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19.08.2016

15:24 Uhr

Kilauea spuckt Lava

Seltenes Vulkan-Schauspiel auf Hawaii

Er ist einer der aktivsten Vulkane der Erde, aber was der Kilauea auf Hawaii derzeit zu bieten hat, ist alles andere als alltäglich: Der Lavastrom fließt kilometerweit vom Krater bis in den Pazifik.

Der Kilauea auf Big Island ist einer der aktivsten Vulkane der Erde. AP

Kilauea-Vulkan

Der Kilauea auf Big Island ist einer der aktivsten Vulkane der Erde.

Vulkan-NationalparkEin spektakuläres Naturschauspiel auf Hawaii zieht derzeit Tag für Tag tausende Touristen aus aller Welt an: Zum ersten Mal seit drei Jahren fließt Lava vom Vulkan Kilauea in den Pazifik.

Der leuchtend orangefarbene Lavastrom knistert und zischt, während er sich durch die schroffe Landschaft schiebt und schließlich über die steilen Klippen ins Meer fällt. Es stinkt nach Schwefel und verbrannter Erde. Wenn das rund 2.000 Grad heiße Gestein auf der Wasseroberfläche auftrifft und dort schlagartig erkaltet, schießen Fontänen aus Dampf und Gas in die Höhe.

Der Kilauea auf Big Island ist einer der aktivsten Vulkane der Erde. Der jüngste Ausbruch des Puu-Oo-Kraters begann 1983. Seitdem hat die Lava etwa 125 Quadratkilometer Land unter sich begraben, aber auch schon mehr als 200 Hektar neues Land geschaffen. Nur selten reicht der Strom bis zum Pazifik.

Wer das Spektakel hautnah erleben möchte, braucht ein Boot, einen Hubschrauber - oder starke Beine: Auf einer rund 15 Kilometer langen Rundwanderung gelangt man zu der Stelle, in der die Lava ins Meer fließt. Ganz ungefährlich sei der Fußmarsch über das heiße, scharfkantige Gestein aber nicht, warnt Jessica Ferracane, Sprecherin des Vulkan-Nationalparks. Schon viele Wanderer hätten sich beim Versuch, das schwierige Gelände zu passieren, Schnittverletzungen zugezogen. „Alle wollen den Lavastrom sehen, aber nicht jeder sollte da draußen herumspazieren“, sagt Ferracane.

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Etwa 6000 Besucher kommen gegenwärtig jeden Tag in den Nationalpark - das sind 1000 bis 1500 mehr als gewöhnlich. Einer von ihnen ist Pablo Aguayo aus Chile. Er macht eine Bootstour in den Sonnenaufgang hinein. „Es ist fantastisch“, schwärmt Aguayo. „Man fährt mitten auf dem Meer in der Dunkelheit los und kommt dann an diesen wunderschönen Lavafällen an.“ Man könne die Hitze der Lava spüren und sie riechen. „Als ob man schweißt“, sagt Aguayo. „Wir haben wirklich viele Vulkane in Chile, aber so etwas wie hier haben wir nicht.“

Der Katamaran, mit dem Aguayos Gruppe unterwegs ist, gehört Shane Turpin. Um seinen Kunden die beste Sicht zu bieten, fährt er bis auf ein paar Meter an die Stelle heran, an der sich das heiße Vulkangestein mit dem Wasser vereint. An diesem Augustmorgen hält die Natur ein ganz besonderes Schauspiel für die Touristen bereit: Es gibt zwei Lavaströme, die rund 200 Meter voneinander entfernt ins Meer fließen. „Es ist schon überwältigend, wenn nur ein Tropfen den Ozean berührt“, sagt Turpin. „Aber eine Show wie diese, die legt die Messlatte für die nächste Tour ziemlich hoch.“

Doch nicht nur an Land, auch auf dem Wasser gibt es Risiken für Schaulustige, wie die Geologin Janet Babb erklärt. Denn beim Kontakt von Lava und Meerwasser entsteht Salzsäure. Wie lange der Lavastrom anhält, lässt sich laut Babb nicht vorhersagen: Er könnte jeden Tag nachlassen oder noch Monate ins Meer fließen.

Von

ap

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