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23.05.2013

07:55 Uhr

Klima-Orakel

Die positiven Seiten des Klimawandels

Leser fragen, Klima-Experten antworten. Diesmal will Hans Weber aus Nürnberg wissen: „Hat der Klimawandel auch etwas Gutes?“ Kirsten Thonicke vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung antwortet ihm.

Zu den negativen Folgen des Klimawandels zählt der weltweit zu beobachtende Rückgang der Gletscher - hier der Gletscher im Kangerdlugssuaq-Fjord in Ost-Grönland. Aber haben die globalen Klimaveränderungen nicht auch positive Seiten? dpa

Zu den negativen Folgen des Klimawandels zählt der weltweit zu beobachtende Rückgang der Gletscher - hier der Gletscher im Kangerdlugssuaq-Fjord in Ost-Grönland. Aber haben die globalen Klimaveränderungen nicht auch positive Seiten?

Klar hat der Klimawandel auch etwas Gutes, könnte man sagen – es wird endlich wärmer in Deutschland. Doch das scheinbar Offenkundige stimmt nicht. Das Beispiel zeigt vielmehr, wie zwiespältig die meisten vorgeblich positiven Folgen der Erderwärmung sind.

Diese könnten bei uns nämlich häufiger besonders kalte Winter bringen: Das Meereis nördlich von Norwegen wird wegen der Erwärmung weniger, und durch die lokale Erwärmung dort werden kalte Luftströme mit einer größeren Wahrscheinlichkeit umgelenkt nach Europa.

Ähnlich verhält es sich mit vielen anderen „guten“ Folgen des Klimawandels: Der Weinbau in Norddeutschland wird einfacher, sogar gute Rote gedeihen jetzt – einerseits. Andererseits haben Winzer im sich aufheizenden Mittelmeerraum es schwerer und müssen mehr bewässern. Und deutsche Weinbauern werden wohl verstärkt Wetterextremen wie Starkregen oder Hagel ausgesetzt sein.

Auch wenn in nördlichen Breiten künftig zwei Getreide-Ernten im Jahr möglich werden sollten, stehen dem Ertragsverluste in den Ländern des Südens gegenüber. Der eine Effekt hebt den anderen nicht einfach auf: Afrikanische Kleinbauern werden bei Wegfall ihrer Existenzgrundlage niemals auf dem Weltmarkt das aus den nördlichen Ländern vermehrt angebotene Getreide kaufen können.

Kommentare (20)

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HansMeier

23.05.2013, 08:13 Uhr

"Zu den negativen Folgen des Klimawandels zählt der weltweit zu beobachtende Rückgang der Gletscher"
Wieso soll denn das negativ sein?
Komisch übrigens, dass niemand die Ethik-Frage stellt: Auf Basis welcher Ethik wollen wir (Deutsche) z.B. verhindern, dass Grönländer ihre Ölressourcen nicht ausbeuten sollen und nicht mehr Kartoffeln anbauen können(das ist nämlich besser möglich, wenn es dort wärmer wird)?

Account gelöscht!

23.05.2013, 08:14 Uhr

"Im Ergebnis gilt: Mit dem Klimawandel begeben wir uns auf unbekanntes Terrain – auf dem die Risiken größer wirken als die Chancen."

Was soll's? Klimawandel hat den Mensch begleitet, seit es ihn gibt. Im übrigen ist bekanntlich das ganze Leben ein Risiko auf Leben und Tod.

Klimawandel als Konzept einer möglichen Beeinflussung ist Kokolores! Gelassenheit bitte.

Sonnenschein

23.05.2013, 08:47 Uhr

Ein Klimawandel ist zunächst einmal eine natürliche oder, wie aktuell zu beobachten, eine von uns verursachte Veränderung der Umweltbedingungen. Die Menschen werden als Art überleben; da kann man völlig gelassen sein.

Dass durch höhere Meeres- und Lufttemperaturen mehr Energie in vorhanden ist, um Unwetter weiter zu verstärken, ist einfach Physik, aber auch das wird die Menschheit überleben.

Die Frage ist, warum wir uns der Gefahr aussetzen sollen, unsere Lebensbedingungen zu verändern und Teilen der Menschheit die Lebensgrundlage zu entziehen? Nur weil wir weiter hemmungslos fossile Energieträger verfeuern wollen? Das ist kindisch. Wo bleibt der menschliche Pragmatismus? Wir werden doch über kurz oder lang eh ohne Kohle, Gas, Erdöl und Kernenergie (die immer nur eine Randerscheinung war) auskommen müssen. Heute können wir die Umstellung auf eine erneuerbare Energievesorgung noch freiwillig durchführen. In wenigen Jahren werden wir dazu gezwungen werden.

Prof. Lesch hat das schon vor Jahren ganz locker richtig dargestellt.:

http://www.youtube.com/watch?v=nK01b2kevc0

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