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19.09.2012

07:49 Uhr

Kombikraftwerke

Selbst bei Flaute reicht der Strom

Bei Wind- und Sonnenenergie herrschen starke Schwankungen. Um permanent Energie zu liefern, müssen die Solar- und Windkraftanlagen klug vernetzt werden. Virtuelle Kraftwerke versprechen eine Lösung.

Bisher nutzen die Netzbetreiber hauptsächlich fossile Energieträger wie Kohle und Gas, um die Frequenz- und Spannungshaltung im Netz zu garantieren. dpa

Bisher nutzen die Netzbetreiber hauptsächlich fossile Energieträger wie Kohle und Gas, um die Frequenz- und Spannungshaltung im Netz zu garantieren.

DortmundDie Fortschritte bei den Erneuerbaren sind unübersehbar: Windenergie erobert dank besserer Turbinentechnik immer schwierigere Standorte. Photovoltaik wird rapide billiger. Und in der Biomasse steigern neue Vergasungstechniken die Effizienz. Eigentlich sind das gute Vorzeichen, um den ehrgeizigen Energiezielen der Bundesregierung näher zu kommen: Sie will den Ökostromanteil bis 2050 auf 80 Prozent verdreifachen.

Doch so einfach ist die Energiewende nicht. Weil Sonne und Wind nicht ständig verfügbar sind, unterliegt der Ökostrom starken Schwankungen. Um permanent Energie zu liefern, müssen die Solar- und Windkraftanlagen klug vernetzt werden.

Virtuelle Kraftwerke versprechen eine Lösung. Sie bestehen aus vielen dezentralen Energieproduzenten, die über eine Steuerung miteinander verbunden sind. Fällt ein Erzeuger wegen Dunkelheit oder Flaute aus, erhält ein anderer im Cluster das Startsignal. Selbst Betreiber privater Blockheizkraftwerke (BHKW) oder Solaranlagen können sich an einem solchen Kombikraftwerk beteiligen. Für eine schnelle, bürgernahe Energiewende ist die Technik ideal geeignet.

Noch stehen Kombikraftwerke am Anfang. Staatliche Unterstützung fehlte weitgehend. „Dank der Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz gab es bei den einzelnen Ökoenergien große Fortschritte, ihr Zusammenspiel wurde aber ziemlich vernachlässigt“, sagt Volker Quaschning, Professor für regenerative Energien und Solarenergie in Berlin.

Dennoch rechnet der Experte mit einem Erfolg virtueller Kraftwerke. „Das Thema kommt, denn allein mit der Offshore-Windkraft, die die Bundesregierung bevorzugt einsetzen will, lässt sich die Energiewende nicht meistern“, meint Quaschning. Offshorestrom sei nicht nur die teuerste Energieform, sondern erfordere auch große Leitungen und Speicher: „Da ist es naheliegend, auch virtuelle Kraftwerke einzubinden.“

Kommentare (10)

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Joerg_Duerre

19.09.2012, 09:14 Uhr

Die vermutlich einfachste Verbesserung der jetzigen Situation wäre durch eine sofort wirksame Strombörse zu erreichen.
Im Moment sind nur Strommengen für frühestens den nächsten Tag zu handeln. Warum gibt es kein High-Frequency-Trading wie im Finanzbereich?

Account gelöscht!

19.09.2012, 09:40 Uhr

Das ist doch wieder mal ein Armutsartikel. "Virtuelle Kraftwerke"? Das ist nichts anderes als das Zusammenschalten von Kraftwerken. Wo ist das neue Element? Das man nur Eneuerbare benutzt?
Das Grundproblem der schwankenden Einspeisung von Sonne und Wind bleibt bestehen.
Ob wir nun nutzlose BHKW, Biomasseanlagen oder Gaskraftwerke finanzieren ist doch egal?

Wenn wir Kohle verfeuer bleiben wenigstens die Arbeitsplätze in Deutschland und nicht in China(Photovoltaik) oder Amerika (Wind).

Einanderer

19.09.2012, 10:05 Uhr

Warum sind die Forenkommentare immer so negativ UND fehlerhaft? Etwa weil man ohne eingebaute Fehler garnicht so eine negative Darstellung zustande brächte?

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