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20.03.2014

11:16 Uhr

Great Barrier Reef

Taucheinsatz gegen Killer-Seesterne

Eine fiese Art von Seesternen bedroht das größte Korallenriff der Welt: Gefräßige Dornenkronen fallen über das Great Barrier Reef her. Es hilft nur eins: Taucher müssen die Tiere einzeln bekämpfen.

Gefräßige Dornenkronen fallen über das Great Barrier Reef her. Taucher müssen die Tiere mit Spritzen vergiften. dpa

Gefräßige Dornenkronen fallen über das Great Barrier Reef her. Taucher müssen die Tiere mit Spritzen vergiften.

CairnsMorgens um 7 Uhr im Hafen von Cairns, Australien: Die Crew der „Venus II“ lädt Laptops, Gemüse, Regenjacken ein. Zehn Tage wird sie auf See sein, direkt am Great Barrier Reef, keine 50 Kilometer vor der Küste. An Bord: Kapitän Jared und zehn Taucher. Die Mission: Dornenkronen-Seesterne töten, so viele wie möglich.

„Die Dornenkronen sind eine Pest, sie fressen die ganzen Korallenriffe kahl“, sagt Expeditionsleiter Daniel Schultz (36). Das kann fatale Folgen haben. Das 2300 Kilometer lange Great Barrier Reef entlang der australischen Ostküste ist schon angegriffen: durch die Schifffahrt, durch den Ausbau von Häfen, durch Düngemittel, die von Plantagen ins Meer gespülten werden, durch Zyklone und Klimaeinflüsse. Eine Invasion der gefräßigen Killer-Seesterne könnte ihm den Rest geben.

„Dornenkronen stellen für das langfristige Überleben der Korallenriffe eine bedeutende Bedrohung dar“, warnt das Meeresforschungsinstitut Aims. Das Institut schätzt, dass 2013 ein Drittel der rund 3000 Korallenriffe des Meeresparks befallen waren.

Nun sind Dornenkronen (Acanthaster planci) nicht neu. Während sie früher aber nur alle 80 Jahre massiv auftraten, gibt es jetzt alle 15 Jahre Ausbrüche, wie die Meerespark-Behörde am Great Barrier Reef (GBRMPA) berichtet. „Normalerweise erholen sich die Riffe in der Zwischenzeit“, sagt Korallenforscher Morgan Pratchett von der James-Cook-Universität in Townsville. „Aber das funktioniert nicht mehr, weil sie durch viele andere Störungen geschwächt sind.“

Die Behörde nennt vor allem die Wasserqualität. Wenn nach Überschwemmungen aus Plantagen in Fluss- oder Küstennähe verstärkt Nährstoffe ins Meer gespült werden, ist das für Dornenkronenlarven ein Fressfest. Einmal ausgewachsen, haben sie praktisch keine natürlichen Feinde mehr. Eine Dornenkrone kann zehn Quadratmeter Korallen im Jahr vertilgen. Hunderttausende davon sitzen auf den Riffen.

Der Körper erreicht – ohne Arme – Durchmesser von 30 Zentimetern. „Wir haben auch schon welche mit 40, 50 Zentimetern gesehen“, sagt Schultz. Auf den bis zu 23 Armen und dem Körper sitzen lange Stacheln mit giftigem Sekret. Fische machen einen weiten Bogen um die Riff-Zerstörer.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

20.03.2014, 11:48 Uhr

Und wieder einmal meint der Mensch, mit seinen Eingriffen die Natur zu verbessern bzw. ein vermeintliches statisches Gleichgewicht aufrechterhalten zu müssen. Die Gleichgewichte in der Natur sind aber immer dynamisch und das könnte man eigentlich zwischenzeitlich wissen. Hier wieder Massenmord (ja, ich nenne das so) an Tieren rechtfertigen zu wollen, ist immer wieder erschreckend.

Account gelöscht!

20.03.2014, 14:17 Uhr

stimmt, Menschen, die Fleisch essen, sind auch Massenmörder. Denn sie sind für den Massenmord an Tieren verantwortlich.

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