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14.05.2016

13:34 Uhr

Großfeuer in Alberta

Wie der Klimawandel Waldbrände befeuert

Alberta, Tasmanien, Indonesien: Weltweit steigt die Zahl großer Feuerkatastrophen. Für Klimaforscher keine Überraschung – sie führen die Zunahme auf die globale Erwärmung zurück. Doch es gibt noch andere Ursachen.

Der Klimawandel begünstigt die Entstehung von Waldbränden. AP

Wald in Flammen

Der Klimawandel begünstigt die Entstehung von Waldbränden.

WashingtonWaldbrände treten im kanadischen Alberta immer wieder auf, doch in diesem Jahr brannten die Feuer ungewöhnlich früh und nahmen gewaltige Ausmaße an. Sie waren das jüngste Beispiel einer Reihe schwerer Brandkatastrophen in Zeiten zunehmender Hitze und extremer Wetterlagen.

Zu Beginn des Jahres zerstörten Feuersbrünste große Flächen in Tasmanien, Oklahoma und Kansas. In den USA stieg die durch Flammen verwüstete Fläche 2015 auf ein Rekordhoch von 40.500 Quadratkilometern. Auch in Sibirien, der Mongolei und China wüteten im vergangenen Jahr riesige Feuersbrünste.

In Brasilien verlängerte sich die Waldbrandsaison seit den 1980er Jahren um einen Monat. Und in Australien verschärfte sich die Lage so sehr, dass im Warnsystem 2009 ein leuchtend rotes „katastrophal“ eingeführt wurde.

„Je wärmer es wird, desto mehr Brände bekommen wir“, betont der Waldbrandexperte Mike Flannigan von der University of Alberta. In der ersten Maiwoche stiegen die Temperaturen in der Provinz über 35 Grad Celsius, was im Mai ungewöhnlich ist für den Norden Kanadas.

„Die Waldbrände in Alberta sind ein hervorragendes Beispiel für das, was wir zunehmend beobachten“, schreibt auch der US-Klimaforscher Jonathan Overpeck aus Arizona. „Durch die Erwärmung schmilzt der Schnee früher, Boden und Vegetation trocknen früher aus und die Brandsaison beginnt früher. Es ist eine Verkettung von Ereignissen.“

Weltweit verlängerte sich die Dauer der Brandsaison nach einer Studie des US-Feuerökologen Mark Cochrane aus South Dakota zwischen 1979 und 2013 um fast 19 Prozent. Auch brannten immer mehr Feuer – und sie wurden heftiger: In den späten 1990er und frühen 2000er Jahren „gab es plötzlich jede Menge dieser großen Brände, die wir nicht kontrollieren können“, sagt Cochrane.

Die Gründe sind komplex: Verschiedene Brandexperten verweisen neben der Erderwärmung auf einen Wandel der Landnutzung und neue Methoden der Brandbekämpfung. Mit verbesserten Löschmethoden könne die weltweit verbrannte Fläche vielleicht verringert werden, doch in Nordamerika und Sibirien „nahmen die Brände wegen der Erwärmung ziemlich zu“, sagt der US-Klimaforscher und Ökologe Park Williams. „Nach meiner Schätzung ist die Erderwärmung für etwa die Hälfte dieses Anstiegs verantwortlich.“

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