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06.01.2017

12:18 Uhr

Luftverschmutzung in Nordchina

Gefangen unter der Smog-Glocke

Eine dichte Smog-Glocke hält den Norden Chinas seit Wochen im Würgegriff. In den Kliniken häufen sich die Fälle von Atemwegserkrankungen. Hat die Regierung den Kampf gegen die Luftverschmutzung schon wieder aufgegeben?

Mit Atemmasken schützen sich Menschen in Qingzh gegen den dichten Smog in ihrer Region. dpa

Dichter Smog in China

Mit Atemmasken schützen sich Menschen in Qingzh gegen den dichten Smog in ihrer Region.

PekingDie Menschen tragen Mundschutz und können nur wenige Meter weit sehen. Geisterhafte Straßenszenen mit dreckigem Nebel bestimmen das Bild zurzeit in weiten Teilen Chinas – unter anderem in Peking. Seit mehr als einem Monat hängt über der chinesischen Hauptstadt fast ununterbrochen eine verheerende Glocke aus giftiger Luft.

Bedrohlich verdunkeln auch in dieser Woche wieder Dunstwolken die Stadt. Graue Schneeflocken, die vom Himmel rieseln, erinnern eher an Asche. Wer sich vor die Tür traut, trägt meist Atemschutzmaske.

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Nicht nur die 22 Millionen Hauptstädter, sondern geschätzt eine halbe Milliarde Menschen in ganz Nordchina müssen die dreckige Luft ertragen. Pekinger erinnert die ungewöhnliche lange Smog-Welle an den Winter vor drei Jahren. Auch damals hielt sich über Wochen dreckige Luft über der Stadt und die Smog-Werte erreichten neue Rekordwerte.

Für die Regierung war die sogenannte Airpokalypse damals eine Zäsur. Sie schaltete auf Angriff und sagte der Luftverschmutzung den Kampf an. Doch nun zeigt sich: Es reicht noch nicht. Greenpeace lobte Peking zwar zunächst für stetig bessere Luftwerte. Doch die Bemühungen seien „praktisch zum Stillstand“ gekommen.

Die Regierung unternehme nicht genug, um neue Gesetze auch durchzusetzen, monieren die Umweltschützer. Staatsmedien berichten, dass in diesen Tagen trotz Produktionsverboten hunderte Fabriken im Industriegürtel rund um die Hauptstadt einfach weiterarbeiten.

Die Stimmung in Chinas Industrie ist im Dezember laut Umfragen auf den höchsten Stand seit drei Jahren gestiegen. Die ins Stocken geratene Wirtschaft läuft zumindest vorläufig wieder und diese Butter wollen sich die Unternehmen nicht vom Brot nehmen lassen.

„Mein Cousin arbeitet in einem Stahlwerk. Wenn er nichts mehr verdient, kann er sich auch nicht über saubere Luft freuen“, sagt Li Yang, der aus der Nachbarprovinz Hebei nach Peking gezogen ist.

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