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08.02.2012

14:48 Uhr

Klimawandel

Europa muss mit kälteren Wintern rechnen

Wird es in Europa kälter, weil das Meereis schmilzt oder weil die Sonne kühler wird? Klimaforscher sagen, dass es in Wintern dieser Erdregion künftig häufiger Tieftemperaturen geben wird.

Der Frost hat Deutschland derzeit fest im Griff. In Zukunft könnte es in Mitteleuropa häufiger zu sehr eisigen Wintern kommen. dpa

Der Frost hat Deutschland derzeit fest im Griff. In Zukunft könnte es in Mitteleuropa häufiger zu sehr eisigen Wintern kommen.

BremerhavenDer klirrend kalte Winter in Europa erscheint wie eine Bestätigung jüngster Klimastudien. Einige Forscher sagen mehr kältere Wetterlagen im Winter voraus, wenn das Eis in der Arktisregion nördlich Europas weiter so stark schmelzen sollte wie bislang.

Die These der deutschen Forscher: Die von Menschen verursachte Erderwärmung lässt das Eis der Arktis zurückgehen. Aufgrund der kleiner werdenden Eisfläche wird mehr Wasser erwärmt und damit auch die Luft darüber. Dies wiederum lasse durch komplexe Wechselwirkungen kalte arktische Luft im Winter besser bis nach Europa vordringen, erläutert Ralf Jaiser vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut.

Zu ähnlichen Ergebnissen kamen bereits Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und des Leibniz-Institut für Meereswissenschaften in Kiel im Jahr 2010. Folge seien extrem kalte Wetterlagen im europäischen Winter.

Sie versichern jedoch, dass ihre Thesen weder die globale Erderwärmung noch den Weltklimareport infrage stellen, sondern sich nur auf Teile des Winters in einer kleinen Region der Erdoberfläche beziehen. „Wir sagen, dass es in der Arktis wärmer und bei uns kälter wird. Auf Spitzbergen ist es im Moment ungewöhnlich warm und es regnet“, erläutert Jaiser.

Der RWE-Manager Vahrenholt vertritt dagegen eine ganz andere These: Der Einfluss des menschengemachten CO2-Ausstoßes auf das Klima ist bisher völlig überschätzt worden - die Sonnenaktivität und ihre Magnetfelder seien die Klimatreiber. Weil die Sonne in einen Kältezyklus trete, falle die Katastrophe aus, so der Energiemanager in einer aktuellen Buchveröffentlichung..

Doch das Buch wirft viele Fragen auf - war doch 2010 das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen im 19. Jahrhundert und zugleich ein Jahr relativ geringer Sonnenaktivität. „Das letzte Minimum des 11-jährigen Sonnenzyklus zwischen 2005 bis 2010 zeichnete sich durch eine außergewöhnliche Schwächephase aus“, schreiben sogar Vahrenholt und sein Co-Autor Sebastian Lüning. Doch ziehen sie den Schluss: „Eine ähnliche Entwicklung Anfang des 19. Jahrhunderts führte zu einem dramatischen Absturz der Sonnenstrahlkraft, der aller Voraussicht nach auch jetzt eintreten wird und die Sonne einige Jahrzehnte auf Sparflamme köcheln lässt.“

Kommentare (10)

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norbert

08.02.2012, 15:14 Uhr

Nun ja, wes' Brot ich eß' , des' Lied sing ich ...
Herr Vahrenhold sollte lieber in einer Fachzeitschrift publizieren.

MikeM

08.02.2012, 15:17 Uhr

Europa muss mit kälteren Wintern rechnen. OK. Und das ist bedingt durch die menschengemachte Klimaerwärmund mittels CO2? Absurd! Aufwachen, ihr Klimaschwindler! Es wird immer schwieriger, die CO2-Lüge aufrecht zu erhalten. Die Theorien werden immer abstruser.

vandale

08.02.2012, 15:30 Uhr

Die im Artikel getätigte Aussage, dass 2010 das wärmste Jahr seit Beginn der Temperaturaufzeichnung gewesen sei, ist sehr fragwürdig.

Gem. einiger bei Eike publizierter Artikel erfolgt die Auswertung der Temperaturen durch IPCC genehme "Wissenschaftler" selektiv. Stationen die keine gewünschte Erwärmung liefern werden ausgeblendet. Die restlichen Daten werden mit dem Computer modelliert. Anders gesagt, die ganze "Klimawissenschaft" ist sehr politisch und alle Aussagen sind dadurch mit Vorsicht zu geniessen.

Der persönliche Eindruck, den ich in einigen Ländern gewann, war das 2010 kein sehr warmes Jahr war. Am einprägsamsten waren für mich Schneebedeckte Berge in Teheran im Mai, Winterunwetter in Kairo und Jeddah und das kalte, schneereiche Jahresende in Deutschland. Diese Eindrücke sind natürlich nicht repräsentativ. Schöner wäre es wenn man einfach ehrliche Daten veröffentlichen würde.

Vandale

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