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12.03.2011

16:50 Uhr

Japan vor Atom-GAU

Welt fürchtet ein zweites Tschernobyl

Dramatische Entwicklung nach dem Beben in Japan: Durch eine Explosion im beschädigten Atomkraftwerk in Fukushima ist ein Reaktorgebäude zerstört worden. Premierminister Naoto Kan versucht, seine Landsleute zu beruhigen.

Polizeikräfte mit Atemschutz unterwegs im Einsatzwagen nach der Explosion im Atomkraftwerk Fukushima.

Polizeikräfte mit Atemschutz unterwegs im Einsatzwagen nach der Explosion im Atomkraftwerk Fukushima.

TokioDie Welt hat Angst vor einem zweiten Tschernobyl: Eine gewaltige Explosion zerstörte am Samstag Teile des japanischen Atomkraftwerks in Fukushima und verschärfte zusätzlich die Sorge vor einer nuklearen Katastrophe. 

Mit ungeheurer Wucht wurden Trümmer in die Luft geschleudert, große Rauchwolken breiteten sich über der Anlage aus. Nach Angaben des Kraftwerksbetreibers gab es jedoch keinen Schaden am Reaktorgehäuse. Es sei mit keinem großen radioaktiven Leck zu rechnen. Drei Anwohner wurden nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Kyodo verstrahlt. Nach dem Beben und dem Tsunami vom Freitag hatte sich die Lage in den benachbarten Atommeilern Fukushima Eins und und Fukushima Zwei durch den Ausfall des Kühlsystems dramatisch zugespitzt 

Die Japaner blicken nach dem Beben konsterniert, geschockt und ängstlich auf die aktuelle Lage des Landes. Im Raum Tokio kursierten nach dem Beben 1200 Tweets pro Minute.

Unmittelbar vor der Explosion in der Atomanlage Fukushima hatte es eine Erschütterung gegeben, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Bei der Detonation seien vier Menschen verletzt worden, Lebensgefahr bestehe aber nicht, berichtete Kyodo weiter.

Atomreaktor Fukushima I: Eine Historie von Pannen und Störfällen

Atomreaktor Fukushima I

Eine Historie von Pannen und Störfällen

Das Atomkraftwerk Fukushima 1 ist nicht nur eines der größten seiner Art, es kommt rund um den Meiler immer wieder zu Störfällen. Über Zweifel erhaben war die Anlage schon vor dem großen Erdbeben bei weitem nicht.

Unklar war, wie groß die Gefahr einer Kernschmelze war. Japans Premierminister Naoto Kan zeigte sich zwar besorgt über die Lage, sprach aber nicht von einer Kernschmelze. Allerdings hatte die Atomsicherheitskommission schon vor der Explosion davon gesprochen, dass möglicherweise in dem Reaktor eine Kernschmelze ablaufe. 

Ein Greenpeace-Sprecher sagte der dpa, dass neben der möglichen Kernschmelze in Block 1 in einem weiteren Kraftwerksblock ein solches Szenario drohe. „Fünf von zehn Reaktoren in Fukushima sind ohne Kühlung“, sagte der Sprecher unter Verweis auf Informationen aus der Krisenregion. Angesichts der Verkettung unterschiedlicher Ereignisse sei die Lage womöglich außer Kontrolle. „Es ist dramatisch, weil derzeit scheinbar unkontrolliert Radioaktivität austritt.“ 

Dach von AKW eingestürzt

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Kommentare (10)

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Account gelöscht!

12.03.2011, 10:55 Uhr

Alle paar Monate bebt die Erde im Rheingraben und die Städte Freiburg, Karlsruhe, Mannheim, Ludwigshafen, Speyer, Heidelberg, Frankfurt am Main,Offenbach, Darmstadt, Mainz und Wiesbaden zeugen für eine hohe Siedlungsdichte. Die Schwäbische Alb ist erdbebengefährdet.

Auch wenn die Erdkruste im Rheingraben deutlich dicker als am Ring of Fire ist, so sind stärkere Erdbeben bei uns nicht ausgeschlossen. Die Gravitation sorgt für den Ausgleich.
Oder ist die Rückseite einer Rosine vielleicht glatt?

Menschen sind Verdrängungskünstler, und so braucht man sich nicht wundern, daß die Neapolitaner notfalls bis an den Kraterrand des Vesuv siedeln würden.
Die Kontinentalplatten sind keine geschlossene Gefüge. Sie sind unterteilt und nochmal unterteilt. Jede Naht kann aufbrechen. Hier muß dann der Flächenschwerpunkt der kleinsten Platte ermittelt werden und dann kann dort gesiedelt werden. In Habitat II gab es die Bestrebung verdichteter Bodennutzung. Aber so ist es, man trifft Vorkehrungen und der Unverstand räumt sie wieder weg.
Wie ist es mit einer Pontonbauweise?
http://www.bps-niedenstein.de/

An den japanischen Atomkraftwerken ist es mir rätselhaft, daß für den Störfall Batteriebetrieb für 8 Stunden vorgesehen wurden und offenbar Notstromaggregate (Polyma) fehlen. Für den Pumpenbetrieb könnten sogar Haushaltsgeräte helfen.
Ich kann nur hoffen, daß den Japanern ein Supergau erspart bleibt.
40 THW-Leute für Japan ist auch so ein Witz. Weshalb schickt man nicht sämtliche Pioniereinheiten der BW dahin?
Kann man nicht für einen kleinen Moment vergessen, daß Japan unser Weltmarktkonkurrent ist?

No_idea

12.03.2011, 11:41 Uhr

Schaut sehr nach Knallgasexplosion aus nach dem Ablassen des Reaktordrucks. Die sollten prüfen, ob das Kühlwasser nicht teilweise zu Knallgas geworden ist.

Account gelöscht!

12.03.2011, 12:21 Uhr

Regenerative Energien sind zu teuer. Atomkraft völlig gefahrlos, siehe:
Tschernobil, Harrisburg, Windscale, Majak
Über so ein Popelkram wie die Asse brauchen wir gar nicht reden. Nur weiter so CDU, FDP ihr spült die Wähler den Grünen in die Hände. Nicht das ich Glaube das unsere Partei, Leute mit Gewissen an ihren Spitzen hätten. Aber die Angst vor verlorenen Wahlen sollten die Lobbieisten hörigen koruppten Westerwelles dieser Welt zum einlenken bringen.

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