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02.12.2014

16:45 Uhr

Klimawandel

Wetterextreme treffen vor allem arme Länder

Extreme Wetterereignisse stürzen weltweit immer wieder ganze Regionen ins Verderben. Tausende Tote und Milliardenschäden sind die Folgen. Meist trifft es die Ärmsten der Armen, wie der aktuelle Klima-Risiko-Index zeigt

Auf den Philippinen verursachte der Taifun Haiyan 2013 enorme Schäden. ap

Auf den Philippinen verursachte der Taifun Haiyan 2013 enorme Schäden.

LimaOb Hitzewellen, Dürren, Stürme oder Überschwemmungen – die Entwicklungsländer sind meist die Hauptleidtragenden von Wetterkatastrophen. Von 1994 bis 2013 waren Honduras, Myanmar und Haiti die am stärksten betroffenen Staaten, wie aus dem jüngsten Klima-Risiko-Index hervorgeht, den die Umweltschutzorganisation Germanwatch am Dienstag am Rande der UN-Klimakonferenz in Lima vorstellte.

Das Gesamtausmaß der Katastrophen ist enorm: Weltweit starben in diesem Zeitraum mehr als 530.000 Menschen in direkter Folge von über 15.000 extremen Wetterereignissen. „Diese Ergebnisse zeigen die besondere Verwundbarkeit der armen Länder gegenüber klimatischen Risiken, trotz der Tatsache, dass die absoluten monetären Schäden in den reicheren Ländern wesentlich höher sind“, heißt es in der Studie.

Die wichtigsten Schlagworte zum Klimawandel

Globale Erwärmung

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist die Temperatur auf der Erde um gut 0,8 Grad Celsius angestiegen. Das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts (von 2001 bis 2010) war nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie das heißeste seit 1881 - im Durchschnitt betrug die Temperatur 14,47 Grad an der Land- und Meeresoberfläche und damit 0,47 Grad mehr als im Durchschnitt zwischen 1961 und 1990.

Anstieg des Meeresspiegels

Der Anstieg des Meeresspiegels hat sich in den vergangenen 20 Jahren beschleunigt. Laut dem IPCC-Bericht von 2007 dürfte der Meeresspiegel bis zum Endes dieses Jahrhunderts um zwischen 18 und 59 Zentimeter ansteigen. Im neuen Bericht dürfte diese Zahl angehoben werden. Studien zufolge geht der Anstieg zu rund einem Drittel darauf zurück, dass sich das Wasser bei zunehmender Wärme ausdehnt, zu einem weiteren Drittel auf das Schmelzen von Gletschern und zu etwas weniger als einem Drittel auf das Abschmelzen der Eiskappen in Grönland und der Antarktis.

Eisschmelze

Die Arktis erlebte im vergangenen Jahr eine Rekord-Eisschmelze. Laut der US-Behörde für Ozeanologie und Atmosphärenforschung (NOAA) verkleinerte sich die Eisfläche in der Arktis 2012 auf 3,41 Millionen Quadratkilometer. Das ist die kleinste Fläche seit Beginn der Satelliten-Beobachtung der Region vor 34 Jahren und 18 Prozent weniger als der bisherige Niedrigrekord aus dem Jahr 2007. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Gewässer rund um den Nordpol bis 2050 im Sommer eisfrei sein könnten.

Gletscherschwund

Bei Gebirgsgletschern wird weltweit eine starke Eisschmelze beobachtet, etwa im Himalaya-Gebirge oder in den südamerikanischen Anden. Die Gletscher der Pyrenäen zwischen Frankreich und Spanien könnten bis 2050 ganz verschwunden sein.

Extreme Wetterphänomene

In einem Sonderbericht hatte der Weltklimarat IPCC im November 2011 festgehalten, dass es im Zuge der Erderwärmung zu einer Zunahme extremer Wetterphänomene wie heftiger Regenfälle, Hitzewellen und Dürreperioden gekommen ist und diese Entwicklung anhalten wird. 2012 wurden laut eine Untersuchung etwa die Hälfte aller Extremwetterphänomene durch den Klimawandel verstärkt.

Artensterben

Unter einem weiteren Temperaturanstieg wird auch die Tier- und Pflanzenwelt leiden. Ein Anstieg zwischen 1,5 und 2,4 Grad im Vergleich zu den 20 letzten Jahren des 20. Jahrhunderts würde dafür sorgen, dass 20 bis 30 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht würden.

Zwei-Grad-Ziel

Internationales Ziel ist es, den Temperaturanstieg bis zum Ende dieses Jahrhunderts auf zwei Grad zu beschränken. Laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen wird der Anstieg aber zwischen drei und fünf Grad betragen, wenn es bei den bisherigen Bemühungen zur Reduzierung von Treibhausgasen bleibt.

Climategate

Im November 2009 drangen Hacker in die Computer des Klimaforschungszentrums der University of East Anglia ein, stahlen mehrere tausend Dokumente und veröffentlichten sie im Internet als angebliche Belege für wissenschaftliches Fehlverhalten der Klimaforscher. Mehrere Untersuchungen unabhängiger Institutionen konnten allerdings keine Hinweise auf ein solches Fehlverhalten nachweisen.

Die Untersuchung basiert auf Daten der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft und des Internationalen Währungsfonds (IWF). Die von 1994 bis 2013 entstandenen wirtschaftlichen Verluste bezifferte Germanwatch auf mehr als 2,2 Billionen US-Dollar in Kaufkraftparitäten gerechnet – das heißt unter Berücksichtigung unterschiedliche Kaufkraftsituationen.

Im Jahr 2013 standen die Philippinen, Kambodscha und Indien oben auf der Liste der meistbetroffenen Länder. Auf den Philippinen verursachte der Taifun Haiyan 2013 enorme Schäden, was die Spitzenposition des westpazifischen Landes im diesjährigen Index erkläre.

Kambodscha wurde am schlimmsten von schweren Überschwemmungen im August 2013 betroffen. Auch Pakistan (Platz 6) sei dieses Jahr wieder von einer verheerenden Klimakatastrophe und im Sommer 2013 von Hitzewellen und Überschwemmungen hart getroffen worden, heißt es in der Studie. Germanwatch wies darauf hin, dass die betroffenen Staaten zu den ärmeren Entwicklungsländern gehörten und mit am wenigsten verantwortlich seien für den Klimawandel.

Die bis 12. Dezember laufende UN-Klimakonferenz in Lima gilt als letzter Schritt auf dem Weg zur internationalen Klimakonferenz in Paris. Dort soll Ende 2015 versucht werden, ein neues Weltklimaabkommen zu vereinbaren.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

02.12.2014, 18:17 Uhr

Das war auch schon so, bevor der "Klimawandel" von ein paar geldgierigen Wichtigtuern entdeckt und kultiviert wurde.

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