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27.04.2015

17:02 Uhr

Klimawandel

Wie der Mensch das Wetter macht

Sintfluten und Dürren setzten dem Menschen schon immer zu. Doch in Zeiten des globalen Klimawandels sind viele der aktuellen Wetterextreme hausgemacht, wie Forscher der ETH Zürich jetzt aufgezeigt haben.

Das Archivbild zeigt ein Überflutungsgebiet nahe Deggendorf (Bayern). Wetterextreme wie Dauerregen oder Hitzewellen sind immer häufiger vom Menschen verursacht. dpa

Überschwemmungsgebiet

Das Archivbild zeigt ein Überflutungsgebiet nahe Deggendorf (Bayern). Wetterextreme wie Dauerregen oder Hitzewellen sind immer häufiger vom Menschen verursacht.

BerlinDie globale Erwärmung führt schon heute zu deutlich mehr Wetterextremen. Die hauptsächlich vom Menschen verursachte Entwicklung sei für 75 Prozent der weltweit auftretenden Hitzeextreme und knapp ein Fünftel der Niederschlagsextreme verantwortlich, schreiben Schweizer Wissenschaftler im Fachjournal „Nature Climate Change“.

Die Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich hatten verschiedene Klimamodelle unter die Lupe genommen und dabei versucht, den menschlichen Einfluss auf Wetterextreme abzuschätzen. Grundsätzlich bestätige sich dabei der Trend, dass durch die vom Menschen verursachten Klimaveränderungen die Wetterkapriolen weltweit zunehmen. „Schon kleine Unterschiede im Temperaturanstieg machen viel aus“, so Studienleiter Erich Fischer.

So könnte bei einer Erwärmung der Erde um zwei Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Niveau die Wahrscheinlichkeit von Hitzetagen gegenüber heute um das Fünffache steigen. Ähnlich dramatische Folgen habe die Erwärmung für die extremen Regentage. Bei einem Plus von zwei Grad könnten dann 40 Prozent der Niederschlagsextreme vom Menschen verursacht sein, heißt es in der Studie.

Die Nordhalbkugel bekäme vor allem die vermehrten Tage mit sintflutartigem Regen zu spüren, sagte Klimatologe Fischer. In anderen, ohnehin schon heißen Regionen, würden die Hitzetage zu einer noch größeren Herausforderung. Dazu passt, dass etwa das vergangene Jahr das bisher wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war. Bereits jetzt habe sich die Temperatur im Vergleich zur vorindustriellen Zeit um 0,85 Grad erwärmt, so die Forscher.

Während sich die globalen Folgen des menschengemachten Klimawandels recht gut vorhersagen lassen, tut sich die Wissenschaft schwerer damit, einzelne Extremwetterereignisse wie Hagel oder Tornados einzuordnen. Viele Studien könnten keinen signifikanten Einfluss des Klimawandels auf diese Phänomene zeigen. Dies liege aber auch daran, dass solche kleinräumigen Ereignisse kaum angemessen erfasst werden können.

Für den britischen Klimaforscher Peter Stott, der die Studie in einem Begleitartikel kommentiert, liegt hier ein wichtiger Forschungsansatz für die Zukunft. Mehr Forschung sei nötig, um die regionalen Auswirkungen der Klimawandel zu berechnen und um natürliche von menschengemachten Einflüssen auf das Klima besser unterscheiden zu können. Nachdem der menschliche Einfluss auf das Klimasystem mittlerweile unstrittig sei, komme es nun darauf an, seine schlimmsten Folgen abzuwenden.

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