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29.01.2010

11:25 Uhr

Klima-Orakel

Wie viel Liter Meerwasser braucht man, um eine Tonne CO2 zu speichern?

Leser fragen – Klima-Experten antworten. Diese Woche hat Falko Ludwig aus Hamburg nachgefragt, Ernst Maier-Reimer vom Zentrum für Marine und Atmosphärische Wissenschaften antwortet.

Langfristig werden die Ozeane zwar etwa 80 Prozent der CO2-Emissionen aufnehmen; aber das dauert lange, mindestens 1.000 Jahre. Reuters

Langfristig werden die Ozeane zwar etwa 80 Prozent der CO2-Emissionen aufnehmen; aber das dauert lange, mindestens 1.000 Jahre.

"Direkt lässt sich die Frage in dieser Form nicht beantworten. Die Löslichkeit von CO2 im Meerwasser hängt vor allem vom Druck des CO2 in der Atmosphäre ab. Ist der Druck des CO2 in der Atmosphäre höher als im Wasser, löst sich CO2 im Ozean, weil Ozeane und Atmosphäre versuchen, diese Druckunterschiede auszugleichen.

Da derzeit immer mehr CO2 in die Atmosphäre gelangt, steigt der Anteil des Kohlendioxids am Luftdruck (Partialdruck). Wie bei der Befüllung einer Sprudelflasche, wird der Druck erhöht und das CO2 löst sich. Umgekehrt entweicht bei abnehmendem Partialdruck CO2 aus dem Wasser in die Luft. Das passiert beim Öffnen der Sprudelflasche. Es bilden sich kleine CO2-Bläschen, die aufsteigen.

Die gute Nachricht: Mit steigendem Anteil an CO2 in der Atmosphäre, löst sich auch mehr davon im Meerwasser. Die Ozeane verlangsamen somit die Erwärmung der Atmosphäre, indem sie riesige Mengen CO2 aufnehmen. In den Ozeanen wandelt es sich zudem größtenteils in Hydrogenkarbonat um. Das verringert den Partialdruck des CO2 im Wasser, sodass sich weiteres CO2 im Wasser lösen kann. Die Meere können daher extrem viel CO2 aufnehmen, allerdings nicht unbegrenzt.

Und das ist auch die schlechte Nachricht: Die Zunahme an CO2 und anderen Kohlenstoffverbindungen wie Hydrogenkarbonat im Wasser verringert dessen Aufnahmefähigkeit an CO2.

Langfristig werden die Ozeane zwar etwa 80 Prozent der CO2-Emissionen aufnehmen; aber das dauert lange, mindestens 1.000 Jahre. Die globale Erwärmung bremst zudem die Zirkulation des Meerwassers, was die Aufnahme an CO2 noch mehr verlangsamt. Zudem führt die mit der Kohlendioxid-Aufnahme verbundene, schon heute beobachtete, Versauerung zu einer Gefährdung wichtiger Meereslebewesen."

Kommentare (1)

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Inge

29.01.2010, 13:07 Uhr

Reiten wir immer noch auf diesem Hoax herum? Allmählich sollte man die Verarsche doch bemerken?
Kohlenstoffdioxid wird als Dünger in Gewächshäusern eingesetzt. Grund ist der durch den photosynthetischen Verbrauch entstehende CO2-Mangel bei ungenügendem Nachschub an Frischluft, besonders im Winter bei geschlossener Lüftung, weil Pflanzen CO2 als Grundsubstanz benötigen. 0,038 %: Derzeitige Konzentration in der Luft - 5 % davon erzeugt der Mensch.

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