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04.02.2015

11:15 Uhr

Hoffnung für den Klimaschutz

China verbraucht weniger Kohle

Wegen geringerer Nachfrage ist die Kohleförderung in China zurückgegangen – ein Hoffnungsschimmer im Kampf gegen den globalen Klimawandel. Produziert der größte Klimasünder künftig weniger Treibhausgase?

China ist der größte Kohleverbraucher weltweit und verbrennt fast so viel „schwarzes Gold“ wie der Rest der Welt zusammen. dpa

China ist der größte Kohleverbraucher weltweit und verbrennt fast so viel „schwarzes Gold“ wie der Rest der Welt zusammen.

PekingErstmals ist die Kohleproduktion in China zurückgegangen. Die Zahlen für Dezember liegen zwar noch nicht vor, doch schätzt die nationale Kohlevereinigung (CNCA) einen Rückgang im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent.

China ist der größte Kohleverbraucher weltweit und verbrennt etwa so viel „schwarzes Gold“ wie der Rest der Welt zusammen. Wenn also der größte Klimasünder der Erde nicht mehr so viel Kohle braucht, sind das erst einmal gute Nachrichten im Kampf gegen die globale Erwärmung.

Doch die Ursachen und Auswirkungen der überraschenden Entwicklung werden heiß diskutiert. „Der Hauptgrund ist das langsamere Wirtschaftswachstum“, sagte Qi Ye, Direktor des Zentrums für Klimawandel an der renommierten Tsinghua-Universität, der Deutschen Presse-Agentur in Peking. Weitere Faktoren seien die verstärkten Bemühungen gegen die Luftverschmutzung sowie der schnelle Ausbau erneuerbarer oder nicht fossiler Energien.

Die wichtigsten Schlagworte zum Klimawandel

Globale Erwärmung

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist die Temperatur auf der Erde um gut 0,8 Grad Celsius angestiegen. Das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts (von 2001 bis 2010) war nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie das heißeste seit 1881 - im Durchschnitt betrug die Temperatur 14,47 Grad an der Land- und Meeresoberfläche und damit 0,47 Grad mehr als im Durchschnitt zwischen 1961 und 1990.

Anstieg des Meeresspiegels

Der Anstieg des Meeresspiegels hat sich in den vergangenen 20 Jahren beschleunigt. Laut dem IPCC-Bericht von 2007 dürfte der Meeresspiegel bis zum Endes dieses Jahrhunderts um zwischen 18 und 59 Zentimeter ansteigen. Im neuen Bericht dürfte diese Zahl angehoben werden. Studien zufolge geht der Anstieg zu rund einem Drittel darauf zurück, dass sich das Wasser bei zunehmender Wärme ausdehnt, zu einem weiteren Drittel auf das Schmelzen von Gletschern und zu etwas weniger als einem Drittel auf das Abschmelzen der Eiskappen in Grönland und der Antarktis.

Eisschmelze

Die Arktis erlebte im vergangenen Jahr eine Rekord-Eisschmelze. Laut der US-Behörde für Ozeanologie und Atmosphärenforschung (NOAA) verkleinerte sich die Eisfläche in der Arktis 2012 auf 3,41 Millionen Quadratkilometer. Das ist die kleinste Fläche seit Beginn der Satelliten-Beobachtung der Region vor 34 Jahren und 18 Prozent weniger als der bisherige Niedrigrekord aus dem Jahr 2007. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Gewässer rund um den Nordpol bis 2050 im Sommer eisfrei sein könnten.

Gletscherschwund

Bei Gebirgsgletschern wird weltweit eine starke Eisschmelze beobachtet, etwa im Himalaya-Gebirge oder in den südamerikanischen Anden. Die Gletscher der Pyrenäen zwischen Frankreich und Spanien könnten bis 2050 ganz verschwunden sein.

Extreme Wetterphänomene

In einem Sonderbericht hatte der Weltklimarat IPCC im November 2011 festgehalten, dass es im Zuge der Erderwärmung zu einer Zunahme extremer Wetterphänomene wie heftiger Regenfälle, Hitzewellen und Dürreperioden gekommen ist und diese Entwicklung anhalten wird. 2012 wurden laut eine Untersuchung etwa die Hälfte aller Extremwetterphänomene durch den Klimawandel verstärkt.

Artensterben

Unter einem weiteren Temperaturanstieg wird auch die Tier- und Pflanzenwelt leiden. Ein Anstieg zwischen 1,5 und 2,4 Grad im Vergleich zu den 20 letzten Jahren des 20. Jahrhunderts würde dafür sorgen, dass 20 bis 30 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht würden.

Zwei-Grad-Ziel

Internationales Ziel ist es, den Temperaturanstieg bis zum Ende dieses Jahrhunderts auf zwei Grad zu beschränken. Laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen wird der Anstieg aber zwischen drei und fünf Grad betragen, wenn es bei den bisherigen Bemühungen zur Reduzierung von Treibhausgasen bleibt.

Climategate

Im November 2009 drangen Hacker in die Computer des Klimaforschungszentrums der University of East Anglia ein, stahlen mehrere tausend Dokumente und veröffentlichten sie im Internet als angebliche Belege für wissenschaftliches Fehlverhalten der Klimaforscher. Mehrere Untersuchungen unabhängiger Institutionen konnten allerdings keine Hinweise auf ein solches Fehlverhalten nachweisen.

Insgesamt habe die Nachfrage abgenommen. Kohleexporte seien zurückgegangen. Der überhitzte Immobilienmarkt habe sich abgekühlt. Auch werde die Industrie umstrukturiert. Im Ballungsraum von Peking, Tianjin und in der umliegenden, schwer verschmutzten Provinz Hebei ähnlich wie auch im Delta des Jangtse-Stromes in Ostchina seien Beschränkungen für den Kohleverbrauch erlassen worden, um die Luftverschmutzung zu reduzieren, berichtete der Experte.

Es gibt noch weitere Gründe für den Rückgang. So hatte es zuletzt heftige Regenfälle gegeben, die die Energieproduktion durch Wasserkraft erhöht haben. Auch billige Importe ließen die heimische Förderung nach Angaben zurückgehen. Außerdem gab es laut Experten eine Wende bei den Plänen für die Produktion von Gas aus Kohle und bei anderen Umwandlungsprojekten, die anscheinend wegen Sorgen um mögliche Wasserverschmutzung und mangelnde wirtschaftliche Rentabilität drastisch zurückgedreht wurden.

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