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26.04.2012

11:49 Uhr

Klima-Orakel

Kuhmilch oder Sojamilch?

Leser fragen, Klimaexperten antworten. Diesmal möchte Laura Biermann aus Passau wissen: Ist die Klimabilanz von Milch-Drinks aus Soja, Hafer oder Reis besser als die von Kuhmilch? Maria Müller-Lindenlauf vom Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg antwortet ihr.

Die Klimabilanz eines Hafer- oder Soja-Drinks ist meist besser als die von Kuhmilch. Trotzdem hat auch das tierische Produkt seine Vorzüge. dpa

Die Klimabilanz eines Hafer- oder Soja-Drinks ist meist besser als die von Kuhmilch. Trotzdem hat auch das tierische Produkt seine Vorzüge.

Die Klimabilanz eines Hafer- oder Soja-Drinks ist in der Regel deutlich besser als die von einem Glas Milch. Denn typischerweise frisst die Kuh je Liter Milch schon in etwa so viel Sojabohnen und Getreide wie benötigt werden, um einen Liter Soja- oder Hafermilch herzustellen.

Dazu kommen die klimawirksamen Emissionen, die bei der tierischen Verdauung und bei der Herstellung anderer Futtermittel entstehen. Für Reis-Drinks lässt sich das nicht so eindeutig sagen, da auch in Reisfeldern erhebliche Mengen an klimawirksamem Methan entstehen.

Bei Soja-Drinks ist aber zu beachten: Das Risiko von Regenwaldabholzungen ist besonders hoch im Soja-Anbau und die Entwaldung hat desaströse Auswirkungen auf den Klimawandel. Daher gilt: Auf zertifizierte Herkunft der Sojabohnen achten!

Wer sich für Kuhmilch entscheidet, sollte Milch vom Grünland und ohne Sojafuttermittel bevorzugen. Ein indirekter Hinweis darauf ist zum Beispiel die Bezeichnung ‚gentechnikfreie Fütterung‘: Denn Gentechnik wird vor allem im Soja- und Maisanbau eingesetzt.

Ob Getreide- und Soja-Drinks nicht nur umweltfreundlich, sondern auch gesund sind, ist eine andere Frage. Nur so viel: In der Kinderernährung sind Getreide- und Soja-Drinks aufgrund des geringeren Gehaltes an Calcium kein vollwertiger Ersatz für Milch.

Das Klima-Orakel erscheint in Zusammenarbeit von Handelsblatt Online und der vom Bundesumweltministerium geförderten Initiative Klima sucht Schutz.

Kommentare (3)

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Irmelin

26.04.2012, 21:43 Uhr

Nette Antwort. Der Sojawiederspruch ist das einzig störende. Es wird erklärt, dass Soja gern in Futtertrögen landet und dann heißt es, dass die Gefahr bei Sojamilch besonders hoch sei. Das kann also kaum stimmen.
Sojaprodukte für den menschlichen Verzehr direkt (Sojamilch, Tofu und andere Leckerein) bestehen überwiegend aus europäischem Soja. Im Gegensatz zu den undurchsichtigen Tierprodukten, wird bei Pflanzenprodukten die Herkunft überwiegend offen gelegt oder gar beworben (z.B. Joya, Sojarei).

Milch

02.05.2012, 12:13 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,
Sie verwenden hier den Begriff "Sojamilch", was rechtlich verboten ist. Nach geltendem Recht darf der Begriff „Milch“ nur verwendet werden, wenn sie von Kühen stammt. Bei Milch von anderen Säugetieren wie Ziegen oder Stuten muss die Tierart zusätzlich angegeben werden. Denn die Bezeichnung „Milch“ ist durch die EU-weit geltende Bezeichnungsschutzverordnung geschützt und tierischen Produkten vorbehalten. Ausnahmen sind nur unter sehr eng gefassten Voraussetzungen möglich. Ganz bewusst gehört der Begriff „Sojamilch“ nicht zu den Ausnahmen, so dass eine derartige Produktbezeichnung für Sojagetränke unzulässig ist. MfG

roli

06.08.2012, 14:23 Uhr

Wo findet man eine Ausnahmenliste? Denn Kokosmilch darf verwendet werden...

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