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21.02.2013

13:58 Uhr

Klima-Orakel

Kann Fleischverzicht den Klimawandel bremsen?

Leser fragen, Klima-Experten antworten. Diesmal will Sophie Grunwald aus Remagen wissen: „Wäre der Klimawandel zu stoppen, wenn alle Menschen Vegetarier würden?“ Andreas Grabolle, Autor und Ernährungsexperte, antwortet.

Eine nachhaltige und klimaschonende Ernährung muss nicht rein pflanzlich sein. dpa

Eine nachhaltige und klimaschonende Ernährung muss nicht rein pflanzlich sein.

Laut Welternährungsorganisation trägt die Tierhaltung 18 Prozent zum weltweiten Treibhausgasausstoß bei – mehr als der Transportbereich. Die Klimawirkung geht vor allem auf sogenannte ‚Landnutzungsänderungen‘ wie Regenwaldabholzung für Futtermittelanbau und Viehweiden zurück. Bedeutend sind zudem die Verdauungsgase von Wiederkäuern und die Emissionen durch Mineraldünger und Gülle.

Intensive Tierhaltung und Fischzucht haben dazu erheblichen Anteil an der Zerstörung von Ökosystemen und der Wasserverschmutzung. Angesichts des Bevölkerungswachstums verschärft der intensive Futtermittelanbau zunehmend Probleme wie die Verfügbarkeit von Wasser und Lebensmitteln sowie die Bodenerosion und die Verletzung von Landrechten.

Zwar ist auch die intensive Produktion pflanzlicher Nahrung nicht nachhaltig. Wegen der Futtermittelproblematik sind pflanzliche Kalorien aber meist weitaus effizienter zu erzeugen als tierische. Je mehr Menschen sich anstelle von Fleisch mit eiweißreichen Getreiden und Hülsenfrüchten ernähren, desto mehr Flächen können statt für Futtermittel dem ökologischen Anbau von Nahrungspflanzen dienen.

Eine nachhaltige und klimaschonende Ernährung muss nicht rein pflanzlich sein. Wo Wiederkäuer nicht zu dicht auf bestehendem Grünland leben und sich bloß von dort wachsenden Pflanzen ernähren, können sie zur Humusbildung beitragen und damit Treibhausgase binden.

Und sofern sie nicht mit Blei gejagt werden, kann man rein ökologisch auch gegen das Fleisch einiger Wildtiere nichts einwenden. Stoppen lässt sich der Klimawandel mit keiner Maßnahme. Unsere Ernährung kann aber sehr dazu beitragen, Ausmaß und Folgen zu verringern.

Andreas Grabolle ist Biologe, Wissenschaftsjournalist und Auto des Buches Kein Fleisch macht glücklich.

Das Klima-Orakel erscheint in Zusammenarbeit von Handelsblatt Online und der vom Bundesumweltministerium geförderten Initiative Klima sucht Schutz.

Kommentare (10)

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HofmannM

21.02.2013, 14:10 Uhr

(...)
Der Mensch kann das Klima nicht steuern und damit auch nicht wandeln!
Auch das Methan und das CO2 sind nur Gase, die keinen Einfluss auf das Klima haben! CO2 ist ein lebenswichtige Gas. Ohne CO2 würde unser Atemmechanismus nicht funktionieren. Ohne CO2 und Methan würde es kein Pflanzwachstum geben. In Gemüsegewächshäuser wird zusätzlich CO2 Gas eingeleitet um das Wachstum der Pflanzen zu verbessern. Auch die Tiere sind auf das CO2 zwingend angewiesen. Ohne CO2 würde unsere Lebens-Welt nicht existieren können!
Der Sonnen- und Erdkernreaktor bestimmt das Klima auf Erden. CO2 und Methan Gase haben hierauf keinen Einfluss! Kommt endlich von eurem ideologischen Ökotirp runter und wendet euch wieder der realen Weltwissenschaft zu!
Danke!
Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

vandale

21.02.2013, 14:24 Uhr

Das Erdklima ist seit Milliarden Jahren im Wandel. Massgeblichen Einfluss haben die Sonneneinstrahlung und der Wasserdampf in der Atmosphäre.

Der Einfluss des Menschen scheint sich bislang lediglich auf das lokale Klima auszuwirken. Die grossflächigen Abholzungen in verschiedenen Teilen der Welt haben lokal sicherlich das Klima beeinflusst.

Die Theorie der Klimaschwindler, dass im Verhältnis zur Gesamtemission geringfügige zusätzliche CO2 Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe nicht absorbiert würden, sich wie auf einem Sparkonto in der Atmoshäre ansammeln würden und das Erdklima massiv beeinflussen würden, ist nicht allzu plausibel.

Mehr als mit einem Fleischverzicht könnte man solche ökoreligiösen Weltuntergangssagas verhindern indem alle Oekoschwindler eine Nasenklammer für mehr als 5 Minuten tragen.

Dann gäbe es keine neuen Oekosagas wie Endliche Rohstoffe, Waldsterben, Erneuerbare Energien, Ozonloch, Gräusliche Genkreaturen, Dämonische Atomstrahlen und Klimawandel mehr.

Die Menschheit könnte sich mit sinnvolleren Dingen beschäftigen.

Vandale

laika0231

21.02.2013, 14:28 Uhr

@HofmannM
Bitte bleiben Sie sachlich und informieren Sie sich bitte, bevor Sie einen Kommentar schreiben.
Z. B. bei der Deutschen Geselschaft für Meteorologie:
http://www.dmg-ev.de/gesellschaft/aktivitaeten/pdf/klimastatement_2003.pdf

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