Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.04.2014

16:20 Uhr

Malediven

Was tun, wenn das ganze Land im Meer versinkt?

Ein Staat kämpft gegen den Untergang: Unter dem Einfluss des Klimawandels müssen die Bewohner der Malediven notgedrungen neue Ideen entwickeln, um ihr Inselreich zu retten. Niederländische Experten sollen helfen.

Bedrohtes Paradies: Die höchste natürliche Erhebung der Malediven liegt gerade einmal 2,4 Metern über dem Meeresspiegel. dpa

Bedrohtes Paradies: Die höchste natürliche Erhebung der Malediven liegt gerade einmal 2,4 Metern über dem Meeresspiegel.

MaléBerge gibt es auf den Malediven nicht. Auch keine Hügel. Nicht einmal Dünen. Die höchste natürliche Erhebung– rechnet man die Palmen nicht mit – liegt auf 2,4 Metern über dem Meeresspiegel. Steigt dieser um einen Meter an, verschwinden 80 Prozent des Inselparadieses im Indischen Meer. „Ich sehe jetzt schon, wie es den Sand hier an den Palmen wegspült“, sagt die Schweizer Urlauberin Doris Friedrich.

Die Regierung des Landes mit den derzeit noch rund 1200Koralleninseln sucht händeringend nach Möglichkeiten, den Untergang zu verhindern. Ex-Präsident Mohamed Nasheed hatte einst die Idee, einen Teil der Touristen-Milliarden abzuzweigen, um eine neue Heimat woanders zu kaufen. Indien oder Sri Lanka schwebten ihm vor, vielleicht auch Australien – das sei eh nicht so bewohnt.

Allerdings: Ein Mann aus dem ebenfalls durch den Klimawandelbedrohten Pazifik-Staat Kiribati wollte im vergangenen Jahr der erste Klimaflüchtling nach den Vorgaben der UN-Flüchtlingskonvention werden. Doch sein Asylantrag in Neuseeland wurde abgelehnt.

Auch deswegen verfolgen die Malediven derzeit lieber andere Strategien. Sie vergrößern etwa ihre Inseln, indem sie Sand vom Meeresboden holen und sie damit aufschütten. Fotos aus der Luft zeigen, dass beispielsweise die Fläche der Hauptinsel fast verdoppelt wurde.

Trotzdem ist die Hauptstadt Malé so überbesiedelt, dass selbst für Müllhalden kein Platz mehr ist. Der Abfall landet deswegen in einer nahegelegenen Lagune.

„Tilafushi war früher nur ein Riff. Daraus haben wir Anfang der 90er Jahre eine Müllinsel gemacht“, sagt Mohamed Shihab, Ex-Innenminister und jetzt Bürgermeister von Malé. Die nun U-förmige Insel ist so angewachsen, dass sie mittlerweile als Industriegebiet mitzahlreichen Lager- und Produktionshallengenutzt wird.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

22.04.2014, 11:28 Uhr

Die Vorstellung dass "die Malediven" im Meer versinken könnten ist kompletter Unsinn. Koralleninseln wachsen so lange in die Höhe bis sie bei Ebbe aus dem Wasser schauen und die Korallen absterben. Danach wachsen die Korallenstöcke nur noch in die Breite, und so entsteht über Jahrtausende das Atoll und darin die Lagune. Und das alles passt sich dem Wasserstand ganz automatisch an, seit Jahrmillionen.
Da von den Malediven sowieso nur ein Viertel der Inseln bewohnt ist, sind damit per se schon mal 3/4 der Inseln ungefährdet.
Die Inseln, besonders der Palmenstrand mit dem Weißen Sand entstehen nur durch die abgestorbenen Korallenbestandteile in Verbindung mit Strömung und Wind.
Das Problem sind die mit technischen Mitteln befestigten Inseln, die sich nicht mehr dynamisch den Umweltbedingungen anpassen können. So besteht zum Beispiel der Untergrund der Flugpiste auf der Hauptinsel Male - aus abgebaggerten Korallenstöcken. so schaffen sich die Malediver ihre Probleme selbst.
man made problems...

Account gelöscht!

22.04.2014, 13:11 Uhr

Alles richtig was Sie da schreiben! Es fehlt allerdings noch eine kleine Information: der Meeres Spiegel steigt so gut wie überhaupt nicht. Das gilt übrigens auch für die Salomonen, denn dort hat man ein plattentektonisches Problem. Auch dort steigt er nicht, die Inseln versinken. Wird allerdings noch immer,wieder besseren Wissens, verbreitet. Gestern mal wieder auf zdfneo.

Account gelöscht!

24.04.2014, 16:54 Uhr

"Durch verbesserte Anbaumethoden, weniger Dünger und eine weniger intensive Bewässerung ließe sich der Methanausstoß beim Reisanbau reduzieren" - vermittelt der Text oben zu der Abbildung Nr. 7.
Wer von den "Klimaschützern" geht jetzt nach Ostasien und predigt den Reisbauern vom "Klimakiller" Methan, welches in der Atmosphäre 23 mal wirksamer als CO2 sein soll und verlangt von ihnen, sich doch mehr um das Klima als um ihren Nahrungserwerb zu kümmern? Mit weniger Dünger, weniger Bewässerung und besseren Anbaumethoden! Ein typischer und wegen seiner Abstraktheit am grünen Tisch entwickelter Vorschlag, mit dem man hierzulande Renommé und Politik machen will.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×