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16.04.2016

16:09 Uhr

Klimaphänomen El Niño

Godzilla tritt ab

VonLars Fischer
Quelle:Spektrum.de

Der stärkste jemals beobachtete El Niño neigt sich dem Ende zu. Er brachte Dürre nach Südostasien, Starkregen nach Südamerika und Blumenpracht ins Tal des Todes. Zurück lässt er vor allem eins: Ungewissheit.

Das Klimaphänomen war diesmal in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich, vor allem aber ungewöhnlich stark. AFP; Files; Francois Guillot

El Niño neigt sich dem Ende zu

Das Klimaphänomen war diesmal in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich, vor allem aber ungewöhnlich stark.

HeidelbergDrei Grad Celsius wärmer als normal war der zentrale Pazifik im November 2015. Es war die höchste bis dahin beobachtete Anomalie in jener Region, deren Oberflächentemperaturen Indikator für die ENSO sind – jenes unregelmäßige Klimamuster, dessen Extremzustände als El Niño und La Niña bekannt sind.

Der superwarme Zentralpazifik signalisierte den stärksten El Niño aller Zeiten, im englischen Sprachraum Godzilla genannt. Er brachte Dürre nach Südostasien, Starkregen nach Südamerika und Blumenpracht ins Tal des Todes. Nun liegt er offensichtlich in den letzten Zügen: Die Oberflächentemperatur in der entscheidenden Region des Pazifiks ist nur mehr ein Grad Celsius über der Norm – und fallend.

Das Wetterereignis war in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich, nicht nur ungewöhnlich stark. Aufsehen erregten zwei „Blobs“ – Zonen ungewöhnlich warmen und kalten Wassers auf der Nordhalbkugel. In Kalifornien enttäuschte El Niño auf ganzer Linie. Statt der erwarteten und dringend erhofften enormen Niederschlagsmengen brachten Stürme zwar weit mehr Regen als in den letzten Dürrejahren, aber immer noch weniger als im langjährigen Mittel. Der gesamte Südosten der USA, in normalen El-Niño-Jahren kühler und feuchter, war in dieser Saison vor allem warm.

Und zuvor hatte El Niño die Wetterfrösche erst einmal warten lassen. Schon 2014 rechneten die meisten Fachleute damit, dass das Klimapendel in Richtung höherer Pazifiktemperaturen ausschlagen würde, doch es sollte zur wachsenden Irritation der Fachwelt noch ein Jahr dauern, bis sich die Vorhersage dann tatsächlich bestätigte. Die Verzögerung lag nach Ansicht von US-Forschern an plötzlichen starken Ostwinden, die kaltes Wasser vor der Küste Südamerikas aufsteigen ließen.

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