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03.11.2013

18:18 Uhr

Japanischer Unglücksreaktor

Fukushima-Region ewig unbewohnbar?

Ein japanischer Politiker warnt vor falschen Versprechungen an die Evakuierten der Region Fukushima. Es sei klar, dass einige ehemalige Bewohner niemals zurück könnten und stattdessen entschädigt werden müssten.

Der evakuierte Ort Tomioka innerhalb des 20-Kilometer-Radius um das japanische Krisenkraftwerk Fukushima. (Archivbild aus Januar 2012) Reuters

Der evakuierte Ort Tomioka innerhalb des 20-Kilometer-Radius um das japanische Krisenkraftwerk Fukushima. (Archivbild aus Januar 2012)

TokoRund zweieinhalb Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima hat ein Spitzenpolitiker der japanischen Regierungspartei eingeräumt, dass nicht alle Flüchtlinge in die Region zurückkehren werden können. „Es wird die Zeit kommen, da jemand sagen muss: ,Sie können hier nicht mehr leben, aber wir werden Sie dafür entschädigen'“, sagte der Generalsekretär der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP), Shigeru Ishiba, nach einem Bericht der Zeitung „The Asahi Shimbun“ (Sonntag).

Er rief die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe somit demnach auf, davon abzurücken, allen rund 150 000 Evakuierten eine mögliche Rückkehr in ihre Häuser in Aussicht zu stellen. Vielmehr müsse die Regierung jene radioaktiv verseuchten Gebiete nennen, in die eine Heimkehr niemals möglich sein werde.

Japans Behörden versuchen, in der Region des beim Erdbeben und Tsunami 2011 beschädigten Atomkraftwerks Fukushima die Strahlenbelastung zu senken, damit die geflohenen Bewohner in ihre Häuser zurückkehren können. Kritiker bezweifeln allerdings die Wirksamkeit der Maßnahmen.

Von

dpa

Kommentare (14)

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Rafall

04.11.2013, 09:02 Uhr

Die Formulierung "ewig unbewohnbar" ist ebenso reißerisch wie falsch. Radioaktive Stoffe haben die Eigenschaft zu zerfallen, manche schnell, manche langsamer. Meines Wissens sind in Fukushima Daiichi keine langlebigen Nuklide mit hunderttausenden oder Millionen Jahren Halbwertszeit freigesetzt worden, sondern nur relativ flüchtige, kurzlebige Spaltprodukte. Die meisten sind schon längst zu stabilen Nukliden zerfallen, also unschädlich. Andere, wie Cäsium-137 (Cs-137) mit 30 Jahren Halbwertszeit, sind natürlich noch da. Das kann also bedeuten, dass manche Bewohner in ihrem Leben nicht mehr zurückkehren können. In hundert Jahren ist die Strahlung von Cs-137 auf ca. 1/10 gesunken. Da es sehr leicht löslich ist, kann die Strahlung an vielen Orten jedoch noch viel schneller abnehmen. Außerdem gibt es inzwischen ionenselektive Ionentauscher, mit denen man bei Dekontaminationsmaßnahmen gezielt das Cs herausfiltern kann. Sollte es in den Körper gelangen, wird es sehr schnell wieder ausgeschieden.
Man muss außerdem wissen, dass das natürliche Strahlungsniveau in Japan ca. 1/10 dessen ist, was wir in Deutschland durchschnittlich haben. Man müsste also nicht warten, bis das natürliche japanische Niveau wieder erreicht ist, bevor man die Leute gefahrlos - oder auch mit Anweisungen zum richtigen Verhalten - in ihre Häuser zurückkehren lässt.

Account gelöscht!

04.11.2013, 09:35 Uhr

Also alles Quatsch, was die histerischen Japaner da machen, Herr Rafall? Bestimmt hat der Trittin seine Finger im Spiel!
Es hört sich ja fast so an als ob Japan die hierzulande vorhandene "essentielle" Radioaktivität fehlen würde. Ein Glück sozusagen, dass Fukushima wenigstens regional ein paar Nuklide freigesetzt hat.

R.Pietzsch

04.11.2013, 11:07 Uhr

Sind da nicht vielleicht auch ein paar Gegenden dabei, wo es keinen Sinn macht, die Häuser wieder aufzubauen, weil der nächste Tsunami sie wieder wegspülen würde. Ist es da nicht besser, die Siedlungen auf höher gelegenen Territorien wieder zu bauen? Kann man das alles auf radioaktive Strahlung schieben? In deutschen Medien wohl schon.

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