Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.01.2015

19:44 Uhr

Klimawandel

Schmelzwasser-Seen unter Grönlands Eispanzer

Unter dem grönländischen Eisschild liegen große Seen mit Schmelzwasser. Forscher deuten die Funde als Beleg dafür, dass der Klimawandel den Eismassen noch stärker zusetzt als bisher vermutet.

Ein Fluss verschwindet im Eis eines Gletschers auf Grönland. Forscher haben unter dem Eispanzer der Insel große Schmelzwasserseen entdeckt. dpa

Ein Fluss verschwindet im Eis eines Gletschers auf Grönland. Forscher haben unter dem Eispanzer der Insel große Schmelzwasserseen entdeckt.

Columbus/IthacaForscher haben unter dem Grönländischen Eisschild Hinweise auf große Schmelzwasser-Seen gefunden, die sich binnen kurzer Zeit entleeren und wieder auffüllen können. Das berichten zwei Teams von US-Wissenschaftlern in den Fachzeitschriften „Nature“ und „The Cryosphere“. Sie sehen darin einen weiteren Hinweis auf die schwerwiegenden Folgen des Klimawandels.

Als problematisch werten die Experten vor allem die Tatsache, dass durch das relativ warme Schmelzwasser die Unterseite des Eispanzers erwärmt wird, wodurch sich dessen Auflösung beschleunigt. Zudem könne das Wasser unter den Gletschern den Eisfluss auf dem steinigen Untergrund beschleunigen. Das Abschmelzen des grönländischen Festlandeises gilt als eine der Ursachen des globalen Meeresspiegelanstiegs.

Die in „The Cryosphere“ beschriebene Entdeckung machte ein Team um Ian Howat von der Ohio State University in Columbus. Eigentlich arbeiteten die Forscher, gestützt auf Luftbilder und Satellitenaufnahmen, an einer Karte des grönländischen Eisschildes.

Dabei stießen sie im Südwesten der Insel, rund 50 Kilometer landeinwärts von der Küste entfernt, auf einen 70 Meter tiefen Krater von rund zwei Kilometern Durchmesser. Die etwa 25 Milliarden Liter Wasser, die sich wohl im Lauf von mehr als 40 Jahren dort unter dem Eis angesammelt hatten, seien im Herbst 2011 wahrscheinlich binnen weniger Wochen verschwunden.

„Die Tatsache, dass der See für mehrere Dekaden stabil war und dann nach einigen sehr heißen Sommern innerhalb von wenigen Wochen oder schneller ablief, könnte ein Signal dafür sein, dass im Eisschild eine fundamentale Veränderung stattfindet“, so der Glaziologe Howat. Der nach geologischen Maßstäben extrem schnelle Abfluss des Wassers sei katastrophal. Möglicherweise gebe es Tausende solcher Seen entlang der Küste.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Holger Narrog

21.01.2015, 20:33 Uhr

Seit der kleinen Eiszeit die um 1830 endete ist es zum Glück für die Menschheit etwas wärmer geworden.

Das etwas wärmere Wetter hat die Gletscher in den Alpen reduziert und nagt wohl auch am Grönländischen Eispanzer.

Allerdings gab es anscheinend im frühen Mittelalter eine Periode die noch etwas wärmer war als heute. Damals besiedelten Wikinger Grönland und nannten es "Grünland".

Eine weitere Erwärmung wäre für die Menschheit sicherlich vorteilhaft. Abseits des Klimaschwindels kann man nur hoffen, dass es nicht bald wieder kälter wird.

Frau Ich Kritisch

21.01.2015, 20:59 Uhr

ich finde es ebenfalls immer wieder erstaunlich, dass heutzutage an allem die Technik schuld ist. Oder halt der Mensch der die Technik nutzt.

In früheren Epochen waren immer die Götter schuld. Inzwischen scheinen die Menschen sich selbst für Götter zu halten - und glauben sie könnten die natürliche Evolution der Erde aufhalten.
Es hat schon immer Klimaveränderungen gegeben und es wird sie auch auch so lange geben wie die Erde besteht. Den Menschen hat es nicht immer gegeben und wird es auch nicht immer geben - und - das ist der Erde vollkommen wurscht :-)

Nur die Grünen, die, die immer von Natur reden und von Ökologie, die möchten die Entwicklung der Erde aufhalten - sie zum Stillstand verdammen. Völlig poradox!

Account gelöscht!

21.01.2015, 21:10 Uhr

Völlig paradox!

Und hochgradig schwachsinnig, so eine Denkweise, wie die Grünen sie an den Tag legen, ernst zu nehmen. Genau so schwachsinnig ist, daß man ein bedenkliches Gesicht aufsetzen kann und die Wärme beklagen kann. Die Kälte ist das Problem!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×