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17.09.2012

11:28 Uhr

Klimawandel

Tödlicher Stress für Korallenriffe

Korallen wachsen langsam und haben kaum eine Chance, sich auf die Erderwärmung einzustellen. Forscher haben nun die Auswirkungen des Klimawandels auf tausende Korallenstandorte analysiert - mit alarmierenden Ergebnissen.

Korallen haben kaum eine Chance, sich auf die recht schnelle Erderwärmung einzustellen. dpa

Korallen haben kaum eine Chance, sich auf die recht schnelle Erderwärmung einzustellen.

PotsdamDie globale Erwärmung könnte bis 2030 rund 70 Prozent aller Korallenstandorte langfristig schädigen, falls sich die bunten Meereswesen nicht daran anpassen. Das gelte sogar für den Fall, dass der Treibhausgasausstoß stark reduziert werde, berichtet ein Team unter Leitung von Forschern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung in einer großen Überblicksstudie.

Um wenigstens die Hälfte der Korallenriffe weltweit zu schützen, dürfe die Erderwärmung bis dahin wahrscheinlich höchstens 1,5 Grad Celsius betragen, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal „Nature Climate Change“. Mit 19 verschiedenen Klimamodellen simulierten sie den Wärmestress an 2160 Standorten weltweit.

Zu einer Korallenbleiche kommt es, wenn die Symbiose aus Korallen und Mikro-Algen, von denen die Korallen einen Großteil ihrer Energie und auch ihre Farbe erhalten, durch zu warmes Wasser zusammenbricht. Kurzfristig können Korallen das aushalten, aber langfristig gefährdet der Wärmestress ihr Überleben.

Die große Frage ist nach Forscherangaben nun, inwieweit Korallen sich an die steigenden Temperaturen anpassen können, indem sie zum Beispiel mit wärmeresistenteren Algen eine Symbiose eingehen. „Aber das wissen wir noch nicht genau. Selbst wenn der Ausstoß von Treibhausgasen stark vermindert würde, müssten mögliche Anpassungsmechanismen sehr schnell wirken“, so Hauptautorin Katja Frieler.

Korallen haben jedoch lange Lebenszyklen von 5 bis 100 Jahren. „Sie sind nicht wie Fruchtfliegen, die sich viel schneller evolutionär entwickeln können“, betont Co-Autor Ove Hoegh-Guldberg  von der Universität  Queensland (Australien).

Kommentare (1)

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23.09.2012, 22:14 Uhr

Zitat: "Mit 19 verschiedenen Klimamodellen simulierten sie den Wärmestress an 2160 Standorten weltweit"
Und mit wie vielen Klimamodellen haben die Forscher an wie vielen Standorten die Vorteile einer globalen Erwärmung simuliert?
Jede Münze hat zwei Seiten! Von den Forschern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung liest man immer nur eine Seite. Ein wissenschaftliches Armutszeugnis.

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