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17.11.2015

20:12 Uhr

Greenglass

Das Unternehmen, das 60.000 Flaschen vor Müll rettete

VonCatalina Jofré
Quelle:Diario Financiero

Das 100-prozentige Recycling macht es möglich, die Lebensdauer von Glas zu verlängern, das Problem mit dem Hausmüll zu bekämpfen und die Recycler dabei zu unterstützen, aus Glas ein modernes Gefäß zu machen.

„Wir verkauften ein hässliches, streifiges und schlecht verarbeitetes Produkt, ohne Verpackung und Konzept“, erinnert sich Gründer Oscar Muñoz. Diario Financiero

Die erste Zeit war geprägt von harter Arbeit

„Wir verkauften ein hässliches, streifiges und schlecht verarbeitetes Produkt, ohne Verpackung und Konzept“, erinnert sich Gründer Oscar Muñoz.

Im Rahmen einer Prüfung an der Universität in Unternehmensführung, entschied sich Oscar Muñoz 2009, Flaschen zu zerkleinern und Gläser aus ihnen zu machen. Mit dieser Idee gründete er später ein Unternehmen, das er Greenglass nannte und mit dem er bis heute jeden Tag versucht, Glasflaschen vor dem Müll zu retten. „Beim Eintritt in die Universität hat mich ein Freund gefragt, ob ich ein paar Flaschen zerkleinern könne, um ein Geschenk daraus zu machen, und dabei bin ich auf Greenglass gekommen, meine Kommilitonen konnte ich jedoch nicht davon überzeugen“, erklärte Oscar, als er von seinen ersten Schritten sprach. Erst später, als er die Universität wechselte und sich mit David zusammenschloss, einem Arbeiter peruanischer Herkunft, den er im Handwerksbetrieb seiner Familie kennenlernte, konnte er sein Unternehmen gründen.

Die Flaschen sammelte er in Restaurants, Bars und kleinen Pubs, wo sie später ohnehin im Abfall gelandet wären. Mit der Wiederaufwertung des Materials war es ihm und seinem Partner gelungen, ihre fehlenden Kenntnisse vom Geschäftsleben und vom Unternehmertum wett zu machen. „Ich war kein guter Verkäufer, wir waren allein und hatten kein Geld. Wir wussten nichts von Marketing, Buchhaltung oder ähnlichen Dingen und so begannen wir, David und ich, mit Greenglass. Ich musste Geld verdienen und sagte: „ich wette darauf“. Die erste Zeit war geprägt von harter Arbeit: „Wir verkauften ein hässliches, streifiges und schlecht verarbeitetes Produkt, ohne Verpackung und Konzept“, erinnert er sich.

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Einen großen Sprung in ihrer Anfangsphase machten die beiden 2013, als ihnen Sercotec, eine staatliche Institution, die die Entwicklung von Kleinunternehmen fördert, Mittel in Höhe von 1,5 Millionen zukommen ließ, die sie für den Kauf einer Maschine verwendeten, mit der sie mehr Flaschen zerkleinern konnten. Anschließend, im Jahr 2013, gingen sie als Sieger aus dem Wettbewerb für Unternehmer 'Jump Chile' hervor und konnten eine weitere Maschine für ihre Werkstatt kaufen.

Ihr Geschäft wuchs stetig und bald richteten sie Büros außerhalb des Landes ein, über die sie heute 30 Prozent ihres Gesamtumsatzes erzielen. Mit ihren Exporten konzentrierten sie sich auf die Versorgung von Unternehmen in sieben Ländern, die ausschließlich fair gehandelte Produkte vertreiben und die strengen Standards der Arbeitgebergesetze und der Umwelt erfüllen, darunter USA, Deutschland, Schweiz, Italien und die Niederlande. Aber nicht nur mit Gläsern, sondern auch mit neuen Produkten versuchte ihr Unternehmen unter Beweis zu stellen, dass man weit mehr als Gläser produzieren und die Lebensdauer des Materials verlängern kann, wenn man Lampen, Halsketten, Ringe, Schalen oder Aschenbecher herstellt. Mit steigender Produktion und einem sich von Jahr zu Jahr verdoppelndem Umsatz, konzentriert sich das Modell Greenglass derzeit darauf, sein Unternehmen für die Förderung des Recycling einzusetzen.

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