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29.10.2012

14:41 Uhr

Klima-Orakel

Wie schädlich sind Pkw-Klimaanlagen?

Leser fragen, Klima-Experten antworten. Diesmal will Melanie Schwarz aus Dietfurt wissen: „Wie klimaschädlich sind Pkw-Klimaanlagen?“ Hans-Jochen Luhmann vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie antwortet ihr.

Pkw-Klimaanlagen emittieren in zweifacher Hinsicht Treibhausgase. gms

Pkw-Klimaanlagen emittieren in zweifacher Hinsicht Treibhausgase.

Pkw-Klimaanlagen emittieren in zweifacher Hinsicht Treibhausgase: Erstens, weil ihr Betrieb etwa 2 bis 4,5 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer verbraucht und zweitens, weil sie Kältemittel verlieren.

Kältemittel, das vom Kompressor der Klimaanlage benötigt wird, ist Gift fürs Klima. Seit 1994 wird vor allem das Kältemittel R134a verwendet, das 1.430-mal so klimaschädlich ist wie der Klimakiller CO2. Man sagt, es hat ein Global Warming Potential (GWP) von 1.430.

Im Durchschnitt verliert ein Pkw während seines Lebens 0,85 Kilogramm Kältemittel. Bei Füllung mit R134a bedeutet das: Ein 6-Liter-Pkw hat aufgrund der Klimaanlage in Wahrheit die Klimalast eines 8-Liter-Autos. Global hochgerechnet, haben die Kältemittelverluste dieselbe Klimawirkung wie 100 Millionen Tonnen CO2.

Dem wollte die EU ein Ende setzen und entschied, ab 2017 nur noch Neuwagen mit einem  GWP von maximal 150 zuzulassen. Daraufhin zauberten US-amerikanische Chemie-Unternehmen, die mit R134a Geld verdienen, ein neues Kältemittel dem Hut. Es hat nur noch ein GWP von 4 und heißt R1234yf. Der Name verrät schon, dass es sich hierbei nur um eine Modifikation, nicht um einen Technologiesprung handelt.

Besser wäre gewesen, die Autobauer hätten Klimaanlagen mit neuen Technologien eingebaut, die CO2 als Kältemittel verwenden. So hatten es die Deutschen zunächst vor. Denn die Klimabelastung durch CO2 ist nur ein Viertel so hoch wie bei R1234yf. Aber es ist wohl einfacher, bei den alten Klimaanlagen zu bleiben und nur das Kältemittel zu wechseln.

Was bei dieser einfachen Lösung nicht beachtet wurde, sind Schwarzbefüllungen: Da die Klimaanlagen noch immer dieselben sind, funktionieren sie auch weiterhin mit dem alten, extrem klimaschädlichen R134a. Gerade in ärmeren Ländern kann das vermehrt zu Schwarzbefüllungen mit dem alten Kältemittel führen. Denn die Chemie-Unternehmen verlangen für das neue Kältemittel sehr hohe Einführungspreise.

Fazit: Rechtlich alles sauber; aber faktisch könnte man durch die fortgeschrittene Technologie Millionen von Tonnen Treibhausgasemissionen vermeiden.

Das Klima-Orakel erscheint in Zusammenarbeit von Handelsblatt Online und der vom Bundesumweltministerium geförderten Initiative Klima sucht Schutz.

Kommentare (6)

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Bender103

29.10.2012, 15:00 Uhr

2-4,5 Liter Verbrauch: Maßlos übertrieben!! Mein Wagen braucht ohne Klimaanlage ca 5 liter Diesel, die Klimaanlage verursacht einen marginalen Mehrverbrauch von ca. 0,3 liter.
Ich wünschte mir ausgewogenere Berichte vom Handelsblatt...

Account gelöscht!

29.10.2012, 15:11 Uhr

KLIMARELIGION

Die Klimaerwärmung überfällt gerade den Süden Deutschlands in der Mitte des Herbstes mit Schneelandschaften...

Diese ganze Klimareligion ist doch nur Volksverblödung. Einmal mehr.

Und es wird auch einmal mehr gezeigt, dass der Mensch ruhig verrecken kann, wenn es der Natur gut tut:

"Dass Tetrafluorpropen R1234yf entflammbar ist und in Verbindung mit Feuer oder sehr heißen Oberflächen Fluorwasserstoff freisetzt, der mit Feuchtigkeit zu stark ätzender, giftiger Flusssäure reagiert, hatte die Bundesanstalt für Materialprüfung im Auftrag des Bundesumweltamts längst nachgewiesen."

"Auch Umweltverbände hatten immer wieder auf die Brennbarkeit und extreme Giftigkeit des neuen Kältemittels hingewiesen - die Industrie jedoch hielt R1234yf dennoch für eine "überzeugende Alternative"

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/daimler-schert-aus-industrie-vereinbarung-fuer-neues-kaeltemittel-aus-a-857835.html

Account gelöscht!

29.10.2012, 15:16 Uhr

Laut aktuellem Test des ADAC von 2012 liegt der Mehrverbrauch zwischen 0,36 Liter/100 km (Klimaautomatik) und 0,49 Liter/100 km. Selbst wenn diese Durchschnittswerte (Testwagen: Skoda Octavia 1.6; Außentemperatur: 25° C.; Düsenaustrittstemperatur: 15 ° C.; Innenraumteperatur: 22° C.)"stark schwanken" würden, ist die Ausgangsbehauptung dieses Artikels nicht haltbar! Außerdem dürfte jeder interessierte Autofahrer schon selbst bemerkt haben, dass sich der "Mehrverbrauch" im ungünstigsten Fall zwischen 0,5 und 1,0 Liter bewegt. Also bitte etwas mehr Sachlichkeit und Fachlichkeit.

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