrs Wälterlin

Klimawandel und eskalierende Industrialisierung: Das Great Barrier Reef in Australien ist akut vom Untergang bedroht. Ökonomische Rohstoff-Interessen und Umweltschutz prallen direkt aufeinander - ein ungleicher Kampf.

Das Große Barrier-Riff ist akut in Gefahr. Reuters

Das Große Barrier-Riff ist akut in Gefahr.

CanberraDer Kulturausschuss der Vereinten Nationen, Unesco, warnt in einem Bericht, der weitere Ausbau der Industrie und geplante Häfen an der ostaustralischen Küste würden schwerwiegende Konsequenzen für Umwelt und Natur am Barrier Reef haben. Die Organisation droht, das Uno-Weltnaturerbe als „gefährdet“ einzustufen. Die australische Regierung müsse ihre Strategie zur industriellen Entwicklung der ostaustralischen Küste neu formulieren. Die Warnung kommt nach dem jüngsten Besuch einer Unesco-Delegation in Australien.

Mit 2.300 Kilometern Länge und einer Fläche von rund 345.000 Quadratkilometern ist das Barrier Reef das größte Korallenriff der Welt und eine der bedeutendsten Touristenattraktionen Australiens. Es wird gelegentlich als größtes lebendes Gebilde der Welt bezeichnet.

Das ist laut Experten aber nicht korrekt: Das Great Barrier Reef ist vielmehr eine Ansammlung von Millionen einzelner Riffe, die sich wiederum aus Milliarden von Korallenpolypen zusammensetzen. Bereits 1981 war es in das Register der Weltnaturgüter der Vereinten Nationen aufgenommen worden. Doch die Folgen des Klimawandels – allen voran Temperaturerhöhung und Übersäuerung des Wassers – machen dem Barrier Reef stark zu schaffen. Vielerorts stellen Forscher die großflächige Ausbleichung von Korallen fest.

Wo sich noch vor wenigen Jahren Taucher an einer farbigen Unterwasserwelt erfreuen konnten, finden sie heute grauweißen Korallenschutt. Einigen Experten zufolge wird das Barrier Reef schon im Jahr 2050 mehrheitlich abgestorben sein, wenn nicht sofort Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Der Rohstoffboom, den Australien dank des rapiden Wachstums in vielen Ländern Asiens seit Jahren genießt, ist zumindest indirekt ein weiterer Grund für die negative Entwicklung. Im Hinterland von Queensland befinden sich einige der größten Kohlefelder der Welt.

Kommentare (1)

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04.06.2012, 08:04 Uhr

Welcher Kimawandel? Die Abkühlung der Weltmeere die derzeit beobachtet wird? Oder die ausbleibende Erwärmung? Oder was?
Einen Meeresspiegelanstieg gibt es auch nicht mehr.
(...)

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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