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10.03.2011

15:01 Uhr

Klima-Orakel

Sprechen harte Winter nicht gegen eine Klimawärmung?

Leser fragen - Klima-Experten antworten. Heute fragt Kira Berninger aus Oberursel, Freidrich-Wilhelm Gerstengarbe vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) antwortet ihr.

Auch ein wirklich kalter Winter steht nicht im Widerspruch zur globalen Erwärmung. Quelle: dapd

Auch ein wirklich kalter Winter steht nicht im Widerspruch zur globalen Erwärmung.

Zwei harte Winter sagen noch gar nichts über das Klima aus. Vielmehr müssen wir uns fragen: Sind zehn milde Winter normal? Auch der vergangene als recht hart empfundene Winter in Deutschland ist nicht einmal unter den 20 kältesten von 100 Jahren gewesen. Und weltweit ist das Jahr 2010 sogar das wärmste seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen.

Oft werden Winter als kalt empfunden, weil viel Schnee liegt. Hierfür müssen die Temperaturen aber nur unter null Grad sinken, was nicht besonders kalt ist. Weil wärmere Luft mehr Feuchtigkeit transportieren kann als kalte, führt die Erderwärmung regional zu mehr Niederschlägen – das kann dann auch Schnee sein. Insgesamt steigt mit dem Klimawandel die Menge der Extreme: kalt wie warm, nass wie trocken.

Auch ein wirklich kalter Winter steht nicht im Widerspruch zur globalen Erwärmung – im Gegenteil, die Erwärmung könnte sogar zwischen den vielen milden Wintern in Europa die Wahrscheinlichkeit besonders kalter Winter unter Umständen verdreifachen. Das hat der ein PIK-Forscher in einer Computersimulation gezeigt.

In der Barents-Kara-See nördlich von Norwegen und Russland war ausgerechnet im kalten europäischen Winter 2005/06 die Eisdecke stark abgeschmolzen. Wenn das Eis auf dem Meer schrumpft, gibt das Wasser Wärme an die Umgebung ab. Hierdurch werden örtlich die unteren Luftschichten aufgeheizt, was zu einer starken Störung von Luftströmungen führen kann - kalte Winde werden nach Europa umgelenkt. Allerdings gibt es auch eine Reihe anderer Faktoren, die hier Einfluss haben.

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