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23.11.2016

11:28 Uhr

Luftqualität in Europa

Bitte atmen Sie jetzt noch nicht auf!

Die Luft in Europa ist besser geworden, doch noch immer sterben jedes Jahr 467.000 Menschen an den Folgen von Luftverschmutzung. Mitverantwortlich: der Autoverkehr. Und die Landwirtschaft.

Das EU-Parlament will die Vorgaben für Höchstmengen beim Ausstoß von Schadstoffen verschärfen. dpa

Archivbild vom RWE-Braunkohlekraftwerk Niederaußem bei Bergheim (2009)

Das EU-Parlament will die Vorgaben für Höchstmengen beim Ausstoß von Schadstoffen verschärfen.

KopenhagenTrotz erheblicher Emissionsreduktionen sind immer noch zu viele Menschen in Europa gesundheitsgefährdendem Feinstaub ausgesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt die Europäische Umweltagentur (EUA) in ihrem jährlichen Bericht zur Luftqualität, der am Mittwoch in Kopenhagen vorgestellt wurde.

Im Jahr 2014 mussten demnach 85 Prozent der städtischen Bevölkerung eine Feinstaubbelastung hinnehmen, die nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) schädlich ist. Gemessen an den Grenzwerten der EU, die höher liegen, waren bis zu 17 Prozent der Stadtbewohner zu hohen Feinstaubkonzentrationen ausgesetzt.

Die EUA schätzt, dass jedes Jahr 467.000 Menschen aufgrund von Luftverschmutzung vorzeitig sterben. Feinstaubpartikel können Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma und Lungenkrebs verursachen oder verschlimmern. Der Bericht stützt sich auf Messungen von 2014 in mehr als 400 Städten in 41 europäischen Ländern.

Dabei sind die Bemühungen der europäischen Länder, den Ausstoß gefährlicher Stoffe zu reduzieren, messbar. „Wir sehen eine langsame Verbesserung der Luftqualität, wo Kohlekraftwerke geschlossen und mehr auf erneuerbare Energien gesetzt wird“, sagte der Leiter der Untersuchung, Martin Adams.

Doch während man in der Industrie große Fortschritte mit der Emissionsreduzierung mache, würden andere Bereiche wie die privaten Haushalte vernachlässigt. „In einigen Ländern ist das Heizen mit Holz ein großes Problem, in anderen die Verwendung von Düngemitteln in der Landwirtschaft.“

In Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und Griechenland sei zum großen Teil der Verkehr für die schlechte Luft verantwortlich. Adams forderte die Länder auf, stärker auf Maßnahmen wie Fahrverbote zu setzen und alte Autos aus den Innenstädten zu verbannen.

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„Wir müssen den Ursachen der Luftverschmutzung begegnen und das bedeutet einen grundlegenden und innovativen Wandel unserer Mobilitäts-, Energie- und Nahrungsmittelsysteme“, sagte EUA-Geschäftsführer Hans Bruyninckx.

Das EU-Parlament will am Mittwoch (12.00 Uhr) die Vorgaben für Höchstmengen beim Ausstoß von Schadstoffen verschärfen. Dabei geht es etwa um Feinstaub und die von Dieselfahrzeugen ausgestoßenen Stickoxide.

Die neuen Höchstmengen sollen in den Mitgliedstaaten bis 2020 beziehungsweise 2030 eingehalten werden. In Deutschland stößt nach Angaben des Umweltbundesamts derzeit vor allem die Landwirtschaft noch zu viel Ammoniak aus.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

23.11.2016, 13:07 Uhr

Und das Grüne Bashing/Angstmacherei geht mal wieder in seine nächste Runde!
Es gibt keine Luftverschmutzung in Europa und der Welt. Jeder Sandsturm und jeder Vulkanausbruch müsste dann eine Luftverschmutzung darstellen.
Die Atmosphäre reinigt sich von selbst. Somit wird nicht die Luft oder Natur verschmutzt sondern der Mensch bildet sich das ein. Der Mensch ist in der Lage sich die Technik so zu bauen, dass er ein sehr gutes Lebensumfeld hat.
Und das hat er schon lange gemacht!

Herr Jürgen Mücke

23.11.2016, 13:27 Uhr

Ich liebe es den Dieselruß immer morgendlich an der Straße zu inhalieren. Das macht mich glücklich und sorgt für Wohlbefinden in Körper und Geist. Besonders die Ruß-LKWs habens mir angetan.

Das wird meine Lebenserwartung erheblich steigern und ich kann die von der Regierung gewünschte Lebensarbeitszeit bis dann später evtl. 75 Jahre problemlos schaffen.

Herr Holger Narrog

23.11.2016, 13:32 Uhr

Das ist ein faszinierende "wissenschaftliche" Erkenntnis...

Häufig werden solche erfrischenden Zahlen mit einem LNT (Linear No Treshold) Ansatz gewonnen. Dabei geht man vereinfacht ausgedrückt davon aus dass wenn ein Mensch 1 Kg Salz isst stirbt...wenn 1000 Menschen je 1 g Salz essen auch ein Mensch stirbt. Der Ansatz ist eigentlich eine Hilfe wenn man beispielsweise hohen Dosen von Schadstoffen eine Wirkung zuordnen kann. Dann versucht man diese Wirkung auf niedrige Dosierungen zu übertragen. Wenn man dieses Prinzip entsprechend verfremdet erhält man jedes beliebige Ergebnis wie in dem Artikel beschrieben.

Schön wäre es wenn die Journalisten Informationen sachlich hinterfragen (könnten) würden.

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