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25.02.2013

14:34 Uhr

Klimawandel

Deutschland produziert wieder mehr CO2

Die Kohleverstromung wird derzeit immer billiger. Das führt nun dazu, dass der selbsternannte Klimavorreiter Deutschland höhere Treibhausgasausstöße vermelden muss. Der Bundesumweltminister spricht von einem „Ausreißer“.

Bundesumweltminister Peter Altmaier (l.) und der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth. dpa

Bundesumweltminister Peter Altmaier (l.) und der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth.

BerlinIn Deutschland sind 2012 wieder mehr Treibhausgase ausgestoßen worden als in den Vorjahren. Eine Zunahme der Kohlestromproduktion hat die deutschen Treibhausgasausstöße um 1,6 Prozent steigen lassen. „Diese Entwicklung darf nicht zu einer Tendenz werden“, sagte Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) am Montag bei der Vorstellung vorläufiger Zahlen. „Das ist ein Ausreißer in einer bisher positiven Entwicklung.“

Als Hauptgrund nannte Altmaier einen Anstieg von 3,4 Prozent bei der Steinkohleverstromung und von 5,1 Prozent bei der Braunkohle. Der Präsident des Umweltbundesamts, Jochen Flasbarth, sagte, trotzdem seien die Klimaschutzvorgaben des Kyoto-Protokolls klar übertroffen worden. Im Vergleich zu 1990 seien 25,5 Prozent weniger Treibhausgase in Deutschland ausgestoßen worden.

Insgesamt wurden 2012 aus Deutschland rund 931 Millionen Tonnen an Treibhausgasen in die Atmosphäre geblasen, 14 Millionen Tonnen mehr als noch 2011. Ein Grund liegt auch im strengen Winter Anfang 2012. Allein der CO2-Ausstoß stieg trotz Ausbaus erneuerbarer Energien um zwei Prozent.

Altmaier betonte, preiswerte Kohle dränge infolge der Ausweitung der Gasförderung in den USA (Fracking) auf die Weltmärkte. Man müsse aufpassen, dass Kohle nicht die klimafreundlichere Energiegewinnung in Gaskraftwerken verdränge.

Kommentare (11)

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vandale

25.02.2013, 15:04 Uhr

Der Wohlstand der Industriegesellschaften basiert auf einer Nutzung fossiler Energie die die Muskelenergie ergänzt. Wohlstand und Energieverbrauch verhalten sich mehr, oder minder linear. Insofern ist es ein steigender CO2 Ausstoss eine gute Nachricht.
Leider ist der steigende CO2 Ausstoss in erster Linie der religiös motivierten Stilllegng der Kernkraftwerke zuzuschreiben.

Vandale

laika0231

25.02.2013, 15:17 Uhr

@vandale
Leider haben Sie sich im Tempus vertan.
Es muss "basierte" statt "basiert" heißen.
Auch sind Energieverbrauch und Wohlstand in modernen Industriestaaten schon lange nicht mehr aneinander gekoppelt. Diese Entwicklung scheint an Ihnen vorbei gegangen zu sein.
Grundsätzlich scheint der Emissionshandel nicht zu funktionieren. Daher sollte eine Emissionssteuer auf den Weg gebracht werden.

vandale

25.02.2013, 15:33 Uhr

Eine Ihnen vorschwebende ökologische Gesellschaft hat nichts mit Massenwohstand zu tun. In einer ökologischen Gesellschaft können wie in der vorindustriellen Zeit natürlich ein paar Sonnenkönige in ihren Schlössern leben. Der Rest der Bevölkerung lebt dann eher am Existenzminimum. Denken Sie an die Klimamusterländer Nordkorea und Simbabwe mit ihren vorbildlich kleinen CO2 Emissionen.

In einer Industriegesellschaft bedarf es Energie um die Automobile zu bewegen, die Wohnungen zu beheizen, die Waschmaschinen rotieren zu lassen. Neben den fossilen Brennstoffen ist lediglich die Kernenergie in der Lage Energie zu erträglichen Kosten zu generieren. Der Anteil der zukunftsträchtigen Kernenergie wird in absehbarer Zeit kaum steigen.

Vandale

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